19.06.2020

CHEERS WITH HEIKO FESER Nackter Wein aus verbotenen Früchten aus dem Wildtal (Baden) Online-Tasting

Eine Weinverkostung in der Weinerei steht dafür gerade, dass keiner mehr mit Durst die Weinerei wieder verlässt. Online ist das schwierig zu verfolgen, doch was wir versprechen können ist eine Geschmacksvielfalt, die nix mit den Traditionsweinen Badens gemein hat. Da wir keinem roten Faden folgen oder uns gar ein Konzept überlegt haben entsprechen wir ganz dem Sinn und Zweck des Weintrinkens in der Weinerei: es gibt keinen Plan, kein Ziel, keine in sich stimmigen Beweisführungen oder nachvollziehbare Überprüfungsmöglichkeiten der Verifizierung bzw. Falsifizierung des Gesagten. Kurzum: Brot und Spiele, die mit jedem Wein eine Hingabe entfacht, die gerne außer Kontrolle gerät.

HEIKO FESER
WEINEREI DR. FESER

So beschreibt uns Chilli - das Freiburger Stadtmagazin: "Nackte Weine aus verbotenen Früchten: Weinerei Dr. Feser aus dem Wildtal setzt auf Extrem-Ökoweinbau. Pflanzenschutzmittel, Herbizide oder Kunstdünger sind für Heiko Feser Fremdworte. In seinem Weinberg im Wildtal kreucht und fleucht es vor Insekten, da wachsen Grün-Düngungspflanzen zwischen den Reben und mittendrin steht der Winzer mit seiner Hacke – verschwitzt, verdreckt und verstochen. Feser betreibt Öko-Weinbau in seiner extremsten Form. Möglich machen das seine sogenannten Piwis – pilzwiderstandsfähige Rebsorten, die nicht gespritzt werden müssen. Feser versteht es, seine Kunden neugierig zu machen. Seine Weine tragen geheimnisvolle Namen wie „Orakel“, „Mata Hari“ oder „Noir Désir“. Nicht nur die Namen der Weine, auch ihre Herstellung bedarf der Erklärung. An den Einzelhandel liefert der einstige Quereinsteiger daher nicht. Ein einfacher Tafelwein für zehn Euro, aus einer Traube, von der noch nie jemand gehört hat, wäre sicher ein Ladenhüter. Doch im Direktverkauf ist die Nachfrage deutlich höher als Feser mit seinen rund 5.000 Litern im Jahr bedienen kann. Seine Fläche will er trotzdem nicht erweitern. Mitarbeiter einzustellen, wäre ihm ein Graus. Statt Maschinen setzt er Sense und Hacke ein. „Mein Weingut ist eine Riesen-Spielwiese, auf der ich mein Wein-Faible ausleben kann“, sagt Feser, der nach jahrelangem Aufenthalt bei einem Indianerstamm am Amazonas zum Weinbau gekommen ist, und fügt grinsend hinzu: „Ich habe nur angefangen, zu verkaufen, weil ich irgendwann nicht mehr alles allein trinken konnte – obwohl ich mich sehr bemüht habe.“

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