Sommeliers Rat

Wie erkenne ich den perfekten Wein?

Es gibt unzählige Bezugssysteme, um Wein in seiner ganzen Vielfalt zu schätzen. Man kann sich zum Beispiel einen Weinkritiker suchen, dessen Vorlieben man teilt. Doch wie vorgehen, wenn man sich eine eigene Meinung zu einem Wein bilden möchte? Ich halte mich an zwei so einfache wie alltägliche Kriterien. Mein erster Leitsatz: Die Qualität liegt in der zweiten Hälfte der Flasche. Der Genuss eines Weines darf niemals mühsam sein für den Gaumen. Wein soll Spass machen, so dass jeder Schluck Lust auf einen weiteren weckt. Was macht den perfekten Wein ausserdem aus? Er ist ein Tropfen mit so verführerischen Aromen, dass ich jedes Mal, wenn ich das Glas zur Lippe führe, in ein komplexes sensorisches Labyrinth entführt werde. Ein Ort, dem ich kaum entrinnen kann und an dem mit jedem Schnüffeln Tausende Assoziationen geweckt werden: Anklänge von Leder, Gewürzen, Eiche, Brombeeren, Mokka, Toast, Nüssen, Pilzen oder Äpfeln. Die Eindrücke in der Nase lassen sich zu meinem zweiten Leitsatz kommen. Dabei handelt es sich viel eher um eine Stimmungslage: «Jetzt, genau jetzt werde ich diesen Wein in den Gaumen nehmen.» Im besten Fall bin ich danach noch immer gefangen im Labyrinth meiner Sinne. Ich schliesse die Augen, lasse mich treiben und wähne mich in einem Eichenhain oder auf einer Waldlichtung.Weine, die mich in diesen Zustand versetzen, sind perfekte Weine. Die unfassbaren Aromen in der Nase halten dich beinahe vom Trinken ab. Und wenn es doch so weit ist, möchtest du das Glas sofort nachfüllen. Dann hast du den perfekten Wein gefunden.

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