Weinkeller-Tipp

Ungewollter Luftkontakt

Oloroso Sherry, Banyuls und Vin Jaune. Allen drei Stilrichtungen gemein ist ein mehr oder weniger starker, in jedem Fall gewollter oxidativer Ausbau. Doch es existiert auch der «oxidierte Wein», bei dem der Flascheninhalt einen ungewollten Luftkontakt erfahren hat. Diese Art der Oxidation bewirkt im Wein ein zunehmendes Verschwinden der Frucht, an deren Stelle sich ein störendes Fehlaroma setzt. Dieser Weinfehler wird auch als Madeirisierung bezeichnet. Ein Indiz dafür ist oft, dass der in Verdacht stehende Wein schneller als erwartet gealtert scheint und unerwartet früh an Frische verloren hat. Manche dieser Weine mag man vielleicht dennoch trinken wollen, andere sind schlicht ungeniessbar. Drei Hauptursachen: ein undichter Korken, falsche Lagerung oder Fehler des Winzers bei der Gärung bzw. Abfüllung. Gut beobachten lassen sich die Folgen der Oxidation übrigens an einem angebissenen Apfel. Der Anbiss wird zunehmend braun, das Apfelaroma verliert sich. Ist die Veränderung im Wein bereits bei der Abfüllung angelegt worden, bleibt oft nur noch das Wegschütten. Flaschen, deren Verschlüsse undicht geworden sind, sollte man gut beobachten, und unter Umständen hilft eine professionelle Neuverkorkung. Lagert man ältere Jahrgänge im Keller, lohnt die regelmässige Kontrolle.

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