Hotspot Zürich

Bü’s Restaurant, Bar, Bütique

Die Bahnhofstrasse mag das teuerste Pflaster der Schweiz, ja von ganz Europa sein. Doch abends ist hier tote Hose. Das Einzige, was dann noch schillert, sind die Golduhren in den Auslagen. Ansonsten pfeift nur der Wind entlang der kahlen Fassaden. Doch selbst in dieser Einöde gibt es ein Lokal, wo wir das pralle Weinleben finden. Allein schon die Adresse, die Kuttelgasse, verspricht Schlemmereien wie in den Bouchons von Lyon. Nun, ganz so deftig wird der Abend dann nicht. Und doch: Im «Bü’s» fühlt man sich ein wenig wie in einem französischen Bistro, wo Schweizer italienischen Wein ausschenken. Bei Jörg Bühler oder eben «Bü» ist der Name Programm: kein Tag ohne den Chef im Service. Bü ist ein Gastgeber, wie er im Buche steht, er schwebt förmlich zwischen den Tischen, fragt den einen Gast nach dem Befinden, während er beim nächsten bereits den Teller abräumt. Er ist freundlich, aber nie zu freundlich, eine Tugend in Zürich, die von Auswärtigen oft fälschlicherweise als Arroganz angesehen wird. Hätte Bü keine Schwäche für Hemden mit farbigen Mustern, würde man ihn den Grossteil des Abends gar nicht wahrnehmen, so sicher und selbstverständlich, wie er sich im Raum bewegt.

Zur Einstimmung reicht uns Bü ein Glas Weisswein aus der autochthonen Österreicher Sorte Roter Veltliner und erläutert das Tagesangebot: Ein festliches Menü steht auf der Karte, schliesslich ist es kurz vor Weihnachten. Bü gehört wohl zu den wenigen Wirten, die ihren Kunden solche schrägen Raritäten gleich kistenweise verkaufen. Doch einem wie Bü glaubt man eben, dass etwas schmeckt. Und wer mal keine Lust auf Entdeckungen hat, wählt einen Klassiker aus der Weinkarte und isst dazu ein Cordon bleu. Weinmässig kann Bü jedem was bieten, dem Banker, der seinen Bonus verpulvern will, ebenso wie dem Weininteressierten, der einfach was Gescheites trinken möchte. Bü’s Begeisterung ist bei allen Flaschen im Preis inbegriffen. Legendär ist nicht nur Bü’s Weinwissen, sondern auch seine Geschichten von masslos überladenen Weihnachtsdekorationen oder mit Charme verspotteten FC-Basel-Fans (Bü’s Herz schlägt für den FC Zürich). Oder auch seine Art, sich im richtigen Moment in Szene zu setzen. Noch lange werden wir uns daran erinnern, wie er bei unserem letzten Abschied die Fersen seiner spitzen, glänzenden Schuhe in bester «Dinner for one»-Manier zusammenschlug: «Klack!», bis bald!

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