VINUM geht aus

Neusiedl am See

Kühles Nass

Es gibt nicht sehr viele Lokale, zu denen man bis etwa fünf Meter vor die Terrasse hinsegeln kann. Oder, wie jetzt, auf Schlittschuhen hinfährt. Und natürlich kann man sich der «Mole West» in Neusiedl am See auch profan auf dem Landweg nähern. Doch nähern sollte man sich ihr auf alle Fälle, sollte man im nördlichen Burgenland sein und Lust auf ein Glas Wein haben. Das geradlinige Gebäude aus Holz, Glas und ein paar Stahlträgern steht auf Stelzen am Strand im Neusiedler Seebad, ist Bar und Restaurant in einem und sommers wie winters geöffnet. Den Slogan der Homepage «Wenn ich den Seeseh’, brauch ich kein Meer mehr» unterschreibt man spätestens, wenn man dort einmal einen Sonnenuntergang erlebt hat, egal zu welcher Jahreszeit.

Die «Mole» eröffnete im Frühjahr 2004 und wurde in der gleichen Sekunde zum Hotspot der It-Crowd, möglicherweise auch mangels anderer schicker Lokalitäten, von denen es mittlerweile doch mehrere gibt. Weinmässig schöpfen sie hier aus dem Vollen: Gols, einer der wichtigsten Rotweinorte Österreichs, und der Seewinkel liegen um die Ecke, während das Leithagebirge mit seinen mineralischen Rot- und Weissweinen den Hintergrundprospekt stellt. Bei den glasweise ausgeschenkten Weinen liegt das Hauptaugenmerk auf Newcomern und Winzern aus der nächsten Umgebung. Auf der Weinkarte, für die Bernd Karolyi, Geschäftsführer und einer von drei «Mole»-Besitzern, verantwortlich ist, findet sich schwerpunktmässig zunächst alles, was im Burgenland Bedeutung hat, ergänzt durch Weisses aus Niederösterreich und der Steiermark. Dass man diese Weine auch als reifere Jahrgänge serviert bekommt, muss man allein deshalb hervorheben, weil dies für Österreichs Gastronomie nicht selbstverständlich ist – und noch viel weniger für Szenelokale. Küchenchef Wolfgang Ensbacher hat an ersten Adressen wie dem «Steirereck» gearbeitet. Auch wenn er seinen Kochstil international ausrichtet, darf man mit einem kräftigen Touch Burgenland rechnen. Und dass sich das früher etwas sehr schmissige Personal mittlerweile darauf beschränkt, einfach freundlich und zurückhaltend zu sein, wird selbst in Gourmetführern positiv zur Kenntnis genommen. Es ist übrigens nicht notwendig, über alle Runden zu dinieren, um die Location geniessen zu können. Ein Frühstück oder ein nachmittäglicher Snack tut es mindestens genauso.

Einen besonderen Reiz hat die «Mole West» im Winter. Wenn der Neusiedlersee zufriert und sich dank dem Licht und der Weitläufigkeit in die reizvollste Eisfläche des Landes verwandelt, ist sie ein feiner Anlaufpunkt, um sich nach den Freuden und der Kälte des Eises mit einem guten Glühwein zu erwärmen.

www.mole-west.at

Seegelände 9
7100 Neusiedl am See

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