Sommeliers Rat

Muss guter Bordeaux teuer sein?

Das Image des Bordelais als teure Luxus-Weinregion ist nur teilweise richtig. Natürlich kommen einige der teuersten Weine der Welt von dort, die Flaschenpreise im oberen drei- bis vierstelligen Bereich erzielen. Es wird aber oft vergessen, dass es sich dabei um nur 50 bis 60 Châteaux handelt, die einen Bruchteil der etwa 120 000 Hektar Rebfläche bewirtschaften. Den Unterschied bei diesen Weinen macht letztendlich das Terroir – perfekte Bedingungen herrschen eben nicht überall. Dementsprechend exklusiv sind die Weine, und die Nachfrage ist gross. Die Preise und vor allem die jährlichen Preisunterschiede sind oft absurd. Von einem Jahr zum anderen steigt oder sinkt der Flaschenpreis teils im dreistelligen Bereich. Schuld daran sind letztlich die Jahrgangsbewertungen der Weinpresse und die daraus resultierenden spekulativen Geschäftsmöglichkeiten. Die Unterschiede zwischen den Jahrgängen sind oft marginal und machen sich erst Jahrzehnte später bemerkbar. Aber wer lagert seine Weine heute schon 30 Jahre? Für knapp 20 Franken (circa 15 Euro) findet man ehrliche Crus Bourgeois, die ihr Geld mehr als wert und durchaus lagerfähig sind – Weine, die locker 15 Jahre reifen können. Für nur etwas mehr, nämlich 35 Franken (circa 30 Euro), bekommt man Weine aus dem Fronsac, die blindverkostet durchaus in der Preisklasse eines über 100 Franken (circa 85 Euro) teuren Pomerol mitspielen können – der Moulin Haut-Laroque beispielsweise. Etwa zwischen 20 und 60 Franken (15 bis 50 Euro) findet man Weine, die ihrem Preis gerecht werden.

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