Unique wineries of the World

Weingut Hermann Dönnhoff

Text: Rudi Knoll, Fotos: z.V.g., Free Vector Maps.com

Puristische Weine aus Top-Lagen

Dönnhoff – wenn Weinkenner in aller Welt diesen Namen hören, schnalzen sie fast automatisch mit der Zunge und denken an bedeutende Rieslingweine, für die nicht der Namensgeber des Betriebes an der Nahe verantwortlich war, sondern lange Zeit dessen Sohn Helmut (Jahrgang 1949) und seit dem Jahrgang 2007 Junior Cornelius (Jahrgang 1980). «Ich bin noch nicht weg und gebe meinen Senf dazu. Aber die entscheidenden Kommandos gibt die Jugend», erzählt Helmut Dönnhoff und verweist lächelnd auf einen Unterschied: «Cornelius achtet noch mehr als ich auf eine gezielte, sorgfältige Ertragsreduzierung, ist keiner, der auf extrem lange Reifezeit aus ist und das letzte Gramm Zucker herauskitzeln will. Wir beide lieben die Klarheit im Wein, aber mein Sohn ist noch puristischer als ich.»

«Das klassische Holzfass ist die beste Kinderstube für den Wein.»

Cornelius Dönnhoff

Dass das Weingut heute national und international einen hohen Stellenwert hat, ist freilich dem Senior zu verdanken, der 1971 von dem schon ambitionierten Vater Hermann gerade 3,5 Hektar Reben übernahm und gleich einen erstklassigen Jahrgang verarbeiten durfte, der ihn euphorisch stimmte: «Aber dann kamen drei schwache Jahrgänge hintereinander.» Helmut Dönnhoff liess sich davon nicht irritieren und war bemüht, die Rebfläche zu erweitern. Zugute kam ihm, dass einige der grossen Betriebe an der Nahe kriselten und Fluren verkaufen mussten oder sie brachliegen liessen. «Vor allem die steilen Flächen, von denen ich als Winzer immer geträumt hatte, wollte keiner mehr haben. Ausser mir.» Anfangs waren die Preise noch günstig, später stiegen sie schon an, wenn sich herumsprach, dass Helmut Dönnhoff nur einen Spaziergang durch eine Flur unternahm…

So nach und nach wurde er in Toplagen wie Höllenpfad, Krötenpfuhl, Felsenberg, Hermannshöhle fündig. Die verwilderte Fläche im Norheimer Dellchen machte er wieder weinbautauglich. Heute hat das Gut etwa 25 Hektar, nicht nur unter Rieslingreben. Weissburgunder und Grauburgunder, ausgebaut meist im grossen Holzfass, sind gute Ergänzungen. Schon die Basisweine machen viel Vergnügen, die Bandbreite reicht von knackig trocken über raffiniert fruchtig bis genial edelsüss. Auch Cornelius Dönnhoff ist ein Verfechter des traditionellen Holzfasses für den Ausbau. «Das ist die beste Kinderstube für Wein», weiss der Winzer, der mit charaktervollen, eigenständigen Weinen an die Erfolge des Vaters bei Wettbewerben anknüpft. Helmut Dönnhoff bekam dafür zuletzt zwei Auszeichnungen für sein Lebenswerk. Aber wichtiger war für den Senior wohl, dass er rechtzeitig für die Zukunft durch eine gründliche Ausbildung von Cornelius vorsorgte, zunächst im eigenen Betrieb, dann bei Joachim Heger am Kaiserstuhl. Danach absolvierte Cornelius die Techniker-Ausbildung in Bad Kreuznach. Es folgten diverse Auslandsaufenthalte in Australien (in der Riesling-Region Clare Valley) und in Neuseeland (Blenheim), ehe er 2007 die Verantwortung im Keller übernahm. 2015 erfolgte dann die komplette Übergabe. Involviert ist auch Cornelius’ Gattin Anne, die im Büro Regie führt.

Unsere Spitzenweine

Riesling Schlossböckel­heimer Felsenberg VDP.Grosses ­Gewächs

Die extreme Hanglage mit Felsentürmchen, nach Süden ausgerichtet, sorgt für eine lange Reifephase bei den Weinen, die im Ergebnis sehr elegant, druckvoll und vielschichtig sind, Feuerstein spüren lassen und am Gaumen lang präsent bleiben. Eines von fünf Gros­sen Gewächsen des Hauses.

Riesling Niederhäuser ­Hermannshöhle VDP.Grosses ­Gewächs

Die Hermannshöhle ist nicht umsonst die steuerlich höchstbewertete Lage im Gebiet. Sie ist bekannt für sehr komplexe, ausgeprägt mineralische Weine mit enormem Tiefgang. Die Grossen Gewächse aus dieser Flur sind wahrlich gross und verleiten zum Niederknien.

Riesling Oberhäuser Brücke Goldkapsel Auslese

In der Mini-Monopol-Lage (ein Hektar) in unmittelbarer Nähe der 1989 erbauten Leopold-­Brücke über die Nahe kann der Riesling auf uralten Reben extrem lang reifen. Deshalb ist die Flur prädestiniert für edelsüsse Wein wie dieses ­filigrane, ­rassige, brillante Kunstwerk.

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