Hotspot Paris
Le Baron Rouge
Nach einem Streifzug über den Marché d’Aligre, den feinsten Wochenmarkt von Paris, lechzt man förmlich nach einer Erfrischung. Da kommt die kleine Weinbar «Le Baron Rouge» direkt um die Ecke ganz gelegen. Vor der stets weit geöffneten Tür tummelt sich bunt gemischtes Publikum auf dem Bürgersteig. Kaum hat man die Schwelle der kleinen und etwas altmodischen Bar überschritten, erfasst einen diese entspannte, stets gut gelaunte Atmosphäre. Eine alte, hölzerne Weinpresse dient als runder Tisch, und links an der Wand stapeln sich kleine, gefüllte Holzfässer. Alles wirkt angenehm schlicht, und wie immer ist die Bar voll besetzt. Einer der letzten Orte in Paris, wo man noch – so wie früher – Wein selber abfüllen und mit nach Hause nehmen kann.
Sébastien Galic leitet den Laden nun schon seit neun Jahren. Er steht selbst hinter der Theke und serviert süffige und unkomplizierte Weine aus allen Regionen Frankreichs. Die Weinkarte, handgeschrieben auf alten Schiefertafeln, erstaunt mit Preisen, die für Pariser Verhältnisse unglaublich demokratisch sind: von 1,50 Euro bis maximal 4 Euro das Glas. Die teuerste Flasche hier ist ein Champagner für nur 40 Euro. Dazu bekommt man von September bis April frische Austern und das ganze Jahr über leckeren Käse und französische Charcuterie serviert. Alles direkt vom Produzenten. Authentisch, schmackhaft und – so wie Sébastien – ganz ohne Chichi. Deshalb treffen sich hier die Nachbarn aus der Umgebung, Studenten, Künstler, Geschäftsführer und auch Touristen. Es wird viel diskutiert, so wie es in Frankreich üblich ist – man sollte Zeit mitbringen.