Unique wineries of the World

Tedeschi

Text: Christian Eder, Fotos: z.V.g., Free Vector Maps.com

Die vielen Facetten des Valpolicella

Seit vier Jahrhunderten ist die Familie Tedeschi im Weinbau tätig und produziert die ganze Vielfalt des Valpolicella, des einzigartigen Weinbaugebietes im Norden Veronas. Die 46 Hektar eigenen Rebberge finden sich alle in Hügellage, zum Teil im Classico-Gebiet, zum Teil im Osten des Valpolicella, auf der Tenuta Maternigo. Heute kümmern sich die Geschwister Antonietta, Maria Sabrina und Riccardo Tedeschi um das Familienunternehmen mit Sitz in Pedemonte. Bewahrung der Tradition, Pflege der Innovation und tiefgreifende Kenntnis des Gebietes sind die drei Säulen ihrer Philosophie. Deshalb hat Tedeschi 2010 ein Projekt zur Zonation und Erforschung der Rebberge in der Classico-Zone und der Tenuta Maternigo initiiert: Nach einer exakten Analyse der Böden bzw. der Mikroklimata stehen in einem weiteren Schritt die Reben im Mittelpunkt. Dabei wird erforscht, welche Aromen im Wein unterschiedliche Klone in unterschiedlichen Lagen hervorbringen.

Maria Sabrina Tedeschi: «Manche Weine sind fruchtiger, andere würziger mit mehr Pfeffernoten. Diese Unterschiede spürt man bei unseren vier Valpolicella-Weinen: in einer frischen Version wie dem Lucchine, fruchtig wie im Capitel Nicalò, bis hin zu gut strukturierten Versionen mit etwas überreifen Trauben aus Einzellagen wie dem Maternigo und dem Fabriseria.» Eine Erfolgsstory des Valpolicella stellt darüber hinaus der Ripasso dar, ein frischer Valpolicella, der mit dem Zusatz von Trestern der Amarone-Produktion ein zweites Mal vergoren wird. Riccardo Tedeschi: «Der Capitel San Rocco ist ein perfekter Vino di Beva, zudem ausgewogen und kraftvoll.»

«Unsere Weine sind ein Ausdruck eines einzigartigen Terroirs: der Hügel des Valpolicella.»

Maria Sabrina Tedeschi

Nicht vergessen darf man den Recioto: Der süsse Ahnvater des Amarone wird nur in grossen Jahrgängen in einer Kleinstauflage von 2000 Flaschen produziert. Er wird wie der Amarone durch das Antrocknen der Trauben in einem Fruttaio nahe der Kellerei gewonnen: Die Kontrolle der Luftfeuchtigkeit sorgt dafür, dass die Trauben integer bleiben und der Wein an Komplexität und Aroma gewinnt. Nach der Vinifizierung reifen die Weine in Fässern aus slawonischer Eiche mit einer Kapazität zwischen 1000 und 5000 Litern. Vier verschiedene Amarone sind die Spitze der Qualitätspyramide: Der Rebberg Monte Olmi, der 1918 erworben wurde, liegt in Pedemonte und bringt den Flaggschiffwein der Kellerei hervor, «einen der ersten Einzellagenweine des Valpolicella», wie Maria Sabrina Tedeschi erzählt. Seit 1964 wird er produziert, seit 2009 ist er Riserva. Eine Rarität ist auch der Amarone La Fabriseria, ebenfalls ein Cru in limitierter Auflage, der nur in den besten Jahren gekeltert wird. Ein Ergebnis der Zonation der Rebberge ist der Amarone Marne 180, eine Selektion der Rebberge in Hügellagen. Der Name setzt sich aus der Struktur des Bodens – Marne (Mergel) – und dem Winkel (180 Grad) zusammen, in dem sich die Rebberge nach Süden öffnen. Der vierte Amarone ist noch nicht auf dem Markt: ein Cru der Tenuta Maternigo. Aber wie Riccardo sagt: «Unsere Passion hat uns gelehrt, geduldig zu sein.»

Unsere Spitzenweine

Valpolicella Ripasso DOC Superiore Capitel San Rocco 2016
2016 war durch einen frischen Frühling geprägt, ab August sorgten hohe Temperaturen für eine perfekte Reife der Trauben. Der elegante Lagenwein zeigt sich von seiner fruchtig-würzigen Seite, Noten von Kirschconfit und balsamische Noten erinnern an einen Amarone.


Amarone della Valpolicella DOCG Marne 180 2015
Eine Selektion der besten Trauben der Rebberge in Hügellagen, drei Jahre in Holz gereift: Im Jahrgang 2015 dominieren Heidelbeer- und Pfeffernoten die Nase; am Gaumen kompakt, mit feinem Schliff und gut eingebundenen Gerbstoffen, viel Frucht, viel Würze im Nachhall.


Amarone della Valpolicella DOCG Classico Riserva Capitel Monte Olmi 2012
Ein hervorragender Jahrgang für den Flaggschiffwein des Gutes: duftet verführerisch nach Beeren und Pfeffer, voller Schmelz und doch charaktervoll am Gaumen, endet lang und ausgewogen. Stammt von einer 2,5 Hektar grossen Einzellage und reift vier Jahre in slawonischer Eiche.

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