Hotspot Paris
Repaire de Cartouche Bar à Vin

Rodolphe Paquin, der Besitzer des «Repaire de Cartouche», ist ein lustiger, trinkfester Riese mit weisser Mähne. Vor knapp 18 Jahren begann er, Naturweine zu kaufen und einzulagern, was ihn heute zum Kurator des wohl umfangreichsten Angebots in Paris macht. «Ich fing nicht an, Naturweine zu kaufen, weil es modern war, sie schmeckten einfach gut», erklärt er und ergänzt: «Winzer wie Marcel Lapierre, Gramenon und Overnoy machten mich förmlich süchtig danach.» 17 Jahre lang servierte er in seinem Restaurant traditionelle Hausmannskost, bevor er im letzten Sommer beschloss, etwas Neues zu machen und den unteren Speisesaal umzubauen. «Heute gehen die Leute dort essen, wo die Musik voll aufgedreht und die Lichter ausgeschaltet sind», sagt er. Ein Trend, der ihn vor Rätsel stellt.
Tatsächlich ist das «Repaire de Cartouche» nicht die modernste Bar der Stadt. Es gibt nur sechs Stühle und den ziemlich brummeligen Sommelier Laurent. Paquin serviert traditionelle Apéro-Küche: Wurst, Schinken, Meeresschnecken und seine berühmten Pasteten. Wenig attraktiv für das jüngere, schicke Klientel aus dem nahe gelegenen Marais-Viertel, das sich lieber im «Au Passage» oder in der «Clown Bar» trifft. Bei Paquin treffen sich Feinschmecker alter Schule: darunter Köche wie Thierry Breton vom «Chez Michel» oder der einflussreiche Naturweinliebhaber und Punk-Musiker François Hadji-Lazaro.