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Tenuta Sant’Antonio

Text: Christian Eder, Fotos: z.V.g., Free Vector Maps.com

Der Traum von vier Brüdern

Tenuta Sant’Antonio ist die Verwirklichung eines Traumes der Gebrüder Armando, Tiziano, Paolo und Massimo Castagnedi: 1989 haben sie auf dem elterlichen Weingut in San Zeno di Colognola ai Colli begonnen, das alte Reberbe des Valpolicella zu pflegen und daraus Weine zu keltern, die Terroir und Finesse kombinieren. Im Gebiet des Valpolicella bei Verona werden die Rotweine aus einer Traubencuvée aus Corvina, Corvinone, Rondinella und anderen autochthonen Rebsorten gekeltert. Daraus entsteht eine breite Palette an Weinen – vom frisch-fruchtigen Valpolicella über den opulenten Ripasso bis zum kraftvollen Amarone und zu dem Recioto aus Trauben, die drei Monate angetrocknet werden. Die Rebberge der Tenuta Sant’Antonio liegen bei Monti Garbi (garbi bedeutet im Dialekt: hart), sind zum Teil mit alten Reben, zum Teil mit Neupflanzungen bestockt und werden nach organischen Richtlinien bewirtschaftet: Für die Düngung wird zum Beispiel Pflanzenkompost verwendet, der durch den Abbau von organischem Material, Mikroorganismen und biologischem Hausmüll entsteht. Auch der Einsatz von Kupfer und Schwefel als phytopathologische Schutzmassnahme im Sommer wird stark verringert und durch die Verwirrmethode zur Schädlingsbekämpfung unterstützt.

«Wir wollten noch bessere, fruchtigere Weine produzieren, die auch noch natürlich und gesund sind.» 

Paolo Castagnedi

In der Vinifikation verwendet die Tenuta Sant’Antonio autochthone Hefen, die Temperatur des Weins wird konstant überwacht, und während sämtlicher Phasen der Verarbeitung wird Stickstoff als Antioxidans verwendet. Die Vermeidung des Zusatzes von Schwefel ist heute der Kern der Unternehmensphilosophie. «Wir haben 2004 damit begonnen, uns nach neuen Wegen umzusehen», erzählt Paolo Castagnedi, der Önologe, «und haben zuerst mit biodynamischen Methoden geliebäugelt. Aber vor allem die Vermeidung von Schwefel schien uns der richtige Weg, noch bessere, fruchtigere Weine zu produzieren, die auch noch natürlich und gesund sind.» Aber ohne ins Extrem zu verfallen, so Castagnedi: «Die Weine müssen trotzdem qualitativ hervorragend sein und Reifepotenzial besitzen.» So entstand 2009 die Linie Télos, die heute drei Weine umfasst, neben einem Bianco und einem Rosso auch einen Amarone. «Das war natürlich eine grosse Herausforderung», erzählt Paolo Castagnedi. «Weine ohne Schwefelzusatz besitzen zwar mehr Frucht, aber das Problem war immer die Stabilität. Das haben wir jedoch bald gelöst: Unsere Weine können selbst drei, vier Jahre Flaschenlagerung ohne Probleme vertragen.» Paolo Castagnedi empfiehlt aber auf jeden Fall, die Weine zu dekantieren: «Aufgrund des reduktiven Ausbaus brauchen sie Zeit, um sich zu öffnen.» Die Erfahrungen mit der Linie Télos haben sich bereits auf die gesamte übrige Produktion ausgewirkt: Alle Weine – vom weissen Soave bis zum Amarone Campo dei Gigli – werden heute möglichst natürlich und mit geringem Zusatz von Schwefel gekeltert. Für Paolo Castagnedi ist das auch der einzige Weg, heute Wein zu produzieren: «Auch wenn es anfangs schwierig war: Ich würde nie mehr wieder zum konventionellen Weinbau zurückkehren.»

Unsere Spitzenweine


Veneto IGT TÉLOS IL BIANCO 2017
Auf einer Meereshöhe von rund hundert Metern in der Gemeinde Colognola ai Colli wachsen die Garganega- und Chardonnay-Trauben für diesen Wein zum Teil auf der Pergola. Der Wein wird unter Einwirkung von Sauerstoff abgepresst und ohne Zusatz von Schwefel vinifiziert. Duftet nach Zitrusfrüchten, Salbei und Thymian; am Gaumen von der Säure belebt mit schönem Verlauf bis ins lange Fruchtfinale. Als Aperitif oder zu Meeresfrüchten. 


 


Valpolicella DOC Superiore TÉLOS IL ROSSO 2015
In den 350 Meter hoch gelegenen Rebbergen von Monti Garbi in der Gemeinde Mezzane di Sotto werden die Trauben für diesen Valpolicella Superiore gelesen: 70 Prozent Corvina, 20 Prozent Rondinella und der Rest (Croatina und Oseleta) werden Mitte September gelesen und unter Vermeidung von Sauerstoff vinifiziert, anschliessend reift der Wein für ein Jahr in 5 hl-Fässern (zum Teil neu, zum Teil gebraucht): intensive Nase nach getrockneten Veilchen und Kirschen, auch Rauchnoten; geschmeidig und ausgewogen am Gaumen, anhaltend fruchtig das Finale. 


 


Amarone della Valpolicella DOCG TÉLOS L’AMARONE 2012
Von den kalkhaltigen Böden der Rebberge von Monti Garbi stammen auch die Corvina-, Rondinella-, Croatina- und Oseleta-Trauben für diesen Amarone, die für rund drei Monate antrocknen, bevor sie (unter Vermeidung von Sauerstoff) vinifiziert werden. Der Wein reift 16 Monate in Fünf-Hektoliter-Fässern aus neuem Holz. Komplexe Nase nach Kirschen, Gewürzen, Graphit, Kakao und Vanille; überraschend weich am Gaumen, viel Schmelz und doch auch Schliff. Passt zu einem würzigen Lammbraten. 


 

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