Hotspot Paris

La Buvette

Das «La Buvette» ist eine kleine, schnuckelige Weinbar, die offiziell keine sein darf. Camille Fourmont, gab vor etwa zwei Jahren ihren Job als Barmanagerin von Inaki Aizpitartes «Le Dauphin» auf. Sie wollte etwas Eigenes erschaffen. «Wenn du deinen Job als Berufung siehst, wirst du irgendwann selbstständig», erzählt sie grinsend. Das kleine Ladenlokal in der Rue Saint-Maur, das heute das «La Buvette» beheimatet, hatte sie schon lange im Auge. «Ein klassischer Weinhandel nach dem Motto ‹rein, Flasche kaufen, raus› kam für mich nicht in Frage. Ich wollte einen Ort schaffen, an dem ich mit den Menschen etwas Zeit verbringen kann», erklärt sie. Auf eine Flasche Vin Naturel bei Camille – genau so fühlt sich das «La Buvette» heute auch an. Die Menschen hier an der Theke und auf den wenigen Stühlen kennen sich, kommen offenbar regelmässig und halten bei einem Gläschen einen kurzen Schwatz. Bunt gemischtes Publikum, wie man es im hippen elften Arrondissement erwartet.

Einige Zeit lang wurde das «La Buvette» von den Pariser Hipstern belagert, aber die sind längst weiter gezogen. Weil der Vermieter keine Weinbar in seinem Haus möchte, ist das «La Buvette» so etwas wie ein Weinladen, in dem man Flaschen öffnen und leeren darf, dazu aber etwas Kleines essen muss. Camille serviert ausschliesslich Naturweine oder befreite Weine, wie es ein Gast wunderbar formulierte. Und dazu reicht sie immer wieder wechselnde Speisen im Tapasstil. Die hausgemachte Terrine darf niemand verpassen. Ob Wein oder Essen, Camille sieht sich als Vermittlerin zwischen Produzenten und Konsumenten. «Ich will die guten Sachen mit immer mehr Menschen teilen. Das ist mein Job. Deshalb ist es mir auch wichtig, dass die Gäste die Produkte in ihrer Umgebung finden und kaufen können», sagt sie. Man könnte das «La Buvette» durchaus mit einem guten Plattenladen vergleichen: Er ist nie leer, die Besucher sind meist nett, und man geht niemals ohne ein gutes Gespräch oder eine interessante Entdeckung nach Hause.