765 Millionen im Pott

Alkoholsponsoring – Motor der Sportmärkte

  • Alkoholsponsoring
    Weltweit sind Sportveranstaltung das Ziel für Marketing. (Foto: pexels)

Text: Arthur Wirtzfeld | Veröffentlicht: 9. November 2018


UK (London) – Alkohol und Sport sind seit langem natürliche Partner im Sponsoring – einige der weltweit grössten Abschlüsse gehören gerade diesem Sektor an. Jährlich geben die weltweit führenden alkoholischen Getränkemarken geschätzte 765 Millionen US-Dollar für Sportsponsoring aus, was 281 aktive Deals repräsentiert, von denen rund 90 Prozent mit Biermarken verbunden sind. Zu ihnen gehören vor allem die Biergiganten Budweiser und Heineken, die die jährlichen Ausgaben für Alkoholsponsoring nach oben treiben, so ist es zu lesen im neuesten Bericht von Sportcal, «Sponsorship Sector Report: Alcoholic Beverages, 2018».

Analysiert wurden von Sportcal die Aktivitäten der 30 grössten alkoholischen Getränkemarken, um die neuesten Trends zu verfolgen und zu sagen, wohin dies in der Zukunft führen könnte. Aus dem Bericht geht hervor, dass die Top Ten dieser Marken 55,5 Prozent der 281 aktiven Deals und 87,6 Prozent der geschätzten jährlichen Sponsorings von rund 765 Millionen USD ausmachen. Fast die Hälfte der 281 aktiven Deals sind im Bereich Fussball angesiedelt, wobei die europäische Region und ihre einzelnen Teams den Grossteil der gesamten Sportsponsoring-Sparten der Branche ausmachen.

Die Top Ten befeuern die Sportmärkte

Conrad Wiacek, Leiter des Sportsponsorings bei Sportcal, eine Abteilung des weltweit agierenden Analysten GlobalData Group, kommentiert die Analyse so: «Die Gesamtausgaben werden von einer Reihe hochkarätiger Deals mit einem Wert von über 150 Millionen USD pro Jahr bestimmt. Beispiele sind die Bud Light-NFL, der Budweiser-World Cup und die Heineken-Champions League. Diese zeigen, wie wichtig das Sportsponsoring für bestimmte Biermarken ist, um die Sichtbarkeit und das Verkaufsvolumen zu erhöhen.»

Die Top Ten der grössten alkoholischen Getränkemarken werden von Bud Light angeführt, das aufgrund von Sponsoring-Vereinbarungen mit der NFL und mit dem englischen Fussballverband rund 249,7 Millionen USD pro Jahr ausschüttet, was 35,2 Prozent des gesamten weltweiten Sponsors für alkoholische Getränke ausmacht. Heineken liegt auf dem zweiten Platz. Das Unternehmen hält zwei grosse Partnerschaften mit der UEFA Champions League und der Formel 1, was 16,7 Prozent der jährlichen Ausgaben und 11 Prozent der gesamten Deals ausmacht. Danach reihen sich ein: Amstel als Vierter, die mit der UEFA Europa League verbunden sind, gefolgt von der US-amerikanischen Bier-MillerCoors als Fünfter mit ihrem Sponsoring der IndyCar-Serie, NHL und verschiedene Major League Teams.

In der Analyse wird eine starke Fokussierung auf Transaktionen mit dem Binnenmarkt (84 Prozent) im Gegensatz zu kontinentalen oder weltweiten Partnerschaften (16 Prozent) aufgezeigt. Grund hierfür seien die tendenziell auf den Inlandsmarkt zielenden Marken, die gerade hier Verbraucher anziehen wollen, heisst es in dem Bericht. Das höchste Handelsvolumen hat demnach Europa mit einem Anteil von 59,1 Prozent, gefolgt von Nordamerika mit 20 Prozent. Team-Deals sind mit 53,7 Prozent die am meisten favorisierten Werbeträger, gefolgt von Verbänden (13,2 Prozent), Veranstaltungsorten (11,7 Prozent) und Veranstaltungen (10 Prozent).
 

Kritik und Lösungen

«Der Sektor der alkoholischen Getränke steht im Zusammenhang mit dem Sportsponsoring zahlreichen Herausforderungen gegenüber. Viele Gesundheitsexperten auf der ganzen Welt empfehlen ein Verbot für Alkoholsponsoring, da es insbesondere das Konsumverhalten von Jugendlichen und jungen Erwachsenen beeinflusst und dazu beiträgt zu trinken», erläutert Wiacek. Dem haben aber bisher nur wenige Länder Rechnung getragen, darunter die grossen Sportmärkte Frankreich und Russland, in denen die Alkoholwerbung gesetzlich eingeschränkt ist.

Wiacek schliesst mit folgenden Worten: «Zu den zukünftigen Trends im Bereich Alkoholsponsoring gehören kurzfristigere Deals, eine stärkere Betonung auf Social-Media-Kampagnen, verstärkte Anstrengungen zur Förderung von verantwortungsbewusstem Alkoholkonsum, die Förderung der ökologischen Nachhaltigkeit sowie der Fokus auf gezieltes Marketing, um den Zuspruch und damit die Zahl weiblicher Zuschauer im Sport zu erhöhen.»

Zurück zur Übersicht