Top Weinbars in der Schweiz – Unsere Empfehlungen

25 Weinbars, die Sie kennen sollten!

Text: Thomas Vaterlaus und Anick Goumaz, Foto: MG Photography / Magali Bouzas, René Ruis, Patrick Frank, z.V.g., SAMIRA HAAS, Stoob-Fotografie, Jacopo Salvi, MG Photography / Magali Bouzas, VIENS&VOIS / KEVIN MANAND

Sie lebt, die Schweizer Weinszene. Und wie! Das beweisen etliche neue, aber auch einige seit langem etablierte Weinbars, die mit höchst individuellen und qualitativ hochstehenden Konzepten ihre Gäste begeistern. Interessant ist dabei, dass die Naturweine, die im Markt noch immer ein Nischenprodukt darstellen, ein wichtiger Katalysator dieser Entwicklung sind. Auch food-mässig setzen viele Weinbars neue starke Akzente. Viele der Toasties, Focaccias oder Farinatas, die angeboten werden, sind nichts mehr und nichts weniger als «Gran Cucina in Miniatura». Wir stellen 25 Weinbars vor, an denen sich die Gegenwart des Weins ablesen lässt.

Wenn’s gärt am Berg!

1620 Vinothek & Bäckerei, Andermatt

Ein Stück Altweizenbrot mit frischer Butter, während im Glas die Bläschen des Vieille Vigne du Levant Extra Brut 2009 von ­Larmandier-Bernier spiralenförmig nach oben tanzen – braucht der Mensch mehr, um glücklich zu sein? Ergänzend zum Andermatter 5-Sterne-«Bling-Bling» geht es in diesem historischen Gemäuer, der Name «1620» erinnert an dessen Baujahr, ums Elementare. Etwa um natürliche Fermentation, die Grundlage von gutem Brot, Bier und natürlich Wein. Vor allem aber schaffen es die Gastgeber Elodie Madec und Dani Perez de Vera, in ihrem Lokal eine Stimmung zu kreieren, die eine gute Weinbar erst ausmacht. Die Weinkarte vereint Klassisches mit Überraschendem, etwa Timorasso von der anderen Seite der Alpen oder Orange-Weine aus Georgien oder dem slowenischen Karst. Interessant ist auch, dass Italien und Frankreich mit vielen gereiften Weinen vertreten sind.

1620.ch

Klein, aber fein

Bar Zum Teufelhof, Basel

Wer seinen Wein gerne casual in einer Szene-Bar schlürft, ist im pulsierenden Ambiente der Consum Weinbar an der berüchtigten Rheingasse wohl besser aufgehoben. Doch wer den Teufelhof betritt, wird Teil eines höchst raffiniert gewobenen Genuss- und Kulturprojektes. Und in der gemütlichen, überschaubaren und architektonisch wohlproportionierten Bar sitzt man gewissermassen im Zentrum dieses Kosmos, zu dem nebst dem Hotel auch ein Theater, ein Weinladen und die Werkstatt der Stadtmauer Brauer gehören. Wer beim Wein bleibt, wird auf der 80-seitigen, eher klassisch konzipierten Weinkarte sicher fündig. Etwa mit einem «Local Hero»: Das Signet kennzeichnet heimische Weine, die hier im Dreiländereck reifen. Die Speisekarte in der Bar ist überschaubar. Aber was braucht man mehr, wenn man doch zu einer Auswahl französischer Weichkäse von Maître Antony einen Mâcon Vieilles Vignes im Offenausschank geniessen kann?

teufelhof.com

Institution mit Stil

Mövenpick Wein-Bar, Zürich

Zugegeben: 1105 Franken für eine Flasche Wein sind schon hef-tig, aber: Der Castillo Ygay Blanco Rioja Gran Reserva Especial 1986 gehört definitiv zu den Weinen, die man einmal im Leben getrunken haben sollte. Und in der «Mövenpick Wein-Bar» an der ­Nüschelerstrasse gibt es diese Rarität noch. Sie kostet hier nur 25 Franken mehr, als man im Weinshop dafür bezahlt hat, als es diesen Cru dort noch gab. Der höchst humane Aufpreis von nur 25 Franken auf den Ladenpreis bei einem Angebot von 500 Weinen gilt als das zentrale Erfolgsrezept dieser Bar. Sie ist seit bald 50 Jahren der Treffpunkt der Zürcher Weinszene. Das anfänglich rustikale Interieur ist längst einem urban-gediegenen Ambiente gewichen. Die Bar könnte so auch in New York stehen. Nur wäre dort der besagte Castillo Ygay Blanco sehr, sehr viel teurer.

moevenpick-wein.com

Satt am Hang

Südhang & Satt, Zürich-Oerlikon

Ja klar, es gibt Weinhandlungen, in denen man was trinken kann. Und es gibt Weinbars, in denen man Wein kaufen kann. Aber kaum irgendwo gehen die Konzepte Weinhandlung, Bar und Restaurant so nahtlos beschwingt ineinander über wie an der Wallisellenstrasse 6 in Zürich-Oerlikon. Allein schon die Weinauswahl der Südhang-Aktivisten, mit ihrem Hang zu Temperament, Funk und Naturale, verspricht beschwingte Stun-den. Mit bestem Brot, Rohmilchkäse und Fleisch von glücklichen Tieren, gespült mit kühlem Beaujolais, wird aus der angedachten Afterwork-Genussstunde locker ein ganzer Abend. Und wer dann irgendwann so richtig Hunger bekommt, kann sich einen Stock tiefer im «Südhang»-Studio, wo Stefan Iseli (zuvor «Café Boy» und «La Salle») nun sein «Satt» betreibt, in kompetente und stets kumpelhaft relaxte Hände begeben.

suedhang.com/laden-oerlikon & restaurant-satt.ch

Pinot, Beats & Happy People

Wein Berneck, Berneck

Wer durch die Tür von «Wein Berneck» tritt, staunt nicht schlecht. Denn hier thront vielleicht der schönste Bartresen der Ostschweiz, natürlich mit edler Zinnabdeckung. Das Kultobjekt haben noch die Vorgänger des Önologen Ralph Heule von französischen Bistro-Bar-Bauern einbauen lassen. Eine Viertelmillion soll das Ding in etwa gekostet haben. Dank des Erbstücks ist Ralph Heule nicht nur Weinmacher, sondern auch Barkeeper. Von Montag bis Donnerstag ist die Bar abends geöffnet, und am «beflügelten Freitag» gibt es Live-Sound von heimischen Bands, die beweisen, dass im Rheintal echt die Post abgeht. Zu trinken gibt es Eigengewächse, und das ist bestens so: Mit Selektionen wie dem Souvignier Gris, dem vorzüglichen Pinot Noir Réserve und ganz besonders dem beschwingten, flaschenvergorenen Winzersekt 1001 Nacht rockt das Rheintal auch am Gaumen. Bleibt die Frage: Warum betreiben eigentlich nicht mehr Winzer eine solche Bar?

wein-berneck.ch

Engadiner Höhenflüge

Donatz Wine Bar, Samedan

Riechen Weine in der dünnen, trockenen Engadiner Bergluft wirklich eine Spur diskreter als im Flachland? Die Weinbar von Cornelia und René Donatz in Samedan ist der richtige Ort, um das herauszufinden. Die Karte dieser Institution des guten Geschmacks umfasst über 550 Weine. Die Auswahl verspricht Vielfalt auf hohem Niveau und zeigt klar die Vorlieben der Patrons. So sind nebst der Schweiz vor allem die Nachbarländer, die Iberische Halbinsel und als einzige Neue-Welt-Region auch Kalifornien vertreten. Variiert wird geschickt zwischen Power-Weinen und eleganten Gewächsen, dazu gehört etwa die vorzügliche Auswahl an Vulkanweinen vom Ätna. In hellem Holz gehalten, wirkt das Ambiente engadinerisch, schlicht und luftig. Das Motto «Vielfalt» prägt auch die kleine, feine Speisekarte, die gleichermassen Fleisch-Aficionados wie Vegetarier anspricht.

hoteldonatz.ch

Lambrusco, Piadine & mehr

Cavatappi Weinbar, Bern

Abseits der Altstadt, im lebendigen Länggasse-Quartier, hat sich Lisa Berger eine eigene kleine Weinwelt geschaffen. Im schlicht gehaltenen, warm wirkenden Interieur sorgen Weinetiketten und verspielte Fundstücke für Farbtupfer. Die annähernd 200 Positionen umfassende Weinauswahl beruht auf den persönlichen Präferenzen der Gastgeberin. Bei den Weissweinen ist die Pfalz stark vertreten, bei den Rotweinen die Bündner Herrschaft und das Piemont. Doch warum nicht wieder in die prickelnde Welt des Lambrusco einsteigen oder mit einem Orange eine andere Seite des Chasselas kennenlernen? Die Weine stehen zu Verkaufspreisen im Regal, wer die Flasche im Lokal geniesst, zahlt ein Korkgeld von 30 Franken dazu. Man kann auch jede Flasche deziliterweise geniessen, wenn mindestens zwei Gläser bestellt werden. Dazu gibt es Fleisch und Käse, Pasta und Suppe, aber auch Mezze und Piadine, hausgefertigte Teigfladen mit verschiedenen Füllungen.

lisas-cavatappi.jimdofree.com

Schatztruhe für Freaks

Bar Pinard, Lugano

Die Weinszene von Lugano ist nuancenreicher geworden. Fast alle kennen das «Bottegone del Vino» im Zentrum mit bewährtem, aber wenig überraschendem Angebot, dafür ist hier immer viel los. Einen Kilometer hinter der Seepromenade feuern derweil die Betreiber der von aussen unscheinbaren «Bar ­Pinard» ein Feuerwerk von neuen Weinideen ab. Etwa mit Champagner vom jungen, wilden Bastien Pointillart, Saumur Rouge von ­Guiberteau Romain oder den Topweinen von Jean-François ­Ganevat im Jura. Aber auch Klassiker fehlen nicht, so gibt es hier Barolo von Giacomo Conterno oder Rinaldi. Zusammen mit sorgfältig zubereitetem Fingerfood, wie Toast Milano (Salami, Rucola und Mayo) oder Crotone con Burrata mit gegrillten Pepperoni und süsssauren Zwiebeln, geht am Gaumen die Post ab. Nur schon beim Durchstöbern der Facebook-Seite der Bar bekommt man Lust, ins Auto zu steigen und loszufahren.

Tel.: +41 (91) 921 04 59, info@barpinard.ch

Schaufenster für Swiss Crus

Cork Club, Grindelwald

Wie kann man die Welt von der Qualität der Schweizer Spitzenweine überzeugen? Etwa, indem man sie dort präsentiert, wo sich alle Welt in der Schweiz trifft. Etwa in Grindelwald. Hier hat sich in den letzten Jahren das «Hotel Glacier» zu einem Leuchtturm der Weinkultur entwickelt. 650 Weine finden sich auf der Karte, 160 davon im Offenausschank. Kein Wunder, dass das «Glacier»-Restaurant beim Swiss Wine List Award 2025 den ersten Platz in der Kategorie Fine Dining & gehobene Küche belegte. Seit kurzem führen die weinbegeisterten Inhaber auch eine Weinbar an der Dorfstrasse, den «Cork Club», in dem das Licht von illuminierten Gläsern, die an der Decke hängen, auf die echten Weingläser auf den Tischen fällt. Obwohl das Ambiente von französischem Bistro-Flair geprägt ist, liegt der Fokus klar auf Schweizer Weinen. Eine zentrale Rolle spielen Crus, die im prestigeträchtigen Mémoire des Vins Suisses vertreten sind.

theglacier.ch

Feinste Bodenhaftung

Glou Glou, Luzern

Ahoi Neustadt! Es tut sich was hinterm Bahnhof Luzern. Und mittendrin liegt das «Glou Glou». Wer hier aus der Türe fällt, landet im provenzalischen Bistro-Ambiente der «Salü»-Cafébar. Oder auf der Waldstätterstrasse, die gerade zum Garten rückgebaut wird. Gleich um die Ecke, in der «Alten Apotheke», verkauft die Brei­tschmid-Familie ihre Sitenrain-Weine zusammen mit Secondhand-Mode. Im «Glou Glou» jagen Guru Christian Gujan und seine Mitkämpfer zielsicher den guten Geschmack in einfachen, aber stimmigen Kompositionen aus minutiös ausgewählten, nah gewachsenen Produkten. Der Gast darf sich entscheiden: Mangold oder Schweinsterrine, Randen oder Rindszunge? Die Weine hier schaffen beides bravourös. Die Karte umfasst viel Schweiz, viele Schäumer und eine kleine, aber feine Auswahl aus dem Burgund – mehr braucht der Mensch nicht. Spätestens bei der zweiten Flasche weiss der Gast dann auch, ob es am Gaumen wirklich «Glou Glou» macht oder eben doch «Glugg Glugg».

glouglou-luzern.ch

C’est magique!

Olo Bar, Winterthur

Sie hat gerade noch die Kurve gekratzt, die Weinbar-Szene in der Winterthurer Altstadt. Und wie! Denn das «Olo» setzt in fulminanter Manier das fort, was der «Wein-Punkt» eingeläutet hat. Das Ambiente wirkt in seiner Schlichtheit schon fast «extra brut». Die Message ist klar: Hier stehen nicht irgendwelche Design-Accessoires im Vordergrund, sondern die Gäste und das, was auf den Tisch kommt. Die Weinkarte bietet ein Feuerwerk aus individueller Klassik (Egly-Ouriet, Molitor, Lopez de Heredia, etc.) und «funky natural» im High-End-Bereich. Die Food-Karte ist klein, aber ambitioniert. Unsere persönlichen Foodpairing-Favoriten: Sauerteig-Focaccia mit Puschlaver Mortadella und Kemptthal-Stracciatella (gefertigt aus Mozzarella-Fasern und Rahm) zu einem prickelnden Radice Lambrusco di Sorbara von Paltrinieri. Oder Gnocchetti Sardi mit Lammragout zu einem Rocce Rosse Riserva Valtellina Superiore Sassella vom legendären Weingut ARPEPE. C’est magique!

olobar.ch

International lokal…

Viva, Zug

Zwischen Bahnhof und See wird in Zug ein neues Kapitel Weinkultur geschrieben. Mit viel Eichenholz, erdigen Tönen und Bordeauxrot wirkt das Ambiente im «Viva» international edel, die Bar würde auch in London oder Madrid «bella figura» machen, und gesprochen wird hier mindestens so viel Englisch wie Deutsch. Die Weinkarte mit ihren 165 Positionen vereint überraschend viele Stilistiken und Regionen und trägt die Handschrift von ­Isabelle Lauener. Die 30-jährige Hotelierstochter aus Altdorf absolvierte die Hotelfachschule Lausanne, schipperte auch mal auf der MS Europa 2 über die Meere und arbeitete als Vorbereitung auf ihr «Viva»-Abenteuer beim Weingut Pax in der Wachau. Zu ihren persönlichen Favoriten gehören etwa der weisse Colleita Finca O Figueiral von Coto de Gomariz in Ribeira (Spanien) oder der Ladoix Pinot Noir Premier Cru Le Bois Roussot der Domaine Cornu. Auf der Karte thronen Naturweine neben Legenden wie Domaine Leflaive, Château Rayas, Pétrus und Konsorten. Die Food-Karte vereint kleine Highlights, mit einem knusprigen Toastie liegt man immer richtig.

vivazug.ch

Der Gott des Weins

Chez Bacchus, Genf

1996 als «Galerie des Arts du Vin» gegründet, lag der Schwerpunkt zunächst auf Bordeaux-Weinen. 1999 erhielt das Haus seinen Namen, den es fast 30 Jahre lang behalten sollte: «Caveau de Bacchus». Nach der Gründung weiterer Filialen in Gstaad und Gland sowie der Erweiterung des Spirituosensortiments in einem Nebengebäude an der Cours de Rive in Genf baut die Marke ihr Angebot nun mit der Weinbar «Chez Bacchus» an derselben Adresse weiter aus. In dem grosszügigen, gemütlichen Lokal können die Gäste aus nicht weniger als 40 offenen Weinen sowie aus ei-ner aussergewöhnlichen Karte mit über 800 Referenzen aus den wichtigsten Weinbauländern wählen. Für die Seriosität der Auswahl sorgt ein kompetentes Team, zu dem auch der renommierte Sommelier Vincent Debergé gehört.

caveaudebacchus.ch

Internationale Stadt, Schweizer Weine

UVA, Genf

Die ganz in Holz und Leder gehaltene Weinbar «UVA» in der Nähe der Place Grenus bietet Gästen eine herzliche Atmosphäre. Bemerkenswert in einer internationalen Stadt: Hier werden ausschliesslich Schweizer Weine serviert, mit dem Fokus auf Genf und einer regelmässig wechselnden Karte. Dank der Zusammenarbeit mit Winzern aus dem Kanton kann die Bar auch ihre eigene Cuvée in limitierter Edition servieren. Ob Burrata, Doppelrahmkäse mit Jalapeños, Würfel aus Gruyère AOP auf einer grosszügigen Käseplatte oder auch gebackener Camembert: Die Karte verrät eine grosse Vorliebe für alle Arten von Käse. Auch Fleischliebhaber kommen mit köstlichen Wurstwaren auf ihre Kosten. Die «UVA» ist unter der Woche jeden Abend geöffnet; am Wochenende geschlossen.

uva-geneve.com

Direkt aus dem Fass

Street Cellar, Lausanne

Lebendige Weine, umgeben von Street Art und Street Food – das ist «Street Cellar»! Nur einen Katzensprung von der Metro entfernt, liegt diese einzigartige Weinbar im Herzen des pulsierenden Stadtteils Flon. Die Weine lagern hier nicht in Flaschen, sondern in Fässern. Winzer-Weinkeller trifft auf trendige City-Bar – eine wunderbare Kombination! Die Gastgeber empfangen ihre Gäste in entspannter Atmosphäre und verstehen es meisterhaft, die Weine ihrer befreundeten Winzer zu präsentieren. Im Sommer lädt eine grosse, belebte Terrasse ein. Köstliches Street Food begleitet die Weine mittags wie abends. Kult sind die Chicken Nuggets und Hot Dogs mit hausgemachter Relish-Sauce. Dank eines alten Handverkorkers kann man seinen Lieblingswein sogar mit nach Hause nehmen!

streetcellar.ch

Wein mit Aussicht

Au Bourg’Joie, Freiburg

Als eine der wenigen Weinbars im Kanton Freiburg bereichert das «Bourg’Joie» seit Ende 2023 die Weinszene und lädt zum Entdecken und Geniessen ein. Besonderes Highlight: die Terrasse, perfekt gelegen am Fusse der berühmten Kathedrale Saint-Nicolas. Hier, im touristischen Herzen der Altstadt, kommen sowohl Tagesgäste als auch Stammkunden zusammen. Ebenso punktet die Bar mit einer tollen Auswahl an Weinen, Tapas und den traditionellen Käse- oder Wurstplatten. Mit nur 25 Plätzen erinnert das Interieur an das Paris der 1920er Jahre. Um diese gemütliche Atmosphäre zu schaffen, hat der Betreiber die Flohmärkte durchstöbert. Der «Trödler-Bistrobetreiber» heisst Karl Ehrler und ist ein Profi im Freiburger Nachtleben, da er elf Jahre lang den legendären Club «Le Soussol» geführt hat.

Tel. +41 (0)78 726 84 61

Gemütliche Atmosphäre

Chauffage Compris, Neuchâtel

«Heizung inbegriffen» – ein komischer Name für ein Bar-Restaurant! Aber eigentlich logisch, denn es befindet sich in den ehemaligen Werkstätten und Büros der Heizungsbauer Prébandier und Luppi, deren Fassade sich nicht verändert hat. Vor 30 Jahren eröffnete das «Chauff’» und wurde schnell zu einem Muss in Neuenburg, ob zum Essen, zum Weintrinken oder zum Feiern bis spät in die Nacht. Es liegt in einer der charmanten Gassen der Hauptstadt, und man kann zwischen dem «Bistrot» und der Vinothek wählen. Letztere würdigt – zum Glück! – die Weine aus Neuenburg, von kleinen Kellereien bis hin zu prestigeträchtigen Edelweinen. Auf der Karte finden sich klassische europäische Appellationen, mit Schwerpunkt auf Portugal und einem seiner Stars: dem Portwein.

chauffagecompris.ch

Auf beiden Seitender Alpen

Cantina del Borgo, Martigny

Es gehört schon Mut dazu, im Wallis eine Vinothek für auslän-dische Weine zu eröffnen, aber wenn man mit Herzblut dabei ist, gibt es keine Grenzen mehr! Zumal Italien nur einen Katzensprung entfernt liegt – in der «Cantina del Borgo» fühlt man sich fast wie dort. Wie der Name schon sagt, befindet sie sich auf der Place du Bourg, die zum Entspannen und zu Gesprächen einlädt – im Sommer vor allem auf der Terrasse. Dann wird ein umfangreiches Programm mit Konzerten und gastronomischen oder regionalen Themenabenden auf die Beine gestellt. Während des restlichen Jahres werden besondere Tagesaktionen veranstaltet, beispielsweise Rindstatar jeden Mittwoch. Kürzlich wurden neue Weinprobierpakete zusammengestellt, bei denen man Weine aus dem Rhone-Kanton und dem Bel Paese kombinieren kann. Neben der Vinothek gibt es einen Ladenbereich, in dem über 150 Weine präsentiert werden.

cantina-delborgo.com

Das Reich der Terroirs

Château de Villa, Sierre

Die ältesten Mauern des Château de Villa, das stolz über Sierre thront, stammen aus dem 16. Jahrhundert. Die für die Erhaltung zuständige Stiftung hat dort bereits vor 25 Jahren eine Vinothek eingerichtet. Und was für eine Vinothek! Sie ist voll und ganz den Walliser Weinen gewidmet und umfasst fast 800 Referenzen. Viele davon sind online bestellbar, doch nichts ersetzt den Besuch dieses wunderbaren Ortes! Die Karte mit 20 Edelweinen, die glasweise probiert werden können, wird alle zwei Wochen erneuert, ergänzt durch das innovative Spiel «Six Couronnes». Es ist in drei Versionen erhältlich und macht die Weinprobe spielerisch und zugänglich, ohne selbst erfahrene Gaumen zu langweilen. Nach dem Aperitif ist natürlich das Raclette, bei dem man fünf Käsereien aus allen Ecken und Enden des Kantons miteinander vergleichen kann, ein absolutes Muss.

chateaudevilla.ch

Der Bielerseein Flaschen

Vinothek Viniterra, Twann

Die «Vinothek Viniterra» liegt nur wenige Gehminuten vom Bahnhof Twann entfernt und ist die beste Adresse, um Weine vom Bielersee zu entdecken. Sie befindet sich in einem malerischen, über hundertjährigen Haus. Hier empfängt Bettina Popp-Tschanz die Kundschaft mit viel Leidenschaft und fundiertem Wissen über die Appellation Bielersee AOC. Im Mittelpunkt stehen Weine von über 60 Produzenten aus der Region zur Degustation bereit. Jetzt muss man sich nur noch entscheiden, wo man sich hinsetzen möchte: an die gesellige Bar, ins wunderschöne Steingewölbe im Keller oder auf die Terrasse, wo Geniesser in der warmen Jahreszeit im Schatten jahrhundertealter Rebstöcke Platz nehmen können. Noch bis Mitte März erlebt man in der «Vinothek Viniterra» den Höhepunkt der Saison: die berühmte lokale Treberwurst.

viniterra-bielersee.ch

Tapetenwechsel gleich beim Bahnhof

Pop Bar, Sion

Das Interieur erinnert an eine Zigarrenbar, während die Terrasse sich zu ihren Pariser Einflüssen bekennt: Die «Pop Bar» hat schnell für Aufsehen gesorgt, sowohl bei Weinliebhabern als auch -experten, die dort gerne Degustationen veranstalten. Sie liegt im Herzen eines neuen zentralen Stadtviertels: Cour de Gare in Sion. Chefin Mélanie Deshayes empfängt ihre Gäste mit einem Lächeln und viel Kreativität, vor allem, wenn es darum geht, neue Kooperationen und Themenabende zu organisieren. Die Weinkarte stellt jeweils zwei Produzenten in den Vordergrund, die alle zwei Wochen wechseln. Obwohl Mélanies Herz den Walliser Weinen gehört, serviert sie mit Freude auch Cocktails – mit oder ohne Alkohol.

popbar-sion.ch

Geduld zahlt sich aus!

Maison des Vins de La Côte, Mont-sur-Rolle

Die Eröffnung dieser Bar wurde mit viel Spannung erwartet: Fast zehn Jahre lagen zwischen der Entstehung des Projekts und der Einweihung des Ortes im Oktober 2024. Das Warten hat sich gelohnt, denn die «Maison des Vins» liegt inmitten der Weinberge mit Blick auf den Genfer See in einem modernen Gebäude, das sich gut in die Landschaft einfügt. Wie der Name schon sagt, ist es ausschliesslich den Produzenten der Waadtländer Appellation La Côte AOC vorbehalten. Hier präsentieren nicht weniger als 82 Winzer ihre Weine, die man mitnehmen oder vor Ort geniessen kann, begleitet von Köstlichkeiten aus der Region. Chefin des Hauses ist Nathalie Ravet. Sie ist in der Region verwurzelt, Tochter und Schwester von Spitzenköchen und wurde mehrfach von renommierten Gastronomieführern als «Sommelière des Jahres» ausgezeichnet.

maisondesvins.ch

Das Revival

118 x SAPIDE, Aigle

Das «118» hatte seine Blütezeit vor etwa zehn Jahren in der Stadt Aigle, im Herzen der Waadtländer Appellation Chablais AOC. Der Name lag auf der Hand, denn es befindet sich in den ehemaligen Räumlichkeiten der Feuerwehr. Nach Jahren der Schliessung erweckten Marie und Davy das Lokal zu neuem Leben und nannten es «118 x SAPIDE». Auch das Konzept wurde überar-beitet und punktet jetzt mit Events, Brunchs und einer Feinkostabteilung, die einfach Lust auf mehr macht. Für den Durst sorgt die sorgfältig ausgewählte Weinkarte von Davy, einem diplomierten Sommelier. Interessierte Gäste können sich mit ihm über lokale Weine austauschen und vielleicht sogar einige Winzer aus der Region treffen, die hier gerade eine wohlverdiente Pause geniessen.

instagram.com/118xsapide

Das Leben im Schloss

Les Caves du Château, Delémont

Das Anfang des 18. Jahrhunderts erbaute Schloss überragt die Altstadt von Delémont und ist eines der berühmtesten Barockdenkmäler des Kantons Jura. Seit jeher beherbergen seine unterirdischen Gewölbe die Weine des Fürstentums. Die Vinothek «Les Caves du Château» erinnert an dieses historische Erbe. Herr des Hauses ist der junge Léo Macquat, ein Kind der Stadt. Er bringt Erfahrungen aus Sternerestaurants und aus seiner Zeit als Winzerlehrling bei Javet & Javet im Freiburger Vully ein. Mit viel Dynamik schafft er es, seine Kundschaft zu begeistern: mit Weinprobenpaketen inklusive Tapas, Grands Crus glasweise dank Coravin, Workshops für Gruppen und der Möglichkeit, Räumlichkeiten für Veranstaltungen zu mieten.

lescavesduchateau.ch

Im Herzen der Weinberge

La Maison de la Petite Arvine, Fully

Die im Sommer 2025 eröffnete «Maison de la Petite Arvine» ist ein Muss für jeden Weintouristen im Wallis. Das Projekt geht auf rund 20 Winzer zurück, die den Verein «Fully Destination Petite Arvine» gegründet haben. Nach Abschluss der Renovierungsarbeiten übernahm Edoardo Morgagni die Leitung. Mit eidgenössischem Sommelier-Diplom und langjähriger Erfahrung im «Château de Villa» in Sierre ist er ein ausgewiesener Kenner der Walliser Weine. In seiner neuen Wirkungsstätte in Fully bietet er über 60 Weine zur Verkostung vor Ort oder zum Mitnehmen an. Ergänzt wird das Angebot durch einen Laden mit Spezialitäten wie Roggenbrot, Raclettekäse und Fleisch von Eringerkühen. All dies unter dem Blick der Fresque des Vignerons von Pierre Faval, eines Werks, das den Einwohnern von Fully sehr am Herzen liegt.

maisonpetitesarvines.ch