Unique wineries of the World

Weingut Markus Huber

Text: Rudolf Knoll, Fotos: z.V.g., FreeVectorMaps.com, www.LOUTOCKY.com

Von Mozart inspiriert?

Wunderkind nannte ihn der britische «Decanter», als er bald nach der Übernahme eines elterlichen Mischbetriebes mit Landwirtschaft und Heurigen im Jahr 2000 als damals 21-Jähriger mit seinen Weinen auf sich aufmerksam machte. Der Titel ist in Austria eigentlich für keinen Geringeren als Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) reserviert, der schon im Knabenalter mit seiner Musik bezauberte. Aber so abwegig war er für Markus Huber aus Reichersdorf im Traisental doch nicht, wenn man sich mit der Stilistik seiner Weine befasst, die durchaus Mozart’sche Elemente beinhalten.

Sie können an eine feine Symphonie erinnern, auch leicht und verspielt sein, ebenso aber anspruchsvoll, fordernd und gehaltvoll, von grosser Komplexität, pulsierend, stets individuell und immer vielseitig, nie langweilig. Grüner Veltliner ist mit 70 Prozent Flächenanteil auf inzwischen 50 Hektar seine mit Abstand wichtigste Sorte vor dem Riesling, der in verschiedenen Versionen rassige Weine mit mineralischem Touch und feinem Fruchtspiel bietet (quasi «Die Kleine Nachtmusik»).

«Konsequent durchhalten. Ich will nie den einfachsten, sondern den für die Qualität besten Weg gehen.»

Markus Huber

Der «Grüne» liefert Weine mit besonderer Statur, besonders ausgeprägt ist wohl die Reserve vom Ried Berg, die sich gut gereift, elegant und tiefgründig präsentiert – wie «Die Zauberflöte». Aber auch andere Sorten des bald 40-jährigen dreifachen Familienvaters zeigen Format, etwa Weissburgunder und die feinaromatischen Sauvignon Blanc und Gelbe Muskateller. Und neuerdings lässt er mit roten Sorten aufhorchen. Sein Neuling Pinot dürfte bald Furore machen. Die Vielfalt in den Reben und im Weinberg sowie die stattliche Flächensteigerung von fünf auf 50 Hektar hat er gut bewältigt, weil ihm sein «kleiner Bruder» Michael, 30, in den Reben und im Keller beisteht.

Im Ausbau hat er eine klare Linie: keine Barriques, nur normale Holzfässer für die Ersten Lagen vom Grünen Veltliner und die Rotweine. Auf biologischen Säureabbau bei Weiss wird verzichtet. Er will, dass sich in den Weinen die Kalk-Konglomeratböden des Traisentals unverfälscht und so puristisch wie möglich widerspiegeln. Wenn es die Natur zulässt, dürfen es auch edelsüsse Weine vom Riesling sein.

Kaum zu glauben nach einer Verkostung von Huber-Weinen, dass dieser immer fröhlich strahlende Winzer mit dem Wuschelkopf eigentlich nicht Winzer werden wollte. Fussball-Profi war sein Berufsziel in der Jugend. Aber eine schwere Knieverletzung im 19. Lebensjahr beendete eine durchaus hoffnungsvolle Laufbahn bei Austria Wien. So setzte er das schon begonnene Önologie-Studium in Klosterneuburg fort und schnupperte als Praktikant in südafrikanische Weingüter rein, ehe er zu Hause einstieg. Die alternative Karriere statt dem runden Leder war in den letzten Jahren verbunden mit einer Reihe von Ehrungen durch Magazine und Organisationen bis hin zum Falstaff-«Winzer des Jahres». Und die Fans von Huber-Wein sind insgeheim dankbar dafür, dass es bei ihm mal im Knie «knack» machte und er den richtigen Beruf wählte.

Drei Spitzenweine

2015 Grüner Veltliner Blanc de Blancs Brut

Schon die feine, muntere Perlage deutet Klasse an. Eigentlich ein Sekt, der durch sein langes Hefelager zur neuen Top-Kategorie Grosse Reserve gehört; feine Würze im Aroma und Geschmack, verspielt, tänzerisch auf der Zunge.

2017 Grüner Veltliner Ried Berg-Getzersdorfer ÖTW, Erste Lage

Ein Bilderbuch-Veltliner; sanfte pfeffrige Würze in der Nase; anregend, komplex, guter Druck, vielschichtig.

2017 Pinot Noir Ried Inzersdorfer Himmelreich

Der erste selbstständige Pinot im Haus. Feine Cassis im Aroma, im Hintergrund zarte Röstnote; feiner Biss, elegant und präzise, angenehm leicht (12,5 «Vol.»), viel Trinkfluss.

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