Sommeliers Rat

Schwarzriesling-Revival

Im deutschen Weinbaugebiet Württemberg ist Schwarzriesling ja eine der wichtigsten Rebsorten. Doch seit ich in der Schweiz lebe, da höre ich oft: Bei euch zu Hause wächst kein anständiger Wein. Dabei ist der Schwarzriesling die dritte Traubensorte, neben Chardonnay und Pinot Noir, die bei der Champagnerherstellung verwendet wird. Um Stuttgart herum trinkt man den im Französischen als Pinot Meunier bekannten Wein am liebsten als Schoppen in der Literflasche. Ein paar Erzeuger, wie die Lauffener Weingärtner, bemühen sich aber auch beim Schwarzriesling um Qualität. Eine Jungwinzerinitiative namens Vinitiative hat 2015 die Trauben des Schwarzrieslings bei 100 Grad Öchsle in Vollreife gelesen. Ausgebaut wurde er reinsortig, spontan und im neuen französischen Barrique. Im Sommer habe ich den Wein zum ersten Mal verkostet, und in einer Blindprobe von Pinot Noir schnitt er als Pirat erstaunlich gut ab. Die Mär vom einfachen Schwarzriesling wurde damit endlich widerlegt. Die Sorte gehört für mich klar zu den alten Klassikern, die es heute neu zu entdecken gibt – auch in höheren Qualitätsstufen. Besonders freue ich mich, dass ich meinen Schweizer Gästen schon bald diesen Wein als Sonderabfüllung «Selection Tobias Hess» werde ausschenken können. Der Schwarzriesling begleitet nämlich hervorragend Wildgericht, aber auch Lamm. Vor allem seine würzige Art, die oft an weissen Pfeffer erinnert, passt gut zu Rosmarin und Thymian – zwei Kräutern, die bei Lamm gerne verwendet werden.

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