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Weingut Kollwentz

Text: Rudolf Knoll

  • Das Holzfass spielt eine bedeutende Rolle im Weinkeller.
  • Andi Kollwentz
  • In solchen Fluren wachsen grosse Weine heran.

Der Herr der Rieden

 

Er ist ein besonderer Herr der Rieden (Lagen). Diese befinden sich in rund 15 Kilometer Luftlinie vom Neusiedlersee auf den Fluren der Ortschaft Grosshöflein. Sie heissen Gloria, Tatschler, Point, Katterstein und Setz und werden von Winzer Andi Kollwentz mit schon fast extremer Sorgfalt gepflegt. Die Reben, die hier wachsen, wurden mit viel Überlegung, gepaart mit einer beachtlichen Summe an Erfahrung, so ausgesucht, dass jede Sorte perfekt passt und sich bei Geniessern sofort eingeprägt hat, dass zum Beispiel Gloria und Chardonnay oder Point und Blaufränkisch sowie der Steinzeiler mit der Cuvée Blaufränkisch, Cabernet Sauvignon und Zweigelt gewissermassen eine Einheit sind und im Geschmack fast märchenhaft anmuten, mit viel Ausgewogenheit, Tiefgang, reichlich Feinheiten und beachtlicher Länge im Abgang. Der 49-jährige Winzer setzt die eigenen Ansprüche hoch. Es kann passieren, dass in einem schwierigen Jahr wie 2010 einige der Topweine nicht erzeugt werden. «Wir machen ausschliesslich Handlese», erklärt Andi Kollwentz.

«Wir pflegen den Weingutsgedanken in der reinsten Form: eigene Weinberge, eigene Trauben, eigener Wein.»

Andi Kollwentz Eigentümer

«Hier können wir gründlich selektionieren und in passenden Jahren auch die Weichen für edelsüsse Weine stellen, die aber bei uns allenfalls ein Prozent der Ernte ausmachen. Grundsätzlich legen wir Wert auf perfektes Traubenmaterial.» Die Jungweine bekommen beim Ausbau Zeit, manchmal zwei und mehr Jahre. Sie liegen, mit Ausnahme eines im Edelstahl gereiften Rosé, alle im grossen oder kleinen Holzfass.

Ein Vorbild für den ambitionierten Winzer sind namhafte Bordelaiser Châteaux. Denn nach dem Besuch der Klosterneuburger Weinbauschule machte er einige prägende Praktikas in Bordeaux, fand aber trotzdem nach seinem Einstieg in den Betrieb vor rund 25 Jahren einen eigenständigen Stil und orientierte sich hier an einem noch grösseren Vorbild, nämlich Vater Anton, der mit seinen mittlerweile fast 79 Jahren immer noch mit dem Traktor im Weinberg unterwegs ist und die Basis für die heutige Bedeutung des Weingutes legte. Der Senior übernahm den elterlichen Betrieb 1966 und schwamm, mit Unterstützung von Gattin Margarete, gegen den damals üblichen Strom der süssen burgenländischen Weine mit herben, schlanken und auch gehaltvollen Gewächsen an. Mit viel Erfolg.

Mit der Zeit avancierte Anton Kollwentz zum Vorbild für die Branche. Heute gilt er als einer der Väter des österreichischen Weinwunders. Im Lauf der Jahre bekam er jede Menge (verdienter) Auszeichnungen und konnte 1995 ein grosses Ziel realisieren, nämlich einige der besten burgenländischen Betriebe im Verein Renommierte Weingüter Burgenland (RWB) zu vereinen. Andi, dem Gattin Heidi an der Verkaufsfront zur Seite steht, ist glücklich über die aktuelle Situation: «Wir haben ein Luxusproblem. Da wir nur Toplagen besitzen, ist es uns praktisch unmöglich, einfachere Weine zu machen.»

Unsere Spitzenweine

 

Blaufränkisch Leithakalk 2014

Wein aus den drei Rieden Haussatz, Point und Setz mit kalkhaltigem Lehmboden. Der Wein von der traditionsreichen Rebe des Burgenlandes besticht durch seine schöne Beerenfrucht und elegante Würze sowie durch reife Tannine. Nach 18 bis 21 Monaten Reifung in kleinen Fässern aus französischer Eiche präsentiert er sich gehaltvoll und hat einen langen Abgang.

 

 

 

Steinzeiler 2013

Wein von steinigen, kalkhaltigen Böden an den Südhängen des Leithagebirges von den Rieden Point und Setz. Je nach Jahrgang sind 60 bis 80 Prozent Blaufränkische sowie Cabernet Sauvignon und Zweigelt aus alten Reben im Spiel. Sie bilden einen kraftvollen Rotwein mit Eleganz und Charme sowie einem noblen Bouquet. Er reift 30 Monate in kleinen Eichenfässern.

 

 

 

 

Chardonnay Gloria 2016

Die Riede Gloria wurde bereits 1570 erstmals urkundlich erwähnt, sie ist die höchstgelegene Lage des Leithagebirges. Der Chardonnay wächst auf kargem Muschelkalkboden langsam zur vollen Reife. Er zeigt eine feine Mineralität, hat Finesse und präsentiert sich sehr ausgewogen. 18 Monate durfte er auf der Hefe in burgundischen Pièce heranreifen.

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