Schweizer Neuwinzer
Fahrlehrer macht Wein bei Bern

Text: Alice Gundlach | Veröffentlicht: 24.08.2026
Peter Herren lebt in Thörishaus, rund acht Kilometer vom Berner Stadtzentrum entfernt. Ursprünglich ist er gelernter Landwirt und Gemüsegärtner, später schulte er um auf Fahrlehrer. In diesem Jahr ist er als Neuwinzer mit den ersten Weinen seines Weinguts «3174 Thörishaus» durchgestartet – die auch schon direkt Auszeichnungen bekamen.
Erster Jahrgang 2025
Im Frühjahr 2023 pflanzte Herren seine ersten Reben an, 2025 konnte er die ersten Trauben ernten und zu Wein machen. Für ihn ausgebaut hat den Wein der Winzer Lorenz Hämmerli aus dem Berner Seeland. Die Zusammenarbeit sei «ein Glücksfall.»
Direkt zweimal «Berner Wein des Jahres»
Denn schon der erste Jahrgang kam gleich sehr gut an: sein Rosé und sein Sauvignac wurden direkt beim jährlichen Wettbewerb «Berner Wein des Jahres» als «Bester Piwi-Wein» und als «Bester Rosé» des Kantons ausgezeichnet.

Gute Lage ausgesucht
Wie er zum Weinanbau kam? «2015 pflanzte unser Nachbar in der gleichen Lage wie unser Betrieb eine Parzelle Reben an. Als Gemüsegärtner verfolgte ich diesen Anbau intensiv», berichtet Peter Herren. Da habe er erstmals den Wunsch entwickelt, auch Wein anzubauen. «Verschiedene Abklärungen haben ergeben, dass sich unser Betrieb dazu sehr gut eignen würde. Der Hang weist im Durchschnitt eine Neigung von ca. 30 Prozent auf und ist gegen Süden ausgerichtet.»
Weissweine und Rosé
Heute baut Herren auf 1,9 Hektar Riesling-Silvaner (in Deutschland besser bekannt als Müller-Thurgau), Pinot Noir und die Piwi-Sorten Sauvignac und Divico an. Aus den beiden weissen Sorten macht er rebsortenreine Weine, die roten Trauben werden bisher ausschliesslich zu Rosé. In ein paar Jahren, wenn die Reben kräftiger sind, will er auch einen Rotwein produzieren.
«Baff» wegen hoher Bewertungen
Mit den Top-Bewertungen für seinen ersten Jahrgang habe er nicht gerechnet. Seine Reben seien jung und wurzelten deshalb noch nicht tief. «Sie können nur teilweise die für die Qualität wichtigen Mineralien aus dem Boden holen. Dass wir trotzdem ganz vorn dabei sind, macht mich richtig baff.»
Zweite Lese steht kurz bevor
Bald holt auch schon den zweiten Jahrgang ein: Am 4. September, berichtet er, werde er mit der Lese des Jahrgangs 2026. Wie beim ersten Jahrgang wieder mit dabei seien, neben ein paar Profis, viele Freiwillige aus dem Dorf. «Die Trauben sehen schon sehr schön aus, ich habe sie zum richtigen Zeitpunkt bewässert. Und die Pflege war einfach, weil es so trocken war.»
Und natürlich wird er auch im nächsten Jahr wieder beim Berner Wein-Wettbewerb teilnehmen.