Sechs Lieblinge | März 2018

Schatzkiste

Sechs VINUM-Redakteure und ihre autochthonen Lieblinge.

Eclipse Mavrodaphne 2014

Knoll | Duftig

Gentilini | Kefalonia, Griechenland | 13 Vol.-%

Mavrodaphne steht in Griechenland eigentlich für einen leicht gespriteten, dunkelroten Likörwein mit etwa 15 Vol.-%. Doch aus der gleichnamigen Sorte lässt sich auch ein trockener Rotwein keltern. Das ambitionierte Weingut Gentilini auf der westgriechischen Insel Kefalonia demonstriert das mit dem nach Bitterschokolade, Mandeln und Minze duftenden, eleganten und vielschichtigen «Eclipse» (Finsternis) mit reifen, weichen Gerbstoffen. Davon werden pro Jahr rund 2500 Flaschen gefüllt. 

15,90 Euro | *www.kantos.ch
 

Bourgogne Aligoté AOC 2015

Pensel | Prächtig

Benoît Ente | Burgund, Frankreich | 12,5 Vol.-%

Mit Crème de Cassis ergeben Weine der Sorte Aligoté den berühmten Aperitif Kir. Dieser Wein ist dafür zu schade: Selbstbewusst und von schlichter Eleganz steht er absolut für sich selbst. Seine trockene Natur vereint sich mit blumig-fruchtigen Aromen und erfrischt mit zarten Zitrustönen. Am Gaumen lebendig mit feiner Säure, danach geprägt von Steinobst, Apfel und einer intensiven Mineralität. Der langanhaltende Abgang wird dann von feinen Salznoten getragen.

16.80 Franken | www.moevenpick-wein.com
 

Guiseppe Sedilesu

Dülligen | Würzig

Riserva 2010 | Cannonau Di Sardegna, Italien | 15,5 Vol.-%

Wer war zuerst: Garnacha oder Cannonau di Sardegna? Spanier und Italiener proklamieren den Ursprung der Sorten, die miteinander verwandt sind, jeweils für sich. Angesichts des Duftes des rubinroten Riserva, wird der Experten-Streit zunehmend belangloser: Salbei und getrockneter Majoran mischen Räuchernuancen auf, nach einer Weile im Glas dringen Waldbeer-Akzente durch das salzige Kräuterbeet. Und auch der Gaumen wird mit würzigen Johannis- und Preiselbeeren bespasst. 

64 Franken | www.dmvini.ch
 

Orleans 2015

Richards | Lebendig

Weingut Georg Breuer | Rheingau, Deutschland | 12 Vol.-%

Wie so oft überschneiden sich die Geschichten, wenn es um die Herkunft von Rebsorten geht. Vielleicht brachte tatsächlich Karl der Grosse mit seinem Tross den Orleans an den Rhein. Die weisse Sorte war im 18. und 19. Jahrhundert im Rheingau äusserst beliebt. Doch dann brach ihr die hohe Säure das Genick. Den Geschichtsfaden um den Orleans nahm die Familie Breuer vor rund 15 Jahren wieder auf. Das Ergebnis ist ein frischer, tänzerischer Wein mit Aromen nach  Apfel, Wiesenkräutern und Nuss. 

47 Euro | *www.peterkuhnweine.ch
 

Plant Robert 2016

Harreisser | Saftig

Domaine Potterat | Lavaux, Schweiz | 13,8 Vol.-%

Plant Robert ist eine fast in Vergessenheit geratene Rebsorte. Die Legende besagt, dass der Name vom französischen «dérober» (stehlen) kommt und die Rebe im 19. Jahrhundert auf einem Karren von Dôle ins Waadtland gebracht wurde. Ein Verwandter des Gamay, der von einer kleinen Gruppe von Winzern kultiviert wird. Tiefrot im Glas, entwickelt er an der Luft feine Kirschnoten, ist voll, ohne breit zu sein. Feine Gewürze wie Piment, im Abgang auch pfeffrige Noten. Ein absoluter Charakterwein!

21 Franken | ab Hof | www.vins-potterat.ch
 

Ben Ryé 2015

Geiger | Sanft

Passito di Pantelleria DOC | Sizilien, Italien | 14,5 Vol.-%

Pantelleria. Das Eiland zwischen Sizilien und Tunesien beheimatet die Zibibbo-Traube, eine Muskateller-Varietät mit dicker Beerenschale, die Hitze und Wind trotzt. Nach der Ernte werden die Trauben für den Ben Ryé – das bedeutet Sohn des Windes – an der Sonne getrocknet. Das Elixier duftet nach fleischigen Aprikosen und einem Hauch von Karamell. Es rollt geschmeidig über die Zunge, die Süsse stützt eine saftige, animierende Säure. Zu Mandelgebäck wie ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht.

60 Franken | ab Hof | www.vinisacripanti.ch
 
* Händler führen in ihrem Sortiment Weine dieses Produzenten.

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