Berühmter Weinunternehmer
Vittorio Frescobaldi gestorben

Text: Alice Gundlach | Veröffentlicht: 03.09.2026
Er galt als eine der prägendsten Persönlichkeiten seiner Zeit für den toskanischen Weinbau: Der Weinunternehmer Vittorio Frescobaldi im Alter von 97 Jahren in Florenz gestorben.
700 Jahre Familientradition
Vittorio Frescobaldi gehörte der 31. Generation einer Familie an, deren Verbindung zum Weinbau mehr als 700 Jahre zurückreicht. Bereits im Mittelalter belieferte Frescobaldi unter anderem den englischen Königshof, Päpste und die einflussreichen Familien von Florenz.
Den Wandel eingeläutet
Nach seinem Agrarstudium in Florenz, das er 1953 abschloss, stieg Frescobaldi in das Familienunternehmen ein. Gemeinsam mit seinen Brüdern Ferdinando und Leonardo führte er das Weingut durch eine entscheidende Phase des Wandels. Tradition sollte bewahrt, zugleich aber mit modernen unternehmerischen Konzepten verbunden werden.
Bedeutende Weingüter übernommen
Zu den bedeutenden Kapiteln seiner Laufbahn gehörte die Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Weinpionier Robert Mondavi. Daraus entstand in den 1990er-Jahren das gemeinsame Projekt Tenuta Luce in Montalcino – ein Symbol für die zunehmende Internationalisierung des toskanischen Spitzenweins.
Unter seiner Führung erwarb das Familienunternehmen das bedeutende Brunello-Weingut Tenuta Castel Giocondo im Jahr 1989. Die Partnerschaft mit Robert Mondavi führte unter anderem auch zum Einstieg bei Ornellaia in Bolgheri.
Sohn führt heute Familienunternehmen
1977 wurde Frescobaldi zum «Cavaliere del Lavoro» ernannt. In seinen späteren Jahren übergab er die Führung des Familienunternehmens an seinen Sohn Lamberto, blieb der Familie und der Weinbranche jedoch eng verbunden. Lamberto ist heute, neben der Führung des Familienunternehmens, auch Präsident des Branchenverbands Unione Italiana Vini.
Sarg mit Weinreben geschmückt
Der Marchese Vittorio Frescobaldi starb in der Nacht zum 26. August 2026 in Florenz. Bei seiner Beerdigung am 29. August in der Florentiner Basilika Santo Spirito wurde sein Sarg mit Weinreben, Olivenzweigen und Trauben geschmückt – ein stilles Symbol für das Lebenswerk eines Mannes, dessen Name untrennbar mit dem Wein der Toskana verbunden ist.