11. Grand Prix du Vin Suisse

Die besten Weine der Schweiz

Text: Thomas Vaterlaus, Alexandre Truffer

Fast 3000 Weine wurden zum Grand Prix du Vin Suisse 2017, organisiert von VINUM und der Vereinigung VINEA, eingereicht. Auch dank der vielen Weine aus dem Superjahr 2015 war das qualitative Niveau an dieser elften Austragung des Grand Prix überaus hoch. Auf den folgenden 18 Seiten stellen wir Ihnen die Siegerinnen und Sieger des grössten und wichtigsten Weinwettbewerbs der Schweiz vor. Vorhang auf für die 78 besten Schweizer Weine, die gegenwärtig im Markt erhältlich sind!

Weingut des Jahres 2017

Les Frères Dutruy Founex (VD)

Ein Duo mit Power!

Am 19. Oktober 2007 ging das Weingut Frères Dutruy in die Geschichte ein. Zumindest in die Geschichte des Schweizer Weins… Denn an diesem Tag holte sich der Gamaret Les Romaines 2005 beim Grand Prix du Vin Suisse in Bern den ersten Platz in der heiss umkämpften Kategorie Sortenreine Rotweine. Ein Waadtländer Rotwein aus Founex – einem Dorf, das mehr für seine Immobilienpreise als für die Qualität seiner Rebberge bekannt ist –, erzeugt von zwei blutjungen Winzern, die gerade mal eben ihre Ausbildung abgeschlossen hatten, zog einfach so an den Walliser und Deutschschweizer Spezialitäten vorbei. Die Überraschung war perfekt! Zehn Jahre später können Christian (Jahrgang 1975, Eidgenössisches Meisterdiplom im Weinbau, mit 23 Jahren, und drei Jahre lang Leiter einer Kellerei in Südafrika, die 15 Millionen Liter Wein erzeugte) und Julien (fünf Jahre jünger, Bester seines Jahrgangs an der Weinhochschule Bordeaux, Gevrey-Chambertin und Château Smith-Haut-Lafitte im Lebenslauf) nun den Lohn zwölfjähriger Arbeit geniessen. 

Exzellenz vom Boden bis ins Glas

2005 übernahmen die beiden Brüder das Familienweingut. Ihr Vater, Jean-Jacques Dutruy, hatte als erster Winzer Weine mit der Bezeichnung AOC Founex in den Handel gebracht und die Premiumlinie Les Romaines geschaffen. Bei der Übernahme hatte das Weingut bereits einen guten Ruf, doch wurde damals nur ein kleiner Teil der Erzeugung in Flaschen abgefüllt. Julien und Christian stellten sich einer klaren Herausforderung, doch um den Wein aus ihren 25 Hektar Rebbergen in Founex, Coppet und Commugny trotz der fortdauernden Weinkrise verkaufen zu können, blieb ihnen nur eine Wahl: Sie mussten bessere Weine erzeugen als ihre bereits gut eingeführten Konkurrenten. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, beschloss die Familie, sich in allen Erzeugungsschritten zu verbessern. Besonderes Augenmerk legten sie dabei auf das Pflanzenmaterial (der Betrieb verfügt über eine der grössten Rebschulen der Schweiz), aber auch auf die Aufmachung der Flaschen und die Werbung für das Weingut. Christian und Julien liessen wirklich nichts aus, um vom Boden bis ins Glas Exzellenz zu gewährleisten. So kommen etwa im Rebberg möglichst wenig synthetische Mittel zum Einsatz und die 2015 erneuerten Kelleranlagen gehören zu den modernsten der Schweiz. Mit dem Brut Rosé Les Romaines und dem Gewürztraminer Passerillé Grande Réserve Les Romaines haben sie ihr Ziel schliesslich erreicht: Beide liegen in ihrer jeweiligen Kategorie auf dem zweiten Platz und verhelfen so Frères Dutruy zum Titel «Weingut des Jahres 2017». Doch diese Trophäen sind nur die Spitze des Eisbergs, denn die Brüder brachten es mittlerweile auf sage und schreibe 38 Auszeichnungen bei den Weissweinen, 18 bei den Roséweinen und 47 bei den Rotweinen, wie man ihrer Website aktuell entnehmen kann.
www.lesfreresdutruy.ch

Schaumweine

Frédéric Dumoulin SA, L’Orpailleur Uvrier (VS) 

Prickelnder Walliser

Die Schaumweine haben in der Romandie in den letzten Jahren einen bemerkenswerten Aufschwung erlebt. Als Motor dieser Entwicklung haben sich vor allem kühlere Subregionen in der Waadt, Genf und Neuenburg etabliert. Das Wallis dagegen, wo in den Toplagen im Sommer ein Steppenklima herrscht und Feigen- und Olivenbäume zwischen den Reben wachsen, galt bisher als tendenziell zu heiss, um knackige Schaumweine hervorzubringen. Dass es trotzdem geht, beweist unter anderem Frédéric Dumoulin mit seinem Brut de l’Orpailleur, einem reinsortigen Chardonnay, der mit seiner knackigen Frische durchaus an einen Blanc de Blancs aus der Champagne erinnert. Frédéric Dumoulin arbeitete als Önologe in einem grossen Wein-Handelshaus, bis er 1999 seine eigene Domäne gründete. Heute vinifiziert er Trauben von rund 25 Hektar, die von seinem eigenen Team bearbeitet werden. Dies erlaubt es ihm, die Chardonnay-Trauben zu jenem frühen Zeitpunkt zu ernten, damit aus ihnen ein frischer Schäumer entstehen kann. www.orpailleur.ch

1. Platz

Brut de l’Orpailleur 2014, AOC Valais

In der Nase vornehm, aber verhalten, Aromen von exotischen Früchten und Äpfeln. Dazu ein Anflug von Nüssen und Wiesenkräutern. Im Gaumen ausgewogen und gut strukturiert, mit angepasster Dosage. Im Abgang frisch. 2017 bis 2019.

2. Platz 

Les Frères Dutruy, Founex (VD)
Les Romaine Brut Rosé 2015, AOC La Côte

Zarte Aromen von roten Waldbeeren, dazu frische Kräuter und Pfirsich, auch ein Anflug von salzigen Noten. Im Gaumen temperamentvoll. Charaktervoller Schäumer, sehr frisch im Abgang. 2017 bis 2020.
www.lesfreresdutruy.ch

3. Platz 

Mauler & Cie SA, Môtiers (NE)
Bel Héritage 2012, Vin de Pays Suisse

Komplexe, edle Aromen von Gebäck, Agrumen, Kräutern, Mirabellen und weissem Pfeffer. Im Gaumen dicht gewoben und erfrischend trocken, mit präsenter Mousse. Edle Zartbitter-Noten im Abgang. 2017 bis 2022.
www.mauler.ch

Nominierte

Domaine de Champvigny, Satigny (GE)
Champvigny Brut, AOC Genève

www.champvigny.ch

Cave du Chevalier Bayard SA, Varen (VS)
Jeanne 2015, AOC Valais

www.chevalier-bayard.ch

Weingut FIBL, Frick (AG)
Crémant Brut 2014, AOC Aargau

www.weingut.fibl.org

Chasselas

Les Fils Rogivue Chexbres (VD) 

Allez «Saint-Saph»!

Das Lavaux ist das Zentrum der Chasselas-Kultur. Und nirgends lässt sich der besondere Esprit dieser Sorte und das Charisma der Winzer so gut ergründen, wie im malerischen Dörfchen Saint-Saphorin. Die Winzerfamilie Rogivue, die dieses Traditionsgut bereits in der dritten Generation führt, residiert im benachbarten Dorf Chexbres in einem stolzen Winzerhaus und bewirtschaftet insgesamt zehn Hektar Reben in den Subregionen Chardonne, Saint-Saphorin, Dézaley und Bonvillars. Rund zwei Drittel dieser Fläche ist mit Chasselas bestockt, und wer ihre Weine verkostet, merkt schnell, dass dies mehr als nur berechtigt ist. Allein aus Saint-Saphorin bringen sie mit dem mineralisch geprägten Tour de la Paleyre, dem eleganten, gut strukturierten Les Fosses und dem feinfruchtigen Bellevue drei verschiedene Selektionen in die Flasche. Der beim diesjährigen Grand Prix siegreiche Bellevue stammt von einer erhöhten Lage, die von Wald umgeben unterhalb der Autobahn liegt. www.rogivue.ch

1. Platz

St-Saphorin Bellevue 2016, AOC Lavaux

Ein expressiver Chasselas. Intensive Aromen von weissen Blüten, auch ein Touch von süsslich wirkender, exotischer Frucht. Im Gaumen dicht gewoben, komplex und füllig. Ausgewogen und lang anhaltend. 2017 bis 2020.

2. Platz 

Patrick Fonjallaz, Epesses (VD)
La Rionde Saint-Saphorin 2016, AOC Lavaux

Sehr sortentypische, edle Aromatik mit Mandeln, Tee und Blüten, auch ein Anflug von Äpfeln. Im Gaumen klar strukturiert, präsente Kohlensäure, im Abgang edler Anflug von Bittermandeln. 2017 bis 2022.
www.patrick-fonjallaz.ch

3. Platz 

Alexis Jacquérioz SA, Martigny (VS)
Fendant Martigny 2016, AOC Valais

Diskret verhaltene, aber edle Aromatik mit einem Anflug von Jasmin und traubenwürzigen Komponenten. Im Gaumen lebendig, angepasste Kohlensäure und im Abgang sehr schön saftig und frisch. 2017 bis 2020.
a.jacquerioz@bluewin.ch

Nominierte

Domaine Antoine Bovard, Cully (VD)
Calamin Grand Cru 2016, AOC Lavaux

www.domaine-antoine-bovard.ch

J. & P. Testuz SA, Vevey (VD)
Domaine de la Doges 2016, AOC Lavaux

www.testuz.ch

Ozenit SA, Granges (VS)
Fendant 2015, AOC Valais

www.ozenit.ch

Müller-Thurgau

Jürg Obrecht Weine Jenins (GR) 

Herrschaftlich frisch

Im kleinen Weinbaudorf Jenins ist das Gut von Jürg Obrecht eine Grossmacht. Denn hier werden nicht nur die Trauben der eigenen sieben Hektar Reben vinifiziert, sondern auch die Ernte von weiteren 20 Hektar in Jenins und Maienfeld, die dazu gekauft werden. Obwohl der Pinot Noir mit einem Anteil von 80 Prozent klar die Hauptsorte ist, stossen die weissen Spezialitäten auf wachsendes Interesse. Zu diesen gehört heute auch wieder der Riesling-Sylvaner. Modern, das heisst ohne Säureabbau gekeltert, überrascht er heute mit edler Muskatnote und lebendiger Frische. Jürg Obrecht hat das Weingut nach dem überraschenden Tod seines Vaters im Jahr 1997 übernommen und seither gezielt weiter entwickelt. 2005 wurde der Keller auf den technologisch neuesten Stand gebracht. Für die Vinifikation und den sortentypischen Charakter der Obrecht-Crus ist der aus dem Berner Oberland stammende Kellermeister Andrin Schifferli verantwortlich. www.obrechtweine.ch

1. Platz

Jeninser Riesling-Sylvaner 2016, AOC Graubünden

Charaktervoller Riesling-Sylvaner mit Noten von Passionsfrucht und Kernobst, aber auch gelben Früchten und einer Spur Muskat. Im Gaumen überraschend kernig und charaktervoll. Erfrischende, spritzige Säure. 2017 bis 2019.

2. Platz 

Schnorf Weinbau, Uetikon am See (ZH)
Riesling-Sylvaner 2016, AOC Zürichsee

Wirkt ausgesprochen frisch, mit Noten von frischen Äpfeln, besonders Granny Smith, dazu Kräuter und frisches Gras. Im Gaumen gut strukturiert mit kerniger Herbe und guter Länge. Ausgewogen. 2017 bis 2019.
www.schnorf-weinbau.ch

3. Platz 

Siebe Dupf Kellerei AG, Liestal (BL)
Baselbieter Riesling-Sylvaner 2016, AOC Basel-Landschaft

Vielschichtiger Wein mit exotischer Frucht, aber auch Noten von Pfirsich, dazu Pfeffer und Tabak. Im Gaumen dicht gewoben, mit saftiger Säure und edlem Schmelz. Wirkt ausgesprochen trinkig. 2017 bis 2019.
www.siebe-dupf.ch

Nominierte

Weingut Nadine Saxer, Neftenbach (ZH)
Nobler Weisser 2016, Vin de Pays Suisse

www.nadinesaxer.ch

Klosterkellerei Einsiedeln, Einsiedeln (ZH)
Initio 2016, AOC Zürichsee

www.klosterkellerei.ch

Weingut am Steinig Tisch, Thal (SG)
Riesling-Sylvaner 2016, AOC St. Gallen

www.rutishauser-weingut.ch

Sortenreine Weissweine

Cave du Rhodan Mounir Weine AG Salgesch (VS)

Grosse «Petite»

Olivier Mounir ist ein Perfektionist, bei allem, was er anpackt. Als Triathlet nahm er einst am Ironman in Hawaii teil. Und als Klarinettist spielte er schon in verschiedenen Orchestern. Nach seinem Studium baute er mit zwei Kollegen eine Beratungsfirma auf, die heute über 30 Mitarbeiter beschäftigt. Doch im Alter von 40 Jahren stieg er aus seiner ersten Berufskarriere aus und übernahm das Familienweingut in Salgesch, um hier erneut Karriere zu machen. Nicht nur mit einem beeindruckendem Sortiment qualitativ erstklassiger Weine, sondern auch mit seinem Bemühen um Nachhaltigkeit. So verfügt das Gut heute über eine autarke Energieversorgung und investiert viel Geld in den Unterhalt der Trockenmauern. Und die Crus aus dem Naturpark Pfyn-Finges werden biodynamisch angebaut und teilweise in Betoneiern vinifiziert. Sein bereits vielfach ausgezeichneter Petite Arvine zeigt derweil vorbildlich, was die Sorte heute im Wallis zu leisten vermag. Ein idealer Wein zu Fischgerichten und Meeresfrüchten. www.rhodan.ch

1. Platz

Petite Arvine 2015, AOC Valais

Sehr elegant, reichhaltig und perfekt komponiert. Anflug von Grapefruit und Bergamotte, dazu auch Wiesenkräuter, Glyzinien. Im Gaumen füllig und komplex. Getragen von einer saftigen Säure und viel Schmelz. 2017 bis 2022.

2. Platz 

Cave des Bernunes, Sierre (VS)
Païen 2016, AOC Valais

Verhaltene, aber edle Aromatik mit süssen exotischen Früchten wie Ananas, aber auch Wiesenkräutern. Im Gaumen sehr gut strukturiert, basierend auf einer präsenten Säure. Schöne Frische im Abgang. 2017 bis 2022.
www.cavebernunes.ch

3. Platz 

Cave Sandrine, Anne-Carole und Conrad Caloz, Miège (VS)
Païen les Bernunes 2016, AOC Valais

Vielschichtige Aromatik mit Aprikosen, Pfirsich, aber auch Agrumen, dazu Kräuter und eine Spur Anis. Im Gaumen sehr reichhaltig, mit einer angepassten Säure. Edelbittere Töne im Abgang. 2017 bis 2020.
www.cavecaloz.ch

Nominierte

Gianni Bernasconi, Chardonne (VD)
Pinot Blanc de Chardonne 2016, AOC Lavaux

www.vins-neyroud.ch

Renaissance Vins SA, Charrat (VS)
Petite Arvine Domaine de Clavoz 2015, AOC Valais

www.renaissance.ch

Cave Corbassière, Saillon (VS)
Heida Réserve 2014, AOC Valais

www.corbassiere.ch

Weisse Assemblagen

Vinigma GmbH, Valentin Schiess Basel (BS)

Basler Wein-Zauberer

Dass die Schweizer Weinszene sich heute so dynamisch, kreativ und innovativ wie nie zuvor präsentiert, liegt an Persönlichkeiten wie Valentin Schiess. Dieser vinifiziert in der Stadt Basel (seine Weinkellerei ist die einzige auf Stadtgebiet) beispielsweise ausgewählte Gamaret- und Pinot-Noir-Trauben aus Jenins zu einem amaroneähnlichen Meditationswein. Oder eben Humagne-Blanche- und Petite-Arvine-Trauben aus dem Wallis zu seiner Assemblage Apriori, eine Hommage an Bergsonne und Urgestein. Valentin Schiess agiert im Weinland Schweiz ähnlich wie die heute trendbestimmenden Wein-Unternehmer in Kalifornien oder Australien. Dabei helfen ihm Erfahrungen, die er in Argentinien, wo er etwa beim bekannten Weingut Familia Zuccardi gearbeitet hat, Priorat, Neuseeland, Südafrika oder dem Piemont gesammelt hat. «Ich bin Bauer und Industrial-Gipsy, Schreibtisch-Önologe und Experimental-Praktiker», beschreibt er sich auf seiner Homepage. Was er mit dieser Philosophie in die Flaschen zaubert, ist mehr als nur erstaunlich. www.vinigma.ch

1. Platz

Apriori 2016, AOC Valais

Animierende Cuvée aus Humagne Blanche und Petite Arvine. Komplexe Aromatik mit Ananas, Litschi, Wiesenkräutern, aber auch mineralischen Noten. Im Gaumen herrlich geradlinig, knackig und erfrischend. 2017 bis 2022.

2. Platz 

Domaine Château du Crest, Jussy (GE)
Premium Blanc 1er Cru 2015, AOC Genève

Die im Barrique ausgebaute Cuvée aus Chardonnay und Sauvignon Blanc überrascht mit Noten von Maracuja und etwas Mandarine, aber auch edlem Apfelgebäck. Saftig und frisch, mit viel Schmelz. 2017 bis 2022.
www.domaineducrest.ch

3. Platz 

Domaine Chervet, Praz (FR)
Cuvée de l’Arzille 2015, AOC Vully

Komplex komponierte Assemblage aus Sauvignon Blanc, Freisamer und Grauburgunder. Vielschichtige Aromen von Pfirsich, Äpfeln, Vanillegebäck und edlen Würznoten. Sehr gut strukturiert. Animierend. 2017 bis 2025.
www.domainechervet.ch

Nominierte

La Vaudoise des quatre-vents, Perroy (VD)
Cassiopée Perroy Grand Cru 2016, AOC La Côte

www.lesquatrevents.ch

Cave de Jolimont SA, Mont-sur-Rolle (VD)
L’As de coeur 2016, AOC La Côte

www.schenk-wine.ch

Cave Petite Vertu, Chamoson (VS)
Libertin 2015

www.petite-vertu.ch

Rosé und Federweisse

Cave des Coteaux Areuse-Boudry (NE)

Qualität ohne Grenzen

Dieses Jahr liessen die Neuenburger Kellereien ihren Konkurrenten keine Chance. Die drei Œil-de-Perdrix aus dem Nordwesten der Schweiz besetzten alle drei Siegertreppchen. Und da Qualität und Menge bisweilen durchaus vereinbar sind, befinden sich neben Jean-Christophe Porret, dem aufsteigenden Stern dieser Weinregion, die beiden grössten Œil-Erzeuger des Kantons: Cave des Coteaux und Château d’Auvernier, beide Meister in der Herstellung dieses legendären Rosé aus Pinot Noir. Die 1949 gegründete, eher unauffällige Genossenschaftskellerei Cave des Coteaux ist vor allem für ihre Marken bekannt, wie etwa Vin du Diable oder Terra Ancestra. Unter der Leitung von Pierre-Alain Jeannet zog das Unternehmen 2003 um und übernahm das über 200 Jahre alte Weingut Caves Châtenay-Bouvier, dessen berühmte, von der Önologin Janine Schaer ausgetüftelte Weine, wie etwa der Bouvier Brut und der Château de Vaumarcus, seither sein Angebot bereichern. www.cave-des-coteaux.ch

1. Platz

Œil-de-Perdrix Les Petits Crêts 2016, AOC Neuchâtel

Klare und verführerische Aromen von roten Beeren, besonders Himbeeren und Waldbeeren, dazu Sommerkräuter und ein Anflug von erdigen Noten. Auch im Gaumen geprägt von frischer Beerenfrucht. Hat viel Charme. 2017 bis 2019.

2. Platz 

Domaine des Cèdres, Jean-Christophe Porret, Cortaillod (NE)
Œil-de-Perdrix 2016, AOC Neuchâtel

Verhaltene Aromen von Himbeeren, aber auch Mirabellen, Agrumen sowie etwas Anis und würzige Noten. Zeigt im Gaumen eine gute Fülle. Getragen von kernigem Gerbstoff und einer saftigen Säure. 2017 bis 2019.
www.porretvins.ch

3. Platz 

Caves du Château d’Auvernier, Auvernier (NE)
Œil-de-Perdrix 2016, AOC Neuchâtel

Verhaltene, aber interessante Aromatik mit zarten Himbeernoten, aber auch herben Komponenten wie Bohnerwachs und eine Spur von Leder. Im Gaumen kernig, vom Gerbstoff getragen. Charaktervoller Wein. 2017 bis 2020.
www.chateau-auvernier.ch

Nominierte

Berthaudin SA, Carouge (GE)
Speed Tasting 2016, AOC La Côte

www.berthaudin.ch

Domaine Château-du-Crest, J. Meyer & Cie., Jussy (GE)
Domaine Rosé 2016, AOC Genève

www.domaineducrest.ch

Weinbau Wetli, Männedorf (ZH)
Federweisser 2016, AOC Zürichsee

www.weinbau-wetli.ch

Gamay

Cave Mabillard Champlan (VS) 

Meister der Finesse

Der in seiner heutigen Form im Jahr 1987 von Martial Mabillard konzipierte Betrieb wird heute von Vérène und Jean-Claude Mabillard geführt. Die von ihnen bewirtschafteten Reben befinden sich auf der rechts der Rhône liegenden Talflanke zwischen Sion und Grimisuat. Angebaut werden sieben verschiedene Sorten, nebst Chasselas, Pinot Noir und Gamay auch Spezialitäten wie Muscat Blanc, Diolinoir oder Humagne Rouge. Seit 2012 wurden die Weine von Vérène und Jean-Claude Mabillard mehrfach ausgezeichnet. Dies gilt besonders für den Gamay, bei dem schon der Jahrgang 2015 bei der La Sélection des Vins du Valais eine Goldmedaille erhielt. Der Wein zeigt denn auch in vorbildlicher Weise, was die Walliser Gamay-Selektionen besonders auszeichnet. In den exponierten Südlagen der rechten Talseite reifen Weine, welche mit einer bemerkenswerten Fruchtfülle überzeugen, ohne die sortentypische Bekömmlichkeit zu verlieren. Der Jahrgang 2016 zeigt diese besondere Charakteristik in ausgeprägter Weise. www.cavemabillard.ch

1. Platz

Gamay 2016, AOC Valais

Warm anmutende, reife Frucht mit eingemachten Walderdbeeren, auch Brombeeren, dazu Noten von Unterholz, Sommerkräutern und eine Spur Teer. Im Gaumen kernig, ausgewogen, mit gut stützender Säure. 2017 bis 2019.

2. Platz 

Domaine des Charmes, Satigny (GE)
Le Baron Rouge 1er Cru 2016, AOC Genève

Sehr frischer, animierender und temperamentvoller Gamay. Rote Beeren, besonders Himbeeren und Veilchen. Im Gaumen fruchtbetont bei mittlerer Fülle und dank der saftigen Säure beschwingt. 2017 bis 2020.
www.domainedescharmes.ch

3. Platz 

Château de Valeyres, Valeyres-sous-Rances (VD)
Gamay Confidentiel 2015, AOC Côtes de l’Orbe

Wirkt in der Nase voll ausgereift mit Erdbeeren und Sauerkirschen, aber auch Zwetschgen, Lakritze, Minze und eine Spur von Rumtopf. Im Gaumen viel fruchtbetonter Charme, lebendige Säure. 2017 bis 2019.
www.chateauvaleyres.com

Nominierte

Les Frères Dubois, Cully (VD)
Dézaley Grand Cru Versailles 2015, AOC Lavaux

www.lfd.ch

Domaine des Molards, Russin (GE)
Gamay Réserve du Domaine 2015, AOC Genève

www.molards.ch

Cave Nouveau St-Clément, C. Lamon & Cie SA, Flanthey (VS)
Gamay 2016, AOC Valais

www.cavelamon.ch

Pinot Noir

Domaine Jean-René Germanier Vétroz (VS) 

Die Eleganz der Höhe

Jean-René Germanier und Gilles Besse haben dem Wallis in den vergangenen 25 Jahren viele wegweisende Impulse gegeben. Kaum ein anderes Weingut verkörpert die Vorreiterrolle so konsequent wir ihres. Ihr Cayas spielt international in der Syrah-Topliga, obwohl sie diesen Wein in der «unschweizerisch» anmutenden Menge von 30 000 Flaschen produzieren. Auch der raren Sorte Amigne haben sie mit verschiedenen Crus zum Durchbruch verholfen. Zudem produzieren sie einen Teil ihrer Weine heute kontrolliert biologisch und setzen jetzt auch mit der Burgundersorte Pinot Noir neue Massstäbe. Dafür haben sie in Vex am Eingang zum Val d’Hérens einen 1,7 Hektar grossen Rebberg restauriert, beziehungsweise neu angelegt. Hier, am Waldrand gelegen, zwischen 500 und 800 Metern über Meer, reift auf einer Gletschermoräne ihr Pinot Noir Clos de la Couta. Vergoren wird der Wein in offenen Eichenstanden, danach reift er 24 Monate im Holz. Das Resultat ist ein ungewöhnlich charakterstarker und temperamentvoller Cru. www.jrgermanier.ch

1. Platz

Pinot Noir Clos de la Couta Vex 2015, AOC Valais

Vielschichtige, reife Aromen mit Erdbeeren und Waldbeeren, auch Zwetschgen und Rumtopf, dazu verführerische Würznoten. Im Gaumen gut strukturiert, mit kernigem, präsentem Gerbstoff und einer angepassten Säure. 2017 bis 2025.

2. Platz 

Cave Saint Philippe, Salgesch (VS)
Pisür Pinot Noir de Salquenen 2015, AOC Valais

Eigenständiger Pinot mit Aromen von frischen Beeren, aber auch Wiesenkräutern, besonders Minze und feinwürzige Noten. Im Gaumen druckvoll, mit kernigem Tannin. Edle Bitternote im Finish. 2017 bis 2022.
www.cave-st-philippe.ch

3. Platz 

Kindhauser-Berghof, Wiesendangen (ZH)
Pinot Noir Barrique Wiesendangen 2015, AOC Zürich

Wirkt in der Nase voll ausgereift mit Noten von Sauerkirschen, Rumtopf und Schokolade. Auch erdige Noten. Im Gaumen sehr präsent, mit schöner Fruchtfülle und einer saftig-frischen Säure. 2017 bis 2022.
www.kindhauser-berghof.ch

Nominierte

Johanni Weinbau, Jenins (GR)
Pinot Noir Sélection 2015, AOC Graubünden

www.johanniweine.ch

Aagne, Familie Gysel, Hallau (SH)
Pinot Noir Barrique 2015, AOC Schaffhausen

www.aagne.ch

Agroscope Wädenswil, Wädenswil (ZH)
Pinot Noir Barrique 2015, AOC Zürichsee

www.agroscope.admin.ch

Gamaret, Garanoir (reinsortig oder in Assemblagen)

Domaine du Centaure Dardagny (GE) 

Verführerischer Genfer

Es überrascht nicht, dass der erste Titel in dieser neugeschaffenen Kategorie in den Kanton Genf geht. Denn hier haben sich diese beiden Neuzüchtungen der Forschungs-anstalt in Changins aus dem Jahr 1970 besonders gut etabliert. Die Winzerfamilie Ramu ist in Dardagny schon seit dem 15. Jahrhundert heimisch. Ihren vorzüglichen Ruf verdankt die Domäne vor allem Claude Ramu, der 1982 die Verantwortung für den Betrieb übernahm, ihr den Namen Domaine du Centaure gab und den bekannten Genfer Künstler Serge Diakonoff beauftragte, die heute schon legendären Etiketten zu entwerfen. Das Gut ist seit langem bekannt für seine vorzüglichen Spezialitäten, die aus Sorten wie Gewürztraminer, Findling, Scheurebe, Cabernet Dorsa oder eben den am diesjährigen Grand Prix siegreichen Garanoir gekeltert werden. Seit kurzem wird Claude Ramu im Betrieb von seinen Söhnen Julien und Nicolas unterstützt. Zu dritt sorgen sie dafür, dass die dynamische Qualitätsentwicklung in diesem 20 Hektar umfassenden Betrieb weitergeht. www.domaine-du-centaure.ch

1. Platz

Légende 2015, AOC Genève

Reinsortiger Garanoir. Vielschichtige Aromen von Waldbeeren, aber auch Unterholz, Bohnerwachs, Kakao und Kaffee. Im Gaumen sehr dicht gewoben, mit viel Power und einem kernigen Gerbstoff. Lang anhaltend. 2017 bis 2025.

2. Platz 

Domaine de la Crosettaz, Gilly (VD)
Le Désir Noir 2016, AOC La Côte

Diese Cuvée aus Gamaret und Garanoir betört mit jugendlicher Kirschfrucht, dazu Waldbeeren, Holunder und schwarzem Pfeffer. Auch im Gaumen fruchtbetont, gut strukturiert, mit präsentem Gerbstoff. 2017 bis 2022.
www.lacrosettaz.ch

3. Platz 

Weinbau Wetli, Männedorf (ZH)
Gamaret 2014, AOC Zürichsee

Perfekt komponierter Gamaret mit Aromen von Waldbeeren, Veilchen, Geranien und Kräutern. Gut eingebundene Würznoten. Im Gaumen füllig und ausgewogen, getragen von feinkörnigem Gerbstoff. 2017 bis 2022.
www.weinbau-wetli.ch

Nominierte

Domaine de la Croix, Bursins (VD)
Gamaret 2016, AOC La Côte

www.domainedelacroix.com

Les Propriétés de la Ville de Payerne, Payerne (VD)
Les Réserves de l’Abbatiale 2016, AOC Lavaux

www.lesproprietesdepayerne.ch

Caves de Chambleau, Colombier (NE)
Métissage Cuvée Pénélope 2015, AOC Neuchâtel

www.chambleau.ch

Merlot

Piccola Vigna Sagl Coldrerio (TI)

Klein, aber fein

Es hat in der Gegend von Chiasso, einer der wichtigsten Bahndrehscheiben im Schienenverkehr zwischen Nord und Süd, eine lange Tradition, dass SBB-Angestellte in ihrer Freizeit ihren eigenen Wein anbauen. So war es nichts Ungewöhnliches, als Piermarco Soldini im Jahr 1994 den kleinen Rebberg seines Vaters übernahm. 1998 stiess sein Schwager Pierwalter Trapletti dazu und die beiden entwickelten ein «Nebenerwerbs»-Weingut der besonderen Art. Nicht nur, dass sie inzwischen mit zwei Hektar eine beachtliche Rebfläche bewirtschaften. Sie keltern ihre Weine auch selber. Dabei werden sie von ihren Familien tatkräftig unterstützt. Während es sich bei ihrem «normalen» Merlot, der im Stahltank reift, um einen überaus geradlinigen und trinkigen Alltagswein handelt, zeigt sich ihre Barrique-Selektion, die von 30-jährigen Reben stammt, tiefgründig, gehaltvoll und komplex. Kein Wunder, sorgte dieser Wein dieses Jahr schon beim Mondial du Merlot für Schlagzeilen, erreichte er doch die höchste Bewertung bei diesem Concours. www.piccolavigna.ch

1. Platz

Piccola Vigna Merlot Barrique 2013, DOC Ticino

Wirkt reif und sehr charaktervoll, Aromen von Johannisbeeren, herbale Noten und verführerische, aber gut eingebundenen Eichenholzwürze. Im Gaumen sehr finessenreich, getragen von einer präsenten, saftigen Säure. 2017 bis 2024.

2. Platz 

Uvavins, Cave de la Côte, Tolochenaz (VD)
Le Bernardin Collection Bernard Ravet 2015, AOC La Côt
e

Sehr eleganter Merlot, geprägt von frischer Beerenfrucht, besonders Johannisbeeren und Waldbeeren, sowie eleganten Würznoten. Entwickelt im Gaumen viel Zug, mit feinkörnigem, edlem Tannin. 2017 bis 2025.
www.uvavins.com

3. Platz 

Tamborini Carlo SA, Lamone (TI)
Castelrotto 2015, DOC Ticino

Reife Waldbeeren, Cassis, Garrigue-Kräuter und präsente, edle Würze mit Noten von Zigarren und Schokolade. Zeigt im Gaumen viel Rückgrat, mit präsentem Gerbstoff und saftiger Säure. 2017 bis 2027.
www.tamborinivini.ch

Nominierte

Hammel SA, Terres de Vins, Rolle (VD)
Merlot Apicius Vieilles Vignes 2014, AOC Chablais

www.hammel.ch

Agriturismo Tenuta Pian Marnino, Gudo (TI)
Pian Marnino Merlot 2015, DOC Ticino

pianmarnino@bluewin.ch

Tenuta Agricola Luigina SA, Stabio (TI)
Ronco die Profeti 2015, IGT Svizzera Italiana

www.tenutaluigina.ch

Sortenreine Rotweine

Kellerei Leukersonne Susten (VS) 

Kerniger Charmeur

René Seewer war begeisterter Hobbywinzer, bevor er 1976 zusammen mit seiner Frau das Weingut Leukersonne gründete. Seit 1997 wird der Betrieb in zweiter Generation von den Söhnen Jörg und Damian betrieben, die heute nicht weniger als 27 verschiedene Weine abfüllen. Dabei gehen die beiden immer wieder auch neue Wege. Etwa wenn sie im steilen Gelände bei Niedergampel neue Terrassenrebberge anlegen. Oder wenn sie als Antwort auf den Siegeszug des Primitivo ihren Positivo lancieren. Die Assemblage aus Gamaret und Merlot wird aus angetrockneten Trauben gekeltert, was dem Wein mehr Wucht verleiht. Schon fast ur-walliserisch mutet dagegen ihr Cornalin an. Ergab die Sorte früher zumeist ungestüme beziehungsweise etwas rustikale Weine, so entstehen heute mehr und mehr Gewächse, die mit viel dunkelbeeriger Frucht und würzigen Noten den Geschmack der heutigen Konsumenten treffen. Der ausgesprochen beerenfruchtig-verführerische Cornalin von Jörg und Damian Seewer ist ein perfekter Botschafter dieses neuen Stils. www.leukersonne.ch

1. Platz

Cornalin 2016, AOC Valais

Violettschwarzes, jugendliches Elixier mit Aromen von dunklen Beeren, aber auch Pfeffer und anderen Gewürzen. Im Gaumen ein Anflug von Extraktsüsse, dann stoffig, dicht gewoben und ausgewogen. Sehr elegant! 2017 bis 2023.

2. Platz 

Cave du Vieux Moulin, Vétroz (VS)
Syrah Réserve 2015, AOC Valais

Charaktervoller Syrah. In der Nase verhalten, mit Anflug von Brombeeren, Pfeffer, auch Zimt und etwas Muskat, sowie herbale Noten. Im Gaumen gute Fülle und feinkörniges, präsentes Tannin. 2017 bis 2022.
www.papilloud.com

3. Platz 

Adrian & Diego Mathier Nouveau Salquenen AG, Salgesch (VS)
Syrah Diego Mathier 2015, AOC Valais

Eleganter, sehr ausgewogener Syrah. In der Nase verhalten, mit dunklen Waldbeeren, Sommerkräutern und Veilchen. Gut eingebundene Würznoten. Im Gaumen dicht gewoben und vollmundig. 2017 bis 2024.
www.mathier.com

Nominierte

Cave du Vidomne, St-Pierre-de-Clages (VS)
Syrah Modus Vivendi 2012, AOC Valais

www.levidomne.ch

Domaine Jean-René Germanier, Vétroz (VS)
Cayas Syrah 2013, AOC Valais

www.jrgermanier.ch

Cave Mabillard, Champlan (VS)
Syrah 2016, AOC Valais

www.cavemabillard.ch

Rote Assemblagen

Weingut Erich Meier Uetikon am See (ZH)

Südlicher Zürcher

Erich Meier hat es in den letzten 15 Jahren geschafft, an der exklusiven Zürcher Goldküste, wo die Bodenpreise zu den höchsten in der Schweiz gehören, ein neues Weingut zu etablieren, das heute zu den Vorzeigegütern des Weinbaukantons Zürich gehört. Ehrgeiz, Perfektionismus, gepaart mit einer jugendlichen Lockerheit im Auftritt, waren der Schlüssel zum Erfolg. Wer sein Weingut besucht, vom schlicht gestylten Verkostungsraum bis zu seinem Maschinenpark, wo auch die ältesten Geräte noch so glänzen, als seien sie eben erst gekauft worden, merkt rasch, dass hier nichts dem Zufall überlassen wird. Dies gilt auch für seine betont schlichten Etiketten und das ganze Corporate Design, das von einer renommierten Zürcher Agentur entwickelt worden ist. Ebenso minuziös komponiert wirkt seine rote Cuvée Plural, die rund zwölf Monate lang in Barriques reift. Trotz fruchtbetonter Fülle und Extraktsüsse zeigt sich diese Top-Cuvée (13,8 Volumenprozent Alkohol) dank des kernigen Tannins ausgewogen und trinkig. www.erichmeier.ch

1. Platz

Plural 2015, AOC Zürich

Perfekt auf der Frucht gebaute Cuvée aus Diolinoir (90 Prozent) und Pinot Noir. Dunkle Waldbeeren, auch Heidelbeeren, dezente Würznoten. Im Gaumen fruchtbetont, mit feinkörnig-präsentem Gerbstoff. Lang anhaltend. 2017 bis 2025.

2. Platz 

Cave du Vidomne, St-Pierre-de-Clages (VS)
Baton Rouge 2012, Vin de Table Suisse

Gelungene Cuvée aus Barbera und Sangiovese. In der Nase verhalten, mit Aromen von Waldbeeren und Sommerkräutern. Im Gaumen Anflug von Extraktsüsse, dann kräftig strukturiert, mit viel Biss. 2017 bis 2020.
www.levidomne.ch

3. Platz 

Zweifel Weine & Getränke AG, Zürich
Binôme 2015, Vin de Pays Suisse

Interkantonale Cuvée der Weinhäuser Zweifel und Varone aus Syrah, Cabernet Cubin und Cabernet Cortis. Viel frische Brombeeren und Kirschen. Vollmundig, mit reifem Tannin und saftiger Säure. 2017 bis 2023.
www.zweifelvinarium.ch

Nominierte

Cantina Settemaggio, Monte Carasso (TI)
Vindala 2014, IGT Svizzera Italiana

www.settemaggio.ch

Cantina Magiro, Gorduno (TI)
M&G 2015, DOC Ticino

www.magiro.ch

Weingut Wolfer, Weinfelden (TG)
Sequana 2016, AOC Thurgau

www.wolferwein.ch

Weine mit Restzucker (ab 8 Gramm pro Liter)

Provins Valais Sion (VS) 

Edelsüsses Monument

Provins (Weingut des Jahres 2008 und 2013) verarbeitet Trauben von 800 Hektar Rebbergen im ganzen Wallis und kann sich dabei auf das Know-how der beiden renommierten Önologen Damien Carruzzo und Luc Sermier verlassen. Die Genossenschaftskellerei mit an die 3300 Mitgliedern konnte sich mit Domaine Tourbillon 2012 in der Kategorie der Weine mit über acht Gramm Restsüsse pro Liter durchsetzen. Dieser edelsüsse Wein wird auf einem ein Hektar grossen Weingut nach den Vorgaben der Charta Grain Noble ConfidenCiel erzeugt. Die mit alten Ermitage- und Petite-Arvine-Reben bestockten, terrassenförmig angelegten Rebberge gehören dem Bistum Sitten. Seit Mitte der 1990er Jahre wird die bischöfliche Marsanne Blanche immer am Jahresende gelesen und ergibt so einen grossen edelsüssen Wein, der im Verlauf einer langen Barrique-Reifung noch an Komplexität gewinnt. Und wieder einmal ging die Rechnung auf: Der Jahrgang 2012 wurde nicht nur beim Grand Prix du Vin Suisse prämiert, sondern auch bei den Decanter Awards 2017 mit einer Platinmedaille und dem Titel «Bester Schweizer Süsswein» ausgezeichnet. www.provins.ch

1. Platz

Domaine Tourbillon 2012, AOC Valais

Monumentale Marsanne-Trockenbeerenauslese. Noten von Quitten, Aprikosen, Rosinen, auch Schwarztee, Gebäck und edle Botrytisnoten. Im Gaumen hochkonzentriert, mit perfektem Spiel zwischen Süsse und Säure. 2017 bis 2035.

2. Platz 

Les Frères Dutruy, Founex (VD)
Les Romaines Gewürztraminer 2015, AOC La Côte

Eigenständige Aromatik mit Cassis, Rhabarber, Rosenblättern und pikanten Würznoten. Im Gaumen dicht gewoben. Gute Balance zwischen Restzucker und edlen feinherben Noten. Bittermandeln im Finish. 2017 bis 2025.
www.lesfreresdutruy.ch

3. Platz 

Domaine du Mont d’Or SA, Sion (VS)
Johannisberg Saint-Martin 2013, AOC Valais

Vielschichtige Aromatik mit Ananas, Mango, Rosinen, aber auch Trüffeln und erdigen Noten. Im Gaumen mächtig und sehr süss, aber ausbalanciert durch eine angepasste Säure und zartbittere Noten. 2017 bis 2030.
www.montdor.ch

Nominierte

Domaine des Muses, Sierre (VS)
Petite Arvine Flétrie 2013, AOC Valais

www.domainedesmuses.ch

Cave Cordonier et Lamon SA, Flanthey (VS)
Muscat Flétrie La Mià Follià 2015, AOC Valais

www.cordonier-lamon.ch

Agriloro SA, Genestrerio (TI)
Millefiori 2015, IGT Svizzera Italiana

www.agriloro.ch

Prix Bio

Domaine La Capitaine Begnins VD 

Zum fünften Mal!

1994 erhielt Reynald Parmelin als erster Winzer des Waadtlands das Gütesiegel von Bio Suisse. Diese langjährige Erfahrung im biologischen Anbau erklärt wohl auch den Erfolg des Weinguts beim Grand Prix du Vin Suisse. Bei den letzten neun Wettbewerben konnte sich Domaine La Capitaine in Begnins bereits fünf Mal den Prix Bio sichern. 2009, 2010 und 2011 überzeugte der Johanniter die Jury. Diese pilzresistente Rebsorte ist eine Kreuzung aus Pinot Gris, Chasselas, Riesling und Seyve-Villard. 2016 ging dieser Spezialpreis an den Pinot Noir aus Begnins, der sich im Finale der gleichnamigen Kategorie allerdings nicht durchsetzen konnte. Dieses Jahr konnte unter allen eingereichten Bioweinen eine Pinot Gris Spätlese die höchste Punktzahl erreichen. Reynald Parmelin will sein Engagement für einen umweltschonenden und qualitativ hochwertigen Weinbau einem möglichst breiten Publikum näherbringen. Deshalb veranstaltet er auf seinem Weingut vor der herrlichen Kulisse des Sees und des Mont Blanc zahlreiche unterhaltsame und gastronomische Events. www.lacapitaine.ch

1. Platz

Vengeance tardive Begnins 2016

Ausdrucksstarker Pinot Gris mit Aromen von Ananas, anderen exotischen Früchten, Kernobst, florale Noten und eine Prise Pfeffer. Im Gaumen ausgewogen, mit animierendem Spiel zwischen Restsüsse und Säure. 2017 bis 2025.

Grand Prix 2017

Mit 2840 eingereichten Weinen beweist der Grand Prix du Vin Suisse 2017 einmal mehr seine zentrale Bedeutung für das Weinland Schweiz. Es ist der einzige grosse Concours, bei dem Weine aus allen Landesteilen und allen Sorten verkostet werden. Damit ist der Grand Prix du Vin Suisse die prestigeträchtigste Schaubühne für das qualitativ orientierte Weinschaffen in unserem Land. Dies auch, weil sich der Grand Prix ständig weiterentwickelt und neue Tendenzen aufgenommen hat. Nachdem 2012 letztmals eine neue Kategorie eingeführt worden ist, nämlich für Schaumweine, wurden dieses Jahr erstmals die besten Gewächse aus den Westschweizer Neuzüchtungen Gamaret und Garanoir gekürt. Den Titel in dieser neuen Kategorie holte sich die Domaine du Centaure aus Dardagny (Genf) mit ihrem Légende, einem reinsortigen Garanoir. Der Grand Prix ist auch ein Seismograph für die Veränderungen in der Schweizer Weinszene. Ein Trend ist die vermehrte Flexibilität der Winzer, die zunehmend Trauben aus verschiedenen Anbaugebieten keltern. Der beste Beweis dafür ist die weisse Assemblage «A Priori», für die Valentin Schiess ausgewählte Walliser Trauben in der Stadt Basel gekeltert hat. Der Wein gewann die Kategorie Weisse Assemblagen sowie den «Prix Vinissimo weiss» (Coup de Coeur der Jury).

Zweistufiges Verfahren

Die 2840 eingereichten Weine wurden Ende Juni von einer rund 170 Weinfachleute (Winzer, Weinhändler, Sommeliers, Journalisten etc.) umfassenden «Grand Jury» bewertet. Dabei wurden nicht nur die begehrten Gold- und Silbermedaillen vergeben, sondern auch die jeweils sechs bestbewerteten Weine in den 13 Kategorien bestimmt, die sich für den Final, sprich für die grosse Gala des Schweizer Weins in Bern, qualifizieren. Die Gewinner der verschiedenen Kategorien (Plätze 1, 2 und 3) wurden in einer zweiten Runde von einer internationalen Jury ermittelt. Zu dieser Jury gehörten: Paolo Basso, «Bester Sommelier der Welt» 2013 (Schweiz), John Chua, Consultant (Singapur), Robin Kick, Master of Wine und Consultant (USA), France Massy, Journalistin (Schweiz), François Murisier, Vinea (Schweiz), Sue Style, Journalistin, unter anderem für Decanter (England), Pierre Thomas, Journalist (Schweiz), Alexandre Truffer, Redaktionsleiter der französischen VINUM-Ausgabe (Schweiz), Thomas Vaterlaus, Chefredaktor VINUM (Schweiz) und Emeline Zufferey, Önologin Vinea (Schweiz).

Infos und Bilder zum Wettbewerb
www.grandprixduvinsuisse.ch

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