Historische Technik

UNESCO: Fertiges Kandidaturdossier

Die Technik des Traubentrocknens in Valpolicella hat eine alte Geschichte. Schon im Jahr 580 n. Chr. beschrieb Cassiodorus, der Minister von Theoderich, König der Ostgoten, in einem Brief an den König die Produktionmethode und ihre Verbindung zur Gesellschaft.

Dieses kulturelle Element spiegelt die soziale, politische und wirtschaftliche Geschichte des Gebiets wider und zeigt dessen Entwicklung auf. Das langsame Trocknen der Trauben, die sorgfältig von Hand ausgewählt und geerntet werden, erfolgt auf traditionellen "arele" (Gestelle aus Schilfrohr, die früher zur Seidenraupenzucht verwendet wurden) in den sogenannten "fruttai" (Trocknungsräume). Diese fruttai sind entsprechend den Windrichtungen konstruiert und so positioniert, dass niedrige Luftfeuchtigkeit und hohe natürliche Belüftung gewährleistet sind.

Seit über 1500 Jahren repräsentiert diese Technik die Gemeinschaft des Valpolicella in einem so hohen Masse, dass eine vollständige Identifizierung zwischen dieser Technik und dem Gebiet besteht. Im Februar 2023 wurde während der Amarone Opera Prima die Fertigstellung des Dossiers für die Einreichung der Kandidatur der Technik des Traubentrocknens in Valpolicella als immaterielles Erbe der UNESCO bekannt gegeben.

Der Schwerpunkt des Dossiers liegt auf den vier Identitätspfeilern, die die Gemeinschaft zur Unterstützung der Valpolicella-Kandidatur betont. In diesem Gebiet gewährleistet die jahrhundertealte Technik des Traubentrocknens, wie im Dossier erwähnt, eine "pädagogische, ökologische, soziale Erneuerung und inklusive Funktion" und natürlich auch "eine önologische Funktion", da "ohne diese Technik die Weine des Gebiets nicht existieren würden". Zu den identifizierten Stärken gehört die territoriale Ausdehnung der Trocknungsmethode, die von 8000 Personen in den 19 Gemeinden der Appellation praktiziert wird.