Mit den Pievi in die Zukunft
Vino Nobile di Montepulciano DOCG

Eine Reihe einzigartiger Merkmale macht Vino Nobile zu einem Produkt mit starker Identität, unverwechselbarem Charakter und tiefer Verwurzelung in seinem Ursprungsgebiet. Nicht umsonst war der Vino Nobile 1980 der erste italienische DOCG-Wein (das Etikett wird noch heute in den Büros des Konsortiums aufbewahrt). Die Produktionsbestimmungen (erstmals 1966, zuletzt 2025 überarbeitet) umfassen alle charakteristischen Merkmale dieses Produkts. Dazu gehört seine enge Verbindung zu einem sehr begrenzten Anbaugebiet, das sich ausschliesslich auf die Gemeinde Montepulciano, die Renaissancestadt in der Provinz Siena, beschränkt: Für die Produktion kommen nur Weinberge in einer Höhe zwischen 250 und 600 Metern über dem Meeresspiegel in Frage. Überwiegend sind historische, einheimische Sorten für die Produktion vorgesehen, weshalb Sangiovese (in Montepulciano als Prugnolo Gentile bekannt) vorherrscht, daneben kommen Canaiolo Nero oder Colorino zum Einsatz, aber auch Merlot oder Cabernet sind erlaubt. Aktuell sind 270 Betriebe Mitglieder des Konsortiums, 78 davon füllen selbst ab. Bewirtschaftet werden rund 2000 Hektar Rebfläche.
«Die Verbindung unseres Weins mit dem Terroir ist für uns selbstverständlich.»
Andrea Rossi, Präsident des Consorzio Vino Nobile di Montepulciano
Seit 2025 ist eine neue Typologie des Vino Nobile di Montepulciano mit der Bezeichnung «Pieve» auf dem Markt. Diese Präzisierung zielt darauf ab, die Identität des Vino Nobile durch die Untersuchung von zwölf zusätzlichen geografischen Einheiten (den Pievi, den Kirchenbezirken des Katasters des Grossherzogs Leopold aus dem 18. Jahrhundert) und deren spezifische Boden-, geologische und historische Merkmale zu stärken. Ein Pieve zeichnet sich durch sein Terroir (insbesondere seine Subzonen), den Charakter der Sangiovese und anderer zugelassener einheimischer Rebsorten aus. Die Trauben dürfen ausschliesslich aus eigenen Rebbergen stammen, deren Pflanzen mindestens 15 Jahre alt sind.
Aber das ist noch nicht alles: Seit 2022 ist das Anbaugebiet des Vino Nobile nach dem Equalitas-Standard als erstes nachhaltiges italienisches Weinbaugebiet zertifiziert. Ein wichtiger Schritt, so der Präsident des Winzerkonsortiums, Andrea Rossi, um den Vino Nobile als grossen italienischen Wein auch in Zukunft zu positionieren.