Nur knapp 34 Millionen Hektoliter

Frankreich erwartet kleinste Weinernte seit 1957

Text: Alice Gundlach | Veröffentlicht: 16.09.2026


Frankreich steht 2026 vor der kleinsten Weinernte seit fast 70 Jahren. Nach einer ersten Schätzung des Statistikdienstes des französischen Landwirtschaftsministeriums Agreste dürfte die Erntemenge in diesem Jahr bei lediglich 33,9 Millionen Hektolitern liegen. Damit würde sie sogar das bereits aussergewöhnlich niedrige Niveau des Vorjahres unterschreiten.

Heisser Sommer lässt Ertrag schrumpfen

Als Gründe für den erneuten Rückgang nennt Agreste vor allem die Wetterbedingungen. Ein besonders heisser und trockener Sommer setzte den Reben in zahlreichen Anbaugebieten zu. Temperaturen von mehr als 40 Grad führten zu ausgetrockneten Böden, Sonnenbrand und Blattverlust. 

Viele Rodungen

Hinzu kommt der anhaltende Rückgang der Rebfläche. In Frankreich wurden in den vergangenen Jahren zehntausende Hektar Weinberge gerodet. Für 2026 sind im Rahmen des staatlichen Rodungsprogramms rund 28.000 Hektar vorgesehen.

Höchstwerte in den 60ern und 70ern

Zum Vergleich: 1957 wurden in Frankreich 32,5 Millionen Hektoliter Wein erzeugt. In den 1960er und 1970er Jahren erreichte die Produktion mit 60 bis 75 Millionen Hektolitern ihre höchsten Werte der Nachkriegszeit. In den folgenden Jahrzehnten lag die Erntemenge meist zwischen 50 und 70 Millionen Hektolitern, allerdings mit rückläufiger Tendenz. Zwischen 2011 und 2020 führten Frost, Hagel, Trockenheit und andere Wetterextreme dazu, dass die Ernten nur noch 40 bis 50 Millionen Hektoliter erreichten.

Anhaltend fallende Tendenz

2021 sank die Produktion nach schweren Frühjahrsfrösten erstmals seit 1957 wieder unter die Marke von 40 Millionen Hektolitern. 2022 und 2023 wurden dagegen wieder mehr als 45 Millionen Hektoliter erreicht. Seit 2024 geht die Erntemenge jedoch erneut deutlich zurück: Auf 36,3 Millionen Hektoliter im Jahr 2024 folgten 35,9 Millionen Hektoliter 2025.

Vor allem Champagne, Burgund und Loire betroffen

Mit den für 2026 erwarteten 33,9 Millionen Hektolitern würde Frankreich einen neuen Tiefstand erreichen. Dabei fällt die Entwicklung regional sehr unterschiedlich aus. Besonders stark trifft der Rückgang die Champagne: Dort wird eine Ernte erwartet, die nur etwa halb so gross ausfallen könnte wie 2025. Auch im Burgund und an der Loire rechnet Agreste mit deutlichen Einbussen. In Bordeaux und im Languedoc-Roussillon zeichnet sich dagegen gegenüber dem Vorjahr eine gewisse Erholung ab.

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