Roero DOCG/Roero Arneis DOCG

Die linke Seite des Tanaro

Fotos: z.V.g.

Das Roero ist die Heimat von zwei grossen DOCG-Weinen – dem weissen Roero Arneis DOCG aus der gleichnamigen Rebsorte und dem roten Roero DOCG aus Nebbiolo. Beides einzigartige Weine mit einem ganz besonderen Gout de Terroir.

consorziodelroero.it

Lange Zeit lag es im Dornröschenschlaf: Das hügelige Gebiet Roero im Südpiemont, in dem man eine bezaubernde Landschaft mit kleinen Dörfern auf Hügelspitzen, Castelli, Sandsteinformationen, Kastanienwäldern, Birnund Haselnussbäumen und Rebbergen findet. Das Roero ist seit 2014 zusammen mit Langhe und Monferrato in der Liste der Kulturlandschaften des UNESCO-Erbes vertreten. 

Zum grossen Teil sandige Böden, ein spezielles Mikroklima in Hügellagen in rund 300 Metern und die Eignung der beiden Rebsorten Nebbiolo und Arneis machen das Besondere der Weinbauregion aus. Der geologische Ursprung des Roero reicht 130 Millionen Jahre zurück, als das Roero Teil des Meeresgrunds im Golf von Padano war. Durch Sedimentation der Meeresböden wurden die Böden gebildet, aber erst vor zwei bis drei Millionen Jahren führte die Auffaltung der Roero-Hügel zur Überlappung verschiedener Bodentypen. Schliesslich wurde durch die Verschiebung des Flusses Tanaro vor 220 000 bis 150 000 Jahren das Roero, das auf der linken Seite verblieb, von den Langhe – auf der rechten Seite – getrennt. Für den mineralischen Charakter der Weine sorgen die geschützte Lage zwischen den Seealpen im Süden und den Alpen im Westen und Norden und die damit einhergehenden Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht. 135 MGA (geografische Zusatzbezeichnungen) tragen den Terroirunterschieden und Mikroklimata Rechnung. 

Die Bezeichnung Roero DOCG ist Rotweinen vorbehalten, die zu mindestens 95 Prozent aus Nebbiolo-Trauben gewonnen werden. Trauben aus nichtaromatischen roten Rebsorten, die für den Anbau in der Region Piemont geeignet sind, können maximal fünf Prozent zur Zusammensetzung beitragen. Fast alle Winzer produzieren ihren Roero DOCG allerdings reinsortig. 

Die Bezeichnung Roero Arneis DOCG ist für Weisswein reserviert, der zu mindestens 95 Prozent aus Arneis-Trauben gewonnen wird. Auch Roero Arneis DOCG wird heute von den meisten Winzern in purezza gekeltert. 

Mit Unterstützung des Consorzio Tutela Roero verkosteten wir Roero DOCG und Roero Arneis DOCG. Gerade Arneis lieferte den Beweis, dass die Rebsorte speziell auf sandigen Böden hervorragend gedeiht (mehr dazu auch in VINUM 05/2026 in der Reportage über das weisse Piemont).

Best of Roero DOCG / Roero Arneis DOCG - Top 10

PlatzBeschreibung
1
95/ 100
Punkte
Angelo Negro & Figli
Piemont
Von einem Rebberg in 320 Meter Meereshöhe, nach sieben Monaten sur lie bleibt der Wein noch sieben Jahre in der Flasche: Erfreut die Nase mit Noten von Zitrusfrüchten, Anis, Mandelnoten; komplexer Auftakt mit rassiger Säure, salzig-mineralisch der ellenlange Abgang. Weitere Infos
2
95/ 100
Punkte
Malvirà
Piemont – Le Langhe
Einnehmendes Bouquet nach dunklem Steinobst, Blüten, Unterholz und Trüffel; am Gaumen facettenreich, die Tannine engmaschig, die Säure vif, saftiger Verlauf mit Saft und Länge. Sollte man zu einem T-Bone-Steak geniessen. Weitere Infos
3
94/ 100
Punkte
Angelo Negro & Figli
Piemont
Purpur mit violetten Reflexen; Odeur nach frischen kleinen Beeren, Weichseln, Veilchen, Blutorangen, Pfeffer; am Gaumen geschliffen, feine Würze, die Säure prägnant, dann viel opulente Kirschfrucht im Abgang. Sehr gelungen, muss noch reifen. Weitere Infos
4
94/ 100
Punkte
Cascina Chicco
Piemont – Le Langhe
Optimaler Vertreter dieser Lage, der nach sonnenwarmem Steinobst, nach Blüten, Leder und Tabak tönt; der Ansatz saftig, die vive Säure gut integriert und in Balance mit den langlebigen Tanninen, der Ausklang würzig-fruchtig. Weitere Infos
5
93/ 100
Punkte
Cornarea
Piemont
Reift zwei Jahre im Stahlfass: Komplexe Nase mit Noten von Birnen, Aprikosen, auch Tee und Akazienblüten; am Gaumen saftig, schöner Schliff, mineralisch-salzig der Verlauf, auch Steinobst-, Bittermandel- und Feuersteinnoten. Endet lang. Weitere Infos
6
93/ 100
Punkte
Malvirà
Piemont
Aus der gleichnamigen MGA: Einladende Blume nach Pfirsichen, Passionsfrucht, Hibiskusblüten, auch etwas Pfefferwürze; am Gaumen saftig, mit schönem Schliff und lebendiger Säure, die ein langes Leben verleiht. Weitere Infos
7
93/ 100
Punkte
Michele Taliano
Piemont
Raffinierte Nase nach schwarzen Johannisbeeren und Pflaumen, Leder und Gewürzen; anregende Textur mit lebendiger Säure und jugendlichen, feinkörnigen Tanninen, leckeres floral-fruchtiges Finale. Zu einer Entenbrust mit Maroni. Weitere Infos
8
93/ 100
Punkte
Monchiero Carbone
Piemont – Le Langhe
Intrigante Pflaumennase, mit einem Touch von Schwarzkirschen und Schokolade; kernig im Mund, die Tannine engmaschig und robust, viel Kraft und Kernigkeit im langen Waldfrucht- und Gewürzfinale, auch Tabak und Lakritze. Facettenreich. Weitere Infos
9
93/ 100
Punkte
Demarie
Piemont
In der Nase Noten von Pflaumen, getrockneten Rosen, Gewürzen und Sandelholz; im Mund saftig, die Säure vif, die Gerbstoffe pointiert, der Abgang mineralisch-salzig mit feinen Würznoten neben der klassischen Nebbiolo-Frucht. Noble Machart. Weitere Infos
10
93/ 100
Punkte
Tenuta Carretta
Piemont – Le Langhe
Von der gleichnamigen, zum Teil sandigen Nebbiololage der Tenuta Carretta in Piobesi d'Alba: Präsentiert sich mit einem Bouquet nach Erdbeeren und Pflaumen, auch etwas Kakao und Leder; geschmeidiger Auftakt, die Tannine robust, die Säure unterstützt, rote Beeren, Steinobst und Leder im Abgang. Weitere Infos