Hotspot Zürich

Vini Vergani

«Oha, eine neue Weinzeitschrift!», denkt man, wenn man das erste Mal das «Vergani»-Magazin in den Händen hält. Nichts deutet daraufhin, dass das hochwertige und durchgestylte Printprodukt von einem Weinhändler herausgebracht wird. Vergeblich suchen wir nach Hinweisen auf Rabatte oder nach entlarvenden Werbetexten, nicht mal ein Bestellcoupon ist zu finden. «So eine Werbebroschüre würde zu uns nicht passen», sagt Gianni Vergani, der mit seinem Bruder Luca und seiner Schwester Flavia die fünfte Generation im Unternehmen verkörpert. Familie Vergani weiss, wie man als Weinhändler in Zürich langfristig Erfolg hat – mit marktschreierischer Werbung und Rabatten sicher nicht. «Vergani dal 1892» steht auf dem Cover des Magazins. Mehr als 120 Jahre alt ist das Traditionsunternehmen also. Das Editorial zum Thema «Die Tradition von morgen» ist natürlich vom Chef persönlich – Reto Vergani – verfasst. Im Magazin sind neben Reportagen über die italienischen Weinregionen und Porträts der Vergani-Winzer sowie der belieferten Restaurants auch Fotos des alljährlich stattfindenden Fests «Vino e Pane» zu finden, aufgenommen von Flavia Vergani selber. Dieser Event erinnert mehr an ein Quartierfest als an eine Präsentation eines Weinhändlers, und ebenso familiär geht es bei den legendären Dinners «Tavola della Nonna» im Gewölbekeller des Weinladens zu.

Gianni Vergani war sich lange nicht ganz sicher, ob seine Familie nicht vielleicht doch etwas zu grosszügig mit den Kunden ist, indem sie ihnen ein teures Magazin druckt oder sie für wenig Geld bewirtet. Bei den Essen im Gewölbekeller verkündet sein Vater beispielsweise, dass jeder so viel Grappa trinken könne, wie er wolle, man müsse einfach die schmale Wendeltreppe noch selbstständig hochkommen. Und so hat sich die «Famiglia Vergani» auf den Kompromiss geeinigt, jedem Gast im Gewölbekeller einen Teil des Eintrittspreises in Gutscheinen für den Laden zurückzugeben. Der Mix aus italienischem Selbstbewusstsein, schweizerischem Understatement und familiärer Gastlichkeit ist es, der Familie Vergani für Zürichs Weinszene unverzichtbar macht.

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