Podernuovo a Palazzone
Toskanische Eleganz mit Herkunft
Text: Nicole Harreisser, Fotos: z.V.g.

Im Süden der Toskana, dort, wo sich die Hügel des Senese den Grenzen zu Umbrien und Latium nähern, liegt Podernuovo a Palazzone. Rund um San Casciano dei Bagni hat Giovanni Bulgari ein Weingut geschaffen, bei dem Herkunft, Architektur und Wein zu einem eigenständigen Gesamtkonzept verschmelzen.
Die Geschichte beginnt 2004 mit dem Kauf verlassener Rebflächen. Bulgaris Ziel war von Anfang an klar: grosse Weine zu erzeugen, ohne den Charakter der Rebsorten und ihrer Herkunft zu überdecken. Nicht Inszenierung, sondern Präzision bestimmt deshalb die Philosophie von Podernuovo. Der Wein soll das Terroir interpretieren – und nicht von ihm ablenken.
Qualität beginnt im Weinberg
Das Gut umfasst rund 26 Hektar in den Hügeln von Palazzone. Ton, Schluff und Sand prägen die Böden, durchzogen von fossilen Ablagerungen. Unterschiedliche Expositionen und sanfte Hanglagen schaffen ein vielschichtiges Mosaik von Mikroterroirs.
Warme Sommer, vergleichsweise milde Winter und moderate Übergangszeiten ermöglichen eine langsame, gleichmässige Reife. Ziel sind Trauben, die neben physiologischer Reife auch Frische, aromatische Finesse und Spannung bewahren. Jede Parzelle wird entsprechend ihrer Bodenstruktur, Ausrichtung und Rebsorte individuell betrachtet. Denn die entscheidende Grundlage für Qualität entsteht für Podernuovo nicht erst im Keller, sondern im Weinberg.

Sieben Weine, sieben Charaktere
Sieben Weine bilden heute das Portfolio des Guts. Gemeinsam ist ihnen der Anspruch an Eleganz und Balance, stilistisch dürfen sie jedoch ihre jeweils eigene Persönlichkeit zeigen.
NicoLeo, eine Cuvée aus Chardonnay und Grechetto, verbindet Frische und Struktur mit mineralischer Prägung.
Aliki, ein Rosé aus Malbec und Merlot, setzt auf florale Noten, rote Beeren und feine Harmonie.
Mit Spiridio und Sotirio steht Sangiovese im Mittelpunkt. Die beiden Weine interpretieren die emblematische Rebsorte der Toskana auf unterschiedliche Weise und sollen zugleich die Eigenheiten der Böden von Podernuovo widerspiegeln.
Therra, eine Assemblage aus Sangiovese, Merlot und Cabernet Sauvignon, schlägt die Brücke zwischen toskanischer Tradition und international geprägten Rebsorten.
Argirio, reinsortiger Cabernet Franc, zeigt sich tiefgründig und elegant und unterstreicht die Bedeutung dieser Sorte für das Gut.
Den Abschluss bildet G33, eine Cuvée aus gleichen Teilen Sangiovese, Merlot und Petit Verdot. Kraft, Struktur und Komplexität verbinden sich hier mit einem ausgeprägten Reifepotenzial.
Das Ziel der Kollektion ist dabei nicht stilistische Gleichförmigkeit. Vielmehr sollen Rebsorte und jeweiliges Terroir den Charakter jedes einzelnen Weins bestimmen.

Mit Spiridio und Sotirio steht Sangiovese im Mittelpunkt. Die beiden Weine interpretieren die emblematische Rebsorte der Toskana auf unterschiedliche Weise und sollen zugleich die Eigenheiten der Böden von Podernuovo widerspiegeln.
Therra, eine Assemblage aus Sangiovese, Merlot und Cabernet Sauvignon, schlägt die Brücke zwischen toskanischer Tradition und international geprägten Rebsorten.

Argirio, reinsortiger Cabernet Franc, zeigt sich tiefgründig und elegant und unterstreicht die Bedeutung dieser Sorte für das Gut.
Den Abschluss bildet G33, eine Cuvée aus gleichen Teilen Sangiovese, Merlot und Petit Verdot. Kraft, Struktur und Komplexität verbinden sich hier mit einem ausgeprägten Reifepotenzial.
Das Ziel der Kollektion ist dabei nicht stilistische Gleichförmigkeit. Vielmehr sollen Rebsorte und jeweiliges Terroir den Charakter jedes einzelnen Weins bestimmen.
Architektur im Dialog mit der Landschaft
Auch die Kellerei folgt diesem Ansatz. Entworfen wurde sie von Massimo Alvisi vom Architekturbüro Alvisi Kirimoto & Partners. Statt sich demonstrativ in Szene zu setzen, fügt sich der Bau mit klaren Linien, Terrassen und Gärten zurückhaltend in die Hügellandschaft ein.
Im Inneren folgt die Architektur den einzelnen Stationen der Weinbereitung – von der Vinifikation über den Ausbau bis zur Lagerung. Die Degustationsräume öffnen sich zur Barrique-Kellerei und zu den Gärten und verbinden so Wein, Architektur und Landschaft.
Technologie spielt dabei eine bewusst dienende Rolle. Ein geothermisches System unterstützt die natürliche Temperaturregulierung, eine Photovoltaikanlage reduziert den Energiebedarf aus konventionellen Quellen. Nachhaltigkeit wird damit nicht als isolierte Massnahme verstanden, sondern als Bestandteil des Gesamtkonzepts.
Eine zeitgemässe Idee von toskanischem Luxus
Podernuovo a Palazzone versteht Luxus nicht als Opulenz. Entscheidend sind vielmehr Herkunft, Zeit, handwerkliche Präzision und die Fähigkeit, einem Wein eine unverwechselbare Identität zu verleihen.
Genau darin liegt die Stärke des Projekts: Die Weine sollen weder laut noch demonstrativ wirken. Sie wollen von ihrem Ort erzählen, den Charakter ihrer Rebsorten bewahren und zugleich die Handschrift jener Menschen tragen, die sie erzeugen. So entsteht eine moderne Interpretation der Toskana – geprägt von Landschaft, Kultur und einer Form von Eleganz, die keine Inszenierung benötigt.
