Weinkeller-Tipp

Welche Weissweine in Würde altern

Dass Weisswein nicht gelagert werden kann, ist ein Ammenmärchen. Bei gewissen Gewächsen kommt der frühe Genuss gar dem Kindsmord gleich. Klar, die meisten Weissen werden am besten jung genossen. Doch vor allem bei Spitzengewächsen gilt: Weisswein darf gerne reifen.

Das hat kürzlich Torsten Junker, «Bester Sommelier Deutschlands 2015», klargestellt (VINUM 12/15). Doch welche Weissen profitieren von der Lagerung? Mitentscheidend dafür sind Säure und Süsse. Entsprechend langlebig sind restsüsse Crus wie Sauternes, Tokaji oder Auslesen und Trockenbeerenauslesen.

Auch Elsässer Grands Crus altern hervorragend – mit oder ohne Restzucker. Im trockenen Bereich haben die Weissweine von den Spitzen-Terroirs der Loire mit ihrem Reichtum an Extrakt und Säure beste Voraussetzungen. Die Top-Crus aus Burgund oder Bordeaux profitieren von den stabilisierenden Gerbstoffen aus dem Barrique-Einsatz.

Bei Orange Wine mit seiner langen Maischestandzeit extrahieren die – nicht mehr ganz so weissen – Gewächse ihr Tannin-Lebenselixier aus Traubenhaut, Kernen und Stielen. Dass diese Tropfen oft nicht geschwefelt werden, mindert die Haltbarkeit meist kaum. Auch wegen des gezielt oxidativen Ausbaus. Neben diesen wuchtigen Naturweinen können auch zarte Pflänzchen wie der Chasselas, also Gutedel, von einer Lagerung profitieren. Die besten dieser oft als Langweiler verunglimpften Weine gewinnen an Eleganz und Finesse.

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