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Leicht, aber keine Leichtgewichte – frische Weiße für den Frühling

Text: Harald Scholl, Fotos: Simone Mathias

«Der Frühling (auch Frühjahr oder Lenz) ist eine der vier Jahreszeiten. In den gemäßigten Zonen ist er die Zeit der erwachenden und sprießenden Natur», weiß das Lexikon über den Frühling. Na dann, lassen Sie sich von unseren leichten Weißweinen wachrütteln und ersprießen, das Zeug dazu haben sie.

Ja, der Frühling, diese Jahreszeit, in der wir Menschen aus dem Winterschlaf zu kommen scheinen und wieder ans Licht streben. Die Sehnsucht nach frischem Grün wird unwiderstehlich, es drängt uns in die Natur, jeder noch so zarte grüne Halm wird mit Begeisterung aufgenommen. Und auch in den Gläsern scheinen wir uns umzustellen. Waren in den Wintermonaten noch die gehaltvollen und wärmenden Roten gefragt, kann es im Frühling gar nicht leicht und frisch genug sein. Im Glas und natürlich auch auf dem Teller. Junges, zartes Gemüse lockt, feine Salate und natürlich der Spargel, das Symbol für Frühling und leichte Küche. Alles selbstverständlich begleitet von den passenden Weinen, frisch, jugendlich, nicht belastend, moderat im Alkohol. Eben die perfekten Weine zur frühlingshaften Küche.
Zwei gelungene Jahrgänge in Folge.

Zum großen Glück für den Weinfreund haben die württembergischen Winzer zwei hervorragende Jahrgänge hintereinander in den Keller gebracht. Sowohl 2018 wie auch 2019 brachten ungewöhnliche gesunde und reife Trauben, entsprechend hochwertig sind die daraus entstandenen Weine. Es bleibt damit dem Weinfreund überlassen, ob er auf den jugendlichen Schwung und Elan der frisch gefüllten 2019er setzt oder die erwachseneren, mehr in sich ruhenden Weine aus 2018 ins Glas schenkt. Wir haben Weine aus beiden Jahrgängen verkostet. Es zeigte sich deutlich, dass die objektive Qualität in beiden Jahren einwandfrei war, es am Ende also eine Frage der persönlichen Vorlieben bleibt, was genau im Glas landet. In jedem Fall stehen alle Weine blitzblank und aromatisch im Glas. Ganz besonders gut schmeckt man das bei den Bouquetrebsorten, also bei Riesling, Rivaner, Bacchus und den Traminer-Sorten. Sie sind besonders empfindlich gegenüber sogenannten Fehltönen, also Aromen, die den Genuss in irgendeiner Weise stören. Davon kann 2018 und 2019 aber keine Rede sein, sortenrein und ansprechend, immer mit dem richtigen Verhältnis von Süße und Säure, von Körper und Trinkfreude. Das machte auch dem Verkosterteam viel Freude. Johannes B. Bucej, studierter Philosoph und als Autor seit Jahren im Verkosterteam des «VINUM-Wineguides Deutschland», lobte «die Reintönigkeit und Trinkfreudigkeit» der Weine. Für Shukri Nura, den Hausherren und Gastgeber der Verkostung, ist die «kundenfreundliche Preisgestaltung und regionale Verfügbarkeit» ein wichtiges Argument. Patrick Hilligardt ist Winzersohn aus Württemberg, ausgebildet als einer der ersten German Wine Professionals, und arbeitet bei der Wein Heimat Württemberg. Die «perfekte Reife aller Weine» hatte es ihm angetan. Die Jahrgänge 2018 und 2019 waren eben ein wirkliches Geschenk der Natur. Für den noch jungen Weinsammler Yannick Scholl war der Variantenreichtum der Weine eine Freude, dazu «kocht es sich fast von allein», so der begeisterte Hobbykoch. Was alle Verkoster auf ihren Verkostungszetteln notierten, war die besondere Freude an den etwas ruhigeren und reiferen Weinen aus 2018. Mit der leichten Reife auf der Flasche sind diese Weine ausgesprochen gut bei Tisch geeignet. Denn wenn es im Frühjahr darum geht, auch etwas kräftigere Speisen angemessen zu begleiten, sind leicht gereifte Weine – ganz besonders aus Weißburgunder oder Riesling – die geeignete Wahl für die feine Tafel. Ein zartes Stück Fleisch, vielleicht eine Hühnerbrust, sanft gebraten mit sahnigen Morcheln, sind ein Paradefall für eine solche Weinbegleitung. Überhaupt boten sich passende kulinarische Assoziationen zu fast allen Weinen an. Wen wundert es, mit ihrer frischen und leichten Art sind diese Weine einfach wie geschaffen, um den Geist zu beleben. Einfach sehr inspirierend und appetitanregend. Die schönsten und inspirierendsten Weine stellen wir im Folgenden vor.

Interview

Shukri Nura
Filialleiter tegut Schwäbisch-Gmünd

Herr Nura, einen modernen, hellen und freundlichen Supermarkt haben Sie da. Auffällig für uns natürlich die umfangreiche Weinabteilung. Welchen Stellenwert hat denn Wein grundsätzlich in Ihrem Sortiment?

Wie Sie selber sehen, einen wirklich hohen! Wir haben insgesamt rund 450 Weine im Angebot, davon rund ein Drittel regionale Weine. Das ist eine sehr ordentliche Range, um allen Geschmäckern und Kundenwünschen nachkommen zu können – vom gelegentlichen Weintrinker bis hin zum absoluten Weinkenner.


Wie wichtig sind Ihnen die Weine aus der schwäbischen Nachbarschaft, genauer die Weine aus Württemberg?

Regionale Produzenten bzw. regionale Produkte gewinnen bei den Verbrauchern immer mehr an Bedeutung. Regionale Produkte haben kürzere Transportwege – die Lebensmittel sind dadurch frisch und der Energie- und Rohstoffverbrauch ist geringer. Durch die Förderung der regionalen Erzeuger werden die Einkommen der lokalen Landwirte bzw. Winzer gesichert. Hinzu kommt, dass unsere Kunden natürlich ein gewisses Vertrauen in regionale Produkte haben. Sie kennen natürlich die Weine aus der Nachbarregion und unterstützen diese gern. Wir führen zum Beispiel Weine aus der Weinmanufaktur Untertürkheim, aus den Fellbacher Weingärten und dem Cannstätter Zuckerle. 

Was zeichnet Ihrer Meinung nach die Weine der Württemberger Genossenschaften besonders aus?

In erster Linie natürlich die Qualität! Egal, ob süß und fruchtig oder als Rebsortenwein – die Qualität ist das Ausrufezeichen der Württembergischen Genossenschaften. Das hat sich ja auch bei der Verkostung in unserem Markt gezeigt. Es ist überhaupt kein Problem, den passenden Wein für jeden Weinfreund und jeden gewünschten Geschmack zu finden, der zum individuellen Budget passt, das man für seinen Lieblingswein ausgeben möchte.

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