Unique Wineries of the World

Weingut Davaz

Fotos: Michael Peuckert

Neue Visionen für die Herrschaft

Wer sich dem Weingut Davaz nähert, das zwischen Fläsch und Maienfeld majestätisch inmitten der Reben thront, spürt etwas von jenem «Neue Welt»-Feeling, das man allenfalls im kalifornischen Napa Valley oder im argentinischen Mendoza erwartet. Vor allem seit dem letzten grossen Umbau im Jahr 2014 empfangen die Winzer hier ihre Gäste in einem grosszügig-luftigen Ambiente. Der gepflegte, südlich anmutende Garten und der weite Ausblick über die Reben mit den Berggipfeln im Hintergrund verheissen eine Grosszügigkeit, die man sonst selten findet in der Bündner Herrschaft. Und der Vergleich mit der Neuen Welt ist gar nicht schlecht, denn tatsächlich wirkt die Familie Davaz hier zumindest in der «Neuen Welt von Fläsch».

Bis 1972 betrieb die Familie Davaz einen klassischen Hof mit Mischwirtschaft im alten Dorfkern von Fläsch. Das eine Hektar Reben, das sie damals besassen, verteilte sich auf 26 Parzellen. Alle befanden sich in der Fläscher Halde, der Toplage im Dorf. Im Zuge der damaligen Melioration (Güterzusammenlegung) gab die Familie ihr Reb- und Ackerland im Dorf auf und erhielt dafür jene knapp sechs Hektar Rebland im Fläscher Feld, welche die Grundlage für die Erfolgsstory des Weingutes Davaz bildeten. «Was wollt ihr denn da draussen in diesem Acker, da werden doch die Trauben niemals reif», hätten die Kollegen zu seinem Vater damals gesagt, erinnert sich Andrea Davaz. Doch aus heutiger Sicht war der damalige Entscheid goldrichtig. Die eine Woche Reifeunterschied zwischen der Halde und dem Feld sind in den Zeiten der Klimaerwärmung schon fast ein Vorteil. Viel wichtiger ist aber die Bodenstruktur. Im Gegensatz zu den von Schiefer geprägten Böden in der Halde dominieren im Feld kalkhaltige Lehmböden, was vor allem beim Pinot Noir ein Vorteil ist. «Die Pinots von hier sind höher in der Säure und tiefer im pH-Wert, was ein Garant ist für Finesse und Langlebigkeit», sagt Andrea Davaz. Sein weisser Top-Cru, der Chardonnay Gräba, reift dagegen in einem schieferhaltigen Terroir in der Fläscher Halde.

Inzwischen gibt bereits die dritte Generation im Weingut den Ton an. Marianne und Andrea Davaz haben einen grossen Teil der Verantwortung ihrem 26-jährigen Sohn Luca übergeben. Was bleibt, ist das burgundische Konzept des Betriebes. So gibt es den Pinot Noir in drei Qualitätsstufen. Der Uris ist ein eigentlicher Grand Cru und kommt aus der Topparzelle im Fläscher Feld, der etwas leichtere Grond entspricht einem Premier Cru, und die Basis bildet der Fläscher, ein klassischer Village-Wein. Auch Letzterer hat übrigens nichts mehr mit dem einstigen Beerliwein zu tun, sondern ist ein substanzieller Pinot mit Saft und Kraft. Denn auch bei der Weinbereitung zieht das Davaz-Team heute alle Register: Kalte Maischenstandzeiten vor der Gärung, eine teilweise Vinifikation mit den Rappen und der gekonnte Ausbau in Barriques aus ausgewählter französischer Eiche sind nur einige Elemente aus dem Repertoire dieses Vorzeige-Weingutes, das heute zu den besten Botschaftern der Bündner Herrschaft gehört.

Drei Spitzenweine

Chardonnay Gräba 2017

Selektion aus schieferhaltigem Terroir, klassisch im Holz vinifiziert. Agrumen, florale und auch mineralische Noten, dezente Würze. Im Gaumen geradlinig und frisch, gleichzeitig aber auch cremig, saftige Säure. 2019 bis 2026.

Pinot Noir Grond 2017

Ein Anteil «Macération Carbonique» verleiht diesem Pinot viel Frucht und Frische. Aromen von roten Beeren, unterlegt von kräuterwürzigen Noten. Auch im Gaumen fruchtbetont und sehr ausgewogen. 2019 bis 2025.

Pinot Noir Uris 2017

Teilweise mit den Rappen vergoren. Vielschichtige Aromatik mit Waldbeeren, Kirschen und Pflaumen, unterlegt mit floralen und würzigen Noten. Im Gaumen getragen von einer saftigen Säure und feinkörnigem Tannin. 2019 bis 2027. 

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