Unique wineries of the World - Grande italia!

Cascina Castlèt

Text: Christian Eder, Fotos: FrancoBello, z.V.g., Free Vector Maps.com

Weine aus dem Herzen des Piemont

Jahrzehnte alte Rebstöcke haben ihre knorrigen Wurzeln tief in den kargen Boden getrieben, rundherum befinden sich Hügel mit Bauernhöfen und kleinen Dörfern. Hier, im Herzen des Piemont, im Astigiana und im Monferrato, liegt die Heimat der Barbera. La Barbera heissen die Traube und der Wein von alters her, im Gegensatz zu anderen piemontesischen Varietäten, die fast alle männlich sind. Damit wird ihrer Unkompliziertheit und ihrer Fähigkeit Tribut gezollt, fruchtbetonte, vollmundige Weine zu ergeben, ideale Begleiter zur klassischen Piemonteser Küche. Das Logo CCC – Cascina Castlèt Costigliole – ist seit bald 50 Jahren ein Synonym für hervorragende Barbera. Maria Borio, die Besitzerin, war damals eine Pionierin eines neuen Barbera-Stils: Die Basis dazu – fünf Hektar Nutzland in Costigliole d’Asti, die Hälfte davon mit Barbera-Reben bestockt – wurde ihr 1970 von ihrem Vater hinterlassen. Mariuccia – wie sie genannt wird – erneuerte die Rebberge und modernisierte den Keller, sie führte auch die grüne Lese, das Antrocknen der Beeren oder den Einsatz von erstklassigem Holz ein.1975 wurde das Ergebnis dieser Bemühungen, die Barbera Passum, erstmals gekeltert. Der Wein gilt bis heute als Vorreiter eines modernen Barbera-Stils. Das Besondere daran: Die Trauben werden angetrocknet, bevor sie abgepresst werden, eine Methode, die eine lange Tradition im Piemont geniesst und dem Wein Fülle und Charakter verleiht. Dem steht aber die Barbera d’Asti Superiore Litina kaum nach, durch dezenten Holzeinsatz abgerundet, fruchtig und langlebig. 

«Das ganze Potenzial unserer autochthonen Rebsorten haben wir noch lange nicht ausgeschöpft.»

Maria Borio 

Nicht nur der Barbera gilt die Liebe Mariuccia Borios: Mit der Uvalino hat sie eine rote piemontesische Rebsorte vor dem Vergessen bewahrt, aus der in ihrer Jugend restsüsse Festtagsweine gekeltert wurden. «An San Martino – dem 11. November – wurden die Trauben gelesen», erzählt sie. Über die Jahre ist die Rebsorte verschwunden, doch sie hat einige wenige Reben wiederentdeckt und in ihren Rebbergen neu gepflanzt. Aus diesem Forschungsprojekt, bei dem sie von der Universität und der Region unterstützt wurde, ist vor knapp 15 Jahren ein Wein entstanden: ein reinsortiger Uvalino, Uceline genannt, weil die Vögel (ital.: uccelli) die süssen Trauben lieben. Der Wein wird allerdings im Gegensatz zu seinen süssen Ahnen trocken ausgebaut, ist kraftvoll, reich an Tanninen und Resveratrol und sehr langlebig. Maria Borio ist überzeugt: «Das ganze Potenzial dieser urpiemontesischen Rebsorte haben wir noch lange nicht ausgeschöpft.» Aber jedem einzelnen ihrer Weine schenkt Maria Borio die Aufmerksamkeit, die er verlangt: «Es ist nicht wichtig, wie viele Hektar Weinberge wir besitzen», meint sie, «sondern, mit welcher Sorgfalt wir jeden einzelnen Rebstock pflegen.» Um die Schönheit der Landschaft betrachten zu können, empfiehlt sie, sich auf eine der drei überlebensgrossen Bänke des Künstlers Chris Bangle zu setzen, die rund um Costigliole in Panoramapositionen stehen: Sie wurden dem Jubiläum der 40. Weinlese des Passum gewidmet. 

Unsere Spitzenweine


Barbera d’Asti DOC Superiore Litina 2016
Grosstante Litina erhielt diesen Rebberg einst als Mitgift, und ihr wurde dieser Wein gewidmet. Die Trauben dieser Barbera werden im Oktober gelesen. Der Wein reift acht Monate in mittelgrossen Fässern. Intensives und langanhaltendes Bouquet nach Waldfrüchten und Vanille; angenehm weich und ausgewogen am Gaumen, endet lang und anhaltend.


 


Barbera d’Asti DOC Superiore Passum 2016
Die Trauben stammen aus alten Rebbergen mit sehr dichter Bestockung und werden in gut belüfteten, klimatisierten Räumen zum Trocknen ausgelegt. Der Ausbau erfolgt rund ein Jahr teils in Barriques aus französischer Eiche und teils in traditionellen mittelgrossen Holzfässern. Opulent im Bouquet ist der Wein nobel und samtig am Gaumen und erhält seine Harmonie und Eleganz durch die Tannine und die Säure. 


 


Monferrato Rosso DOC Uceline 2012
Die Weinlese findet in den letzten Oktobertagen statt, wenn die Uvalino-Trauben ihre volle Reife erreicht haben. Anschlies­send werden sie in einem gut belüfteten, temperaturkontrollierten «fruttaio» mehr als einen Monat angetrocknet, die Vergärung und der Ausbau erfolgen in Holz. Reichhaltiger Duft mit Noten reifer Früchte, würzig; warm und gut ausbalanciert am Gaumen, geprägt vom robusten Tannin, intensiv und lang. 


 

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