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Maison Mauler
Text: Nicole Harreisser, Foto: z.V.g.

In knapp drei Jahren werden noch mehr Korken knallen als bisher, denn dann wird das grosse 200-Jahr-Jubiläum gebührend gefeiert. Aber warum noch warten, ein gutes Glas Schaumwein lädt immer zum Genuss ein, und es braucht keinen speziellen Anlass, um eine Flasche zu öffnen. Tauchen Sie ein in die Geschichte des Schweizer Schaumweins.
Die Schweizer Schaumweintradition ist ganz eng mit einer einzigen Familie verbunden, der Familie Mauler. Gegründet wurde die Maison Mauler 1829 im ehemaligen Benediktinerkloster in Môtiers im Val-de-Travers. Als 1859, 30 Jahre später, Louis-Edouard Mauler die Geschicke der Firma übernahm, begann eine neue Ära. Mit seiner grossen Passion für das Produzieren aussergewöhnlicher Schaumweine und dem Keller des ehemaligen Benediktinerklosters, der beste Voraussetzungen für Lagerung und Reifung der Schaumweine bot, war der Grundstein für die grossartige Erfolgsgeschichte seiner Familie gelegt. Aus anfangs rund 1500 Flaschen wurden über die Generationen rund 700 000 im Jahr. Immer wieder wurde das Gebäude im Laufe der Zeit renoviert und umgebaut. «Wenn eine Seite fertig ist, kann man auf der anderen wieder beginnen», erzählt Geschäftsführer Caleb Grob (re. im Bild) bei unserem Besuch. Als letzte Neuerung kam die neu gestaltete Vinothek hinzu. Seit kurzem kann man auch Führungen durch das Priorat und den Keller inklusive Verkostung buchen. Eines ist immer gleich geblieben in der Maison Mauler: die Art der Schaumweinbereitung nach der Méthode traditionnelle. Ganz verschlossen hat man sich anderen Wegen aber nicht. Ein Pét Nat und alkoholfreie Schäumer ergänzen inzwischen das Sortiment. Man möchte ausprobieren, Erfahrungen sammeln und auch Menschen erreichen, die etwas anderes im Glas suchen.
Den Kern der Cuvées bilden Pinot Noir und Chardonnay. Der eine bringt Fülle und Kraft, der andere Finesse. Weitere Rebsorten ergänzen die Assemblagen. Die Trauben stammen von eigenen Rebbergen, von Partnerbetrieben in Neuenburg, anderen Schweizer Weinregionen sowie aus Frankreich. Nach der ersten Gärung vermählt Etienne Galimand (li. im Bild), der seit Sommer 2024 die Assemblagen als Önologe verantwortet, nach der Verkostung jedes einzelnen Weins die Grundweine. Abgefüllt wird nach wie vor im Keller des Priorats. Dabei helfen seit einigen Jahren Roboter. Die Arbeit ist monoton und körperlich anstrengend, die Maschinen entlasten die Mitarbeiter , die die Abläufe überwachen und nur im Notfall eingreifen. Für die zweite Gärung kommt der Liqueur de Tirage, eine Mischung aus in Wein gelöstem Zucker und Hefe, zum Grundwein, und die Flaschen werden mit einem Kronkorken verschlossen. Die Hefe vergärt den zugesetzten Zucker, Kohlensäure entsteht und bleibt in der Flasche. Bei rund zwölf Grad Celsius reifen die Schaumweine im Keller auf der Hefe, die jahrgangslosen Cuvées für 20 bis 36 Monate, die Jahrgangsweine oft vier bis sieben Jahre. Erst gegen Ende dieser Zeit wird gerüttelt, damit sich das Hefedepot im Flaschenhals sammelt. Bei den Jahrgangscuvées geschieht das von Hand auf den Rüttelpulten. Dafür braucht es Geschick und einen genauen Blick. Wann der Wein bereit ist, vom Depot getrennt zu werden, entscheidet der Önologe. Beim anschliessenden Degorgieren wird die Hefe entfernt. Auch die Grossflaschen mit bis zu sechs Litern durchlaufen bei Mauler die zweite Gärung in der Flasche und werden von Hand degorgiert. In der alten Krypta unter der Kirche Saint-Pierre liegen die ältesten Flaschen des Hauses. Sie sind geblieben, während andere längst weit gereist waren. Schon im 19. Jahrhundert fanden die Schaumweine von Mauler ihren Weg in viele Länder. Eine besonders schöne Geschichte führt allerdings ins Berner Oberland. Während des Ersten Weltkriegs sollen internierte britische Offiziere in Mürren zum nächtlichen Skifahren auf einen Hügel gestiegen sein. Oben angekommen, öffneten sie eine Flasche Mauler. Aus dem Hügel, schweizerdeutsch «Hubel», wurde der Maulerhubel. So jedenfalls wird es erzählt. Mauler, Mondschein und Pulverschnee. Auch das gehört zur Geschichte dieses Hauses.
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Bestellschluss: 10. November 2026
Cuvée Prestige Extra Brut Millésimé 2020
Zartfruchtiger und frischer Duft, dazu kommt ein Hauch Salzflakes, sehr einladend. Am Gaumen setzt sich die frische, delikate Frucht fort, sehr feinperlig und lebendig auf der Zunge. Ein hervorragender Speisenbegleiter mit grosser Balance. 2026 bis 2032.
Cuvée Excellence Brut Millésimé 2018
Duftet nach feinen roten Beeren, etwas Steinobst und Brioche. Auf der Zunge dicht gewoben, mit Zug, sehr elegant. Feine, brotige Anklänge und Pfirsichnoten. Cremig, aber mit lebhaften Noten am Gaumen. Langer, seidiger Nachhall, erste Reife. 2026 bis 2032.
Cuvée Louis-Edouard Mauler Brut Millésimé 2016
Reift rund acht Jahre auf der Hefe. Gelbfruchtig in der Nase, dazu traubige Noten und eine feine Holzwürze. Sehr elegant am Gaumen mit feiner Reife, cremige Noten und doch frisch. Beeindruckende Balance bis in den langen Abgang hinein. 2026 bis 2032.