Sommeliers Rat

Keine Angst vor Süsswein

Der Winter ist eine wunderbare Zeit, um länger am Tisch sitzen zu bleiben. Mit einem Süsswein lässt sich das Dessert hervorragend verlängern – oder verbinden. Traditionell käme zuerst der Käse, dann das Dessert. Viele Gäste entscheiden sich aber oft nur für etwas davon. Doch Süsswein passt zu beidem. Ein Blauschimmelkäse schmeckt wunderbar mit einem restsüssen Riesling. Danach könnte ein fruchtiges Dessert folgen, mit dem weisser Süsswein wunderbar harmoniert. Zum Beispiel ein Passionsfrucht-Soufflé, dessen Spiel zwischen Süsse und Säure toll zu einer alten Malvoisie passt, also einem Grauburgunder aus dem Wallis. Ich möchte den Gästen die Angst vor Süsswein nehmen. Ein guter Sauternes, sagt man, gibt einem das Gefühl, als ob ein Engelchen die Kehle hinunterpinkelt – da verschmelzen Essen und Trinken. Süsswein eignet sich übrigens nicht nur zum Dessert: Er passt auch perfekt zu Vorspeisen wie Foiegras. Dazu empfehle ich eine jüngere Variante mit etwas mehr Säure. Zum Beispiel einen Amigne – einen Walliser Süsswein aus edelfaulen Trauben. Wer diese Harmonie schon einmal erfahren durfte, hat es schwer, Besseres zu finden. Ich überrasche unsere Gäste gerne mit Schweizer Gewächsen. Vor allem jene Liebhaber, die alles trinken wollen – ausser helvetischen Wein. Entsprechend ihren Vorlieben serviere ich einen vergleichbaren Tropfen aus der Schweiz. Es ist eine grosse Freude, danach ihre Verblüffung und Begeisterung zu beobachten.

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