Die besten Schweizer Weine

and the Winner is...

Text: Thomas Vaterlaus, Alexandre Truffer

13. Grand Prix du Vin Suisse

Dem Superjahr 2018 sei Dank! Nach zwei eher schwierigen, mancherorts von Frost und Hagel beeinträchtigten Jahren hat der qualitativ und quantitativ überdurchschnittliche Jahrgang 2018 den diesjährigen Wettbewerb geradezu beflügelt. Der Grand Prix du Vin Suisse 2019 hat dann auch alle bisherigen Rekorde gebrochen: 3254 Weine von 544 Weingütern aus 21 Kantonen haben am Concours teilgenommen, der bereits zum 13. Mal von der Vereinigung VINEA und VINUM, dem Magazin für Weinkultur, organisiert worden ist. Folgend präsentieren wir Ihnen die Sieger dieses wichtigsten nationalen Wettbewerbes für Schweizer Weine. Vorhang auf für die aktuell besten Schweizer Crus!

Weingut des Jahres

La Côte ist top

Cave de la Côte Tolochenaz (VD)

Erstmals erringt die Cave de la Côte den prestigeträchtigsten Titel beim Grand Prix du Vin Suisse und darf sich als «Weingut des Jahres» feiern lassen. Dieser Erfolg zeichnete sich seit langem ab. Schon seit Jahren ist die grösste Kellerei der Waadt gewissermassen Dauergast auf dem Podium. 2018 errang sie mit dem Gamaret Réserve Collection Inspiration 2015 einen Kategoriensieg. Das Jahr zuvor glänzte sie mit dem Bernardin Collection Bernard Ravet 2015. Der vollmundige, würzige Merlot konnte sich in der gewöhnlich von den Tessiner Weinen dominierten Kategorie auf dem zweiten Rang behaupten. Auch mit ihren Schaumweinen war die Kellerei wiederholt erfolgreich. Etwa 2014, als sie mit der Cuvée Auguste Chevalley Brut den Sieg in dieser Kategorie errang.

«Die Linie Esprit Terroir umfasst traditionelle Chasselas-Weine für Puristen, mit denen wir unser Know-how unter Beweis stellen und die vielfältigen Terroirs der Region zur Geltung bringen.» 

Julien Hoefliger Leiter der Cave de la Côte

Ein Herz für den Chasselas 

Der Wegbereiter dieses beachtlichen Erfolges ist ein aussergewöhnlich kompetenter Önologe, zu dessen eindrucksvollem Repertoire sowohl druckvolle Rotweine als auch elegante Schaumweine und erfrischende Rosés gehören. Vielleicht hatten die Unternehmensleiter dies ja bereits im Hinterkopf, als sie 2003 den 30-jährigen Önologen aus Chile anwarben. Rodrigo Bantos Grossvater war in den 30er Jahren aus der Zentralschweiz nach Chile ausgewandert. Er selbst studierte an der Universität von Santiago und arbeitete anschliessend in verschiedenen grossen südamerikanischen Weingütern, bevor er sich entschloss, in die Heimat seiner Vorfahren zurückzukehren. Damals befand sich der Chasselas selbst im Weingebiet La Côte auf dem Rückzug. Rote Spezialitäten waren angesagt. Doch viele Kellereien in der Schweiz bekamen diese Rebsorten nur schwer in den Griff. Die Genossenschaftskellerei gewann mit Rodrigo Banto einen Spezialisten, der sich auf diesem Gebiet bestens auskennt. 

Allerdings reichen die Kompetenzen des Önologen weit über die Erzeugung von Spezialitäten hinaus. Rodrigo Banto beherrscht auch den Chasselas mit Meisterhand. Nicht umsonst trug er beim Mondial du Chasselas bereits zwei Siege davon. 2016 setzte sich die Cave de la Côte, damals noch unter dem Namen Uvavins, mit dem Morges Vieilles Vignes 2015 durch. Für den Önologen ist dieser Wein «die Frucht zweier Selektionen: den besten Trauben von über 20 Jahre alten Rebstöcken in den Rebbergen um Morges und den besten Gärbehältnissen und Fässern. Diese gelun-gene Kombination ergibt einen Chasselas, der mittlerweile zum Kultwein aufgestiegen ist.» Zwei Jahre später konnten sich Kellereichef Julien Hoefliger und Verkaufsleiterin Sylvie Camandona beim Mondial du Chasselas in Aigle erneut über den «Weltmeistertitel» freuen. Damals hiess der Preisträger Mont-sur-Rolle La Montoise 2017.

Die beiden genannten Weissweine sind heute die Paradeweine der Linie Esprit Terroir, die Julien Hoefliger wie folgt beschreibt: «Traditionelle Chasselas-Weine für Puristen, mit denen wir unser Know-how bei der Erzeugung dieser symbolträchtigen Weissweine unter Beweis stellen und die Vielfalt der Region zur Geltung bringen.» Dieses Leitbild gehört eindeutig zu den Erfolgsfaktoren der Kellerei, denn La Cave de la Côte verdankt ihren Titel zwei Chasselas-Weinen der Linie Esprit Terroir: Coteau d’Aubonne 2018 und Luins Bravade 2018 belegten die beiden Spitzenränge der Kategorie Chasselas. 

Spannender Dreikampf um den Sieg

Mit zwei nominierten Weinen (nur die Basler Siebe Dupf Kellerei war mit drei Finalisten besser aufgestellt) und zwei Preisträgern (wie Siebe Dupf und das Zürcher Weingut Gehring) hatte die Cave de la Côte gute Aussichten auf die höchste Auszeichnung. Den Ausschlag gab schliesslich ein drittes Kriterium, das Grosskellereien allerdings meistens eher zum Nachteil gereicht: das Verhältnis von eingereichten zu prämierten Weinen. Mit sage und schreibe 21 Gold- und Silbermedaillen in elf der 13 Kategorien des schweizweiten Wettbewerbs gelang der Genossenschaftskellerei eine wahre Meisterleistung.

Schaumweine

Das Wallis schäumt!

Germanier Cave du Tunnel 
Conthey (VS)

Die Inspiration für seinen Brut du Valais holte sich Jacques Germanier Ende der 80er Jahre aus der Champagne. Dieser Blanc de Blancs wird ausschliesslich aus der Rebsorte Chardonnay hergestellt. Die Perlage bildet sich bei der zweiten Gärung in der Flasche. Im Verlauf des fünfjährigen Ausbaus gewinnt dieser Schaumwein an Komplexität und Eleganz. Erst dann kommt er in den Verkauf. Der komplexe Prozess erfordert Zeit und Ruhe. Dazu werden die Flaschen in eigens dafür aus dem Fels gehauenen Gewölben bei stets gleichbleibender Temperatur und Feuchtigkeit liegend gelagert. Die Philosophie des 2017 verstorbenen Gründers wird heute von dessen Tochter Sophie und Bruno Geiger weitergelebt, der bei La Cave du Tunnel seit nahezu 40 Jahren für die Weinbereitung zuständig ist. Das fein abgestimmte Zusammenspiel von Tradition und Präzision zahlt sich aus: Kurz nach dem Sieg beim Grand Prix du Vin Suisse wurde der Brut 2013 auch beim Wettbewerb Expovina in Zürich mit der Goldmedaille ausgezeichnet.

www.germanier.com

1. Platz
Germanier Cave du Tunnel, Conthey (VS)

Brut Millésimé Blanc de Blancs 2013, AOC Valais

Leuchtendes, helles Gelb. Sehr komplexe Aromatik mit geröstetem Brot und Hefeteig, reife Zitrusfrüchte und eine Spur Karamell. Sehr komplex und doch geradlinig gebaut. Im Gaumen kräftig mit viel Substanz. Getragen von einer saftigen Säure. 2019 bis 2022.

www.germanier.com

2. Platz
Parfum de Vigne – 1195, Dully (VD)

Blanc de Blanc Bursinel Grand Cru 2014, AOC La Côte

Zuerst verhalten, dann frisch wirkende Aromen von grünen Äpfeln und Quitten, eine Spur Marzipan und Agrumen. Im Gaumen sehr klar. Entwickelt viel Zug. Kräftige Mousse. Frischer, charaktervoller Schäumer mit Finesse. 2019 bis 2022.

www.parfumdevigne.ch

3. Platz
Domaine La Capitaine, Reynald Parmelin,  Begnins (VD)

La Capitaine, Biodynamie 2017, AOC La Côte

Rosé-Schäumer aus Pinot Noir und Gamay. Verführerischer Duft nach frischen Himbeeren, dazu Sommer-Kräutern. Auch im Gaumen von Beerenfrucht geprägt. Animierend mit edler herber und angepasster Mousse. Macht Spass! 2019 bis 2022.

www.lacapitaine.ch

 

Chasselas

La Côte feiert Doppelsieg

Cave de la Côte
Tolochenaz (VD)

Terroir, Landschaft, Rebberg und die Leidenschaft eines Winzers sind die vier Säulen, auf denen die Kollektion Esprit Terroir der Kellerei Cave de la Côte ruht. Diese Linie umfasst drei Rotweine und sieben Chasselas-Weine aus der Hand des begnadeten Önologen Rodrigo Banto, der unterdessen schon seit mehreren Jahren regelmässig bei Wettbewerben glänzt. Auch der Grand Prix 2019 macht da keine Ausnahme: Zwei für das Finale der heissumkämpften Kategorie Chasselas qualifizierte Weine aus der grössten Genossenschaftskellerei des Waadtlands eroberten die Spitzenplätze. Den spektakulären Doppelsieg sicherten sich der Coteau d’Aubonne und ganz knapp dahinter sein Nachbar Luins Bravade, beide Jahrgang 2018. Übrigens schmückt beide Weine das Qualitätslabel Terravin. Mit einem Klassiker aus dem Lavaux auf dem dritten Platz konnte das Waadtland nach einem insgesamt dominanten Auftritt im Finale schliesslich sogar das gesamte Podium für sich beanspruchen.

www.cavedelacote.ch

1. Platz
Cave de la Côte, Tolochenaz (VD)

Coteau d’Aubonne Esprit Terroir 2018, AOC La Côte

Lagen-Selektion aus Aubonne. Elegante Aromen von Zitrusfrüchten, auch Aprikosen, Pfirsich und ein Anflug von Würze. Auch im Gaumen reintönig und sehr klar. Ein Chasselas, der mit seiner Frische punktet, gestützt von einem Hauch Kohlensäure. 2019 bis 2022.

www.cavedelacote.ch

2. Platz
Cave de la Côte, Tolochenaz (VD)

Luins Bravade Esprit Terroir 2018, AOC La Côte

Selektion aus Luins. In der Nase zuerst verhalten, dann Aromen von weissen Blüten, auch Lindenblüten und eine Spur Schwarztee und Liebstöckel. Im Gaumen gehaltvoll, aber doch lebendig. Angepasste, saftige Säure. Ein Cru mit Charakter. 2019 bis 2025.

www.cavedelacote.ch

3. Platz
Domaine Blondel, Cully (VD)

Champ-Noé, Villette 2018, AOC Lavaux

Bilderbuch-Chasselas mit überaus reintöniger, einnehmender Aromatik. Edle Noten von Wiesenblumen und getrockneten Kräutern, ein Anflug von Agrumen. Im Gaumen sehr gut und klar gebaut. Ein strahlender Wein mit Charakter, Zug und Klasse. 2019 bis 2025.

www.domaine-blondel.ch

 

Müller-Thurgau

Sechs Hände für den Müller

Wägeli Weinbau
Buch (TG)

Vielleicht sehen es die Thurgauer Winzer ja als Verpflichtung gegenüber jenem im Thurgau geborenen Hermann Müller, der 1882 die Sorte gezüchtet hat. Jedenfalls hat die Sorte hier in den letzten Jahren einen beeindruckenden Qualitätsaufschwung erlebt. Zu den Protagonisten dieser Entwicklung gehört auch die Familie Wägeli in Buch bei Frauenfeld. 2018 haben hier Hans-Peter und Vreni Wägeli das Weingut ihrer Tochter Nina übergeben, die als einstige Primarlehrerin in den Winzerberuf gewechselt hat. Doch der Generationenwechsel verläuft fliessend, die Eltern sind immer noch mit Rat und Tat präsent. Mit solchermassen vereintem Know-how entsteht auch ihr Müller-Thurgau. Dieser reift an einem Südhang im Seebachtal (wo drei kleine Seen ein optimales Mikroklima für den Müller-Thurgau schaffen) bei Hüttwilen auf humusreichen Böden mit hohem Kalkanteil. Ihr Hüttwiler Renaissance vereint denn auch in vorbildlicher Weise Fruchtfinesse und Kraft.

www.rappenhof.ch

1. Platz
Wägeli Weinbau, Buch (TG)

Hüttwiler Renaissance 2018, AOC Thurgau

Ein perfekter «Müller» der neuen Machart: verführerische Aromatik mit einem Hauch von Traubenwürze, Muskat und exotischer Frucht. Im Gaumen geradlinig und unkompliziert, animierendes Spiel zwischen Fruchtsüsse und saftiger Säure. 2019 bis 2021.

www.rappenhof.ch

2. Platz
Weingut Gehring, Freienstein (ZH)

Riesling-Sylvaner 2018, Vin de Pays Suisse

In der Nase zuerst verhalten, dann edle Aromen von Kernobst, besonders reife Mirabellen, dazu auch ein Anflug von weissen Blüten und Gewürz. Im Gaumen sehr ausgewogen und kräftig. Typischer, unkomplizierter Riesling-Sylvaner mit Charakter. 2019 bis 2021.

www.weingut-gehring.ch

3. Platz
Cave des Coteaux, Areuse-Boudry (NE)

Terra Ancestra 2018, AOC Neuchâtel

Ausdrucksstarker Riesling-Sylvaner mit intensiver Aromatik nach Muskat, aber auch Moschus, dazu getrocknete Kräuter und traubenwürzige Komponenten. Wirkt auch im Gaumen kräftig und füllig. Angepasste, mild wirkende Säure. 2019 bis 2021.

www.cave-des-coteaux.ch

 

Sortenreine Weissweine

Mit «Petite» ganz gross

Maison Gilliard
Sion (VS)

Der Name Gilliard ist seit 1885 eng mit dem Wallis und den steilen Rebterrassen rund um seinen Hauptort verbunden. Der Dôle des Monts und der Fendant les Murettes bescherten dem früher unter dem Namen Robert Gilliard bekannten Weingut ein hervorragendes Renommee. Heute bietet das mittlerweile in Maison Gilliard umbenannte Unternehmen seine Spezialitäten in mehreren Kollektionen an: «Les Tonneliers» ist im Eichenfass ausgebauten Cuvées mit Reifepotenzial gewidmet, die Parzellenweine sind in der Kollektion «Les Grands Murs» zusammengefasst, «Trésors de Famille» ist markanten, traditionell erzeugten Festtagsweinen vorbehalten. Mit dem Sieg in einer der begehrtesten Kategorien des schweizweiten Wettbewerbs machte dieser Petite Arvine 2018 dem Ruf des Weinguts alle Ehre. Besondere Erwähnung verdient die Tatsache, dass die sogenannten internationalen Rebsorten wie Chardonnay und Sauvignon dieses Jahr fünf autochthonen Weissweinen aus dem Wallis – darunter vier Petite Arvine aus drei verschiedenen Jahrgängen – und einer Genfer Kuriosität weichen mussten.

www.gilliard.ch

1. Platz
Maison Gilliard, Sion (VS)

Trésors de Famille Petite Arvine 2018, AOC Valais

Ein rundum gelungener Vertreter aus der weissen Walliser Paradesorte, die in dieser Kategorie ganz klar dominiert. Vielschichtige, frisch wirkende Aromatik mit Noten von Grapefruit und Kernobst sowie würzigen Noten. Im Gaumen füllig, ausdrucksstark, mineralisch salzig. 2019 bis 2025.

www.gilliard.ch

2. Platz
Ozenit, Granges (VS)

Petite Arvine Cavosaviésan 2017, AOC Valais

Vielschichtige Aromatik mit Noten von gelben Früchten, Gewürz, aber auch frisch aufgeschlagenem Ei und einer Spur von Karamell. Im Gaumen vollmundig, mit kernigem Gerbstoff. Langanhaltend, mit edler Bitternote im Abgang. Ein gelungener Vertreter der komplexen Stilistik. 2019 bis 2024.

www.ozenit.ch

3. Platz
Gregor Kuonen, Caveau de Salquenen, Salgesch (VS)

Humagne Blanche Grandmaître Barrique 2017, AOC Valais

Agrumen und Kernobst, unterlegt von einer edlen, gut integrierten Butterscotch-Note. Auch im Gaumen sehr expressiv, gleichzeitig aber auch saftig und mundfüllend, mit samtigem Schmelz. 2019 bis 2025.

www.gregor-kuonen.ch

 

Weisse Assemblagen

Sursee? «Gans guet!»

Weinbau Mariazell
Sursee (LU)

Weinfreunde, die den Kanton Luzern bisher noch nicht auf ihrem Wein-Radar haben, sollten dies schleunigst ändern. Denn hier geschieht seit einigen Jahren Aussergewöhnliches. Auch der Klimaerwärmung sei Dank. So ist die Rebfläche hier in den letzten 20 Jahren von 30 auf 60 Hektar gestiegen. Zu den neuen Hotspots gehört auch der Sempachersee. 2005 wurde hier die Endmoräne Mariazell direkt bei der gleichnamigen Kapelle und der Kaplanei zur Bepflanzung mit Reben frei. Der Rebberg vernetzt dabei als Lebensraum für Tiere mit der Naturschutzzone am Seetrichter. Auf fast einem Hektar reifen hier seither Sorten wie Johanniter, Gamaret, Muscat Oliver, Sauvignon Blanc, Solaris oder Zweigelt. Die treibende Kraft hinter dem Projekt ist Beat Felder, seines Zeichens auch Rebbaukomissär der Zentralschweizer Kantone. Bereits zum vierten Mal hat er es mit seinen Mariazell-Crus in die exklusiven Finale des Grand Prix du Vin Suisse geschafft. Der Kategoriensieg ist somit mehr als verdient.

www.weinbau-mariazell.ch

1. Platz
Weinbau Mariazell, Sursee (LU)

J Muscat Sec 2018, AOC Luzern

Obwohl Muscat auf der Flasche steht, ist es eine Assemblage aus Muscat Oliver und Solaris. Expressive Aromatik mit weissen Blüten, Rosenblättern, Litschi und reifem Pfirsich. Im Gaumen sehr ausgewogen, getragen von einer präsenten Säure. 2019 bis 2021.

www.weinbau-mariazell.ch

2. Platz
Schmidweine, Schlattingen (TG)

Cuvée Blanc 2018, AOC Thurgau

Gehaltvolle Cuvée aus Gewürztraminer und Chardonnay. In der Nase ausladend, mit frischen Aromen von Rosenblüten, Muskat und Agrumen. Auch würzige Komponenten. Im Gaumen überaus rund, ausgewogen und elegant. Charmeur im besten Sinne. 2019 bis 2022.

www.schmidweine.ch

3. Platz
Siebe Dupf Kellerei AG, Liestal (BL)

Cuvée d’Or Blanche 2018, Vin de Pays Suisse

Innovative Cuvée aus Riesling-Sylvaner, Gutedel und Kerner. Intensiver Duft nach weissen Blüten, auch Rosenblätter und traubenwürzige Komponenten. Im Gaumen gehaltvoll, fruchtbetont, geprägt von einer animierenden Säure. Hat Klasse! 2019 bis 2021.

www.siebe-dupf.ch

 

Rosés und Blancs de Noirs

«Back to the Roots»

Weinbau Am Stägli
Ligerz (BE)

Mit dem Œil de Perdrix ist es so eine Sache: Es gibt ihn heute landauf, landab, aber seine eigentliche Heimat liegt am Neuenburger- und mit etwas Interpretationsspielraum am benachbarten Bielersee. Der Gewinner ist somit dieses Jahr ein Original! Der Name des Weingutes, eben Am Stägli, bezieht sich übrigens nicht auf einen Bootssteg, sondern auf die historische Steintreppe, den sogenannten Platt-Stägli, der vom historischen Dorfzentrum zur bekannten Ligerzer Kirche inmitten der Rebberge führt. Der Hof, der seit 1996 in dritter Generation von Stephan Martin geführt wird, pflegte früher die klassische Mischwirtschaft, zu der hier am See nebst Rebbau und Viehhaltung auch die Fischerei gehörte. Heute keltert Stephan Martin aus seinen 3,5 Hektar Reben zunehmend Crus, die für Furore sorgen. Für jene, die ihn kennen, ist aber klar: Am besten schmecken seine Gewächse in den altehrwürdigen Mauern seines Carnotzet in Ligerz.

www.weingut-ligerz.ch

1. Platz
Weinbau Am Stägli, Ligerz (BE)

Œil de Perdrix 2018, AOC Bielersee

Ein Parade-Rosé für alle, die Frische mehr mögen als Fruchtsüsse. Verhaltene, aber edle Aromen von roten Beeren, besonders Erdbeeren, aber auch ein Anflug von Steinobst. Im Gaumen sehr lebendig, mit saftiger Säure, temperamentvoll, ja knackig. 2019 bis 2020.

www.weingut-ligerz.ch

2. Platz
Hamacht Weine, Winterthur (ZH)

Blanc de Noir 2018, AOC Zürich

Aus Pinot Noir gekeltert. In der Nase geprägt von Beerenfrucht, besonders Johannisbeeren, aber auch Erdbeeren. Dazu auch herbale Noten und ein Anflug von Unterholz. Im Gaumen kraftvoll, fruchtbetont und ausgewogen. Idealer Essensbegleiter. 2019 bis 2021. 

www.hamacht.ch

3. Platz
Siebe Dupf Kellerei AG, Liestal (BL)

Baselbieter Rosé 2018, AOC Basel-Landschaft

Expressiver Rosé mit vergleichsweise intensiver Farbe. In der Nase viel Beerenfrucht, besonders Himbeeren, Sauerkirschen und ein Anflug von Grenadine. Auch im Gaumen sehr fruchtbetont und gehaltvoll. Angepasste Säure. 2019 bis 2021.

www.siebe-dupf.ch

 

Gamay

Frucht-Künstler!

Hammel SA
Rolle (VD)

Fruchtig, knackig, geschmacksintensiv, elegant – die Schweizer Gamay-Rotweine sind bei weitem nicht so unscheinbar, wie häufig angenommen wird. Unter günstigen Bedingungen ergeben die Gamay-Trauben wie im vorliegenden Fall sogar absolut köstliche Weine. 2018 war ein sehr sonniger, grosszügiger Jahrgang. Mit acht Hektar Weinterrassen in der Gemeinde Yvorne zählt Le Clos de la George zu den eindrucksvollsten Weingütern des Landes. Und dann ist da natürlich noch das Weinhaus Hammel. Unter der Leitung von Charles Rolaz werden dort in Rolle seit zwei Jahrzehnten einige der besten Rotweine des Genferseebogens erzeugt. Vielleicht kennen Sie ja bereits den edlen Merlot-Wein Apicius von Clos du Châtelard oder die Cuvée Charles-Auguste, eine Assemblage im Stil eines Bordeauxweins, die sogar ins Mémoire des Vins Suisses aufgenommen wurde. Dann ist es nun höchste Zeit, den Gamay-Wein Les Ecots von Clos de la George zu entdecken. Zwölf Monate Barrique-Ausbau sprechen für sich.

www.hammel.ch

1. Platz
Hammel SA, Terres de Vins, Rolle (VD)

Les Ecots, Clos de la George, Grand Cru Yvorne 2018, AOC Chablais

Lagerfähiger, im Eichenholz gereifter Gamay. Wirkt schön ausgereift, mit Noten von roten und dunklen Beeren, dazu Lakritze und ein Anflug von Schwarztee. Im Gaumen gehaltvoll, mit edler Frucht und weichem Tannin. 2019 bis 2025.

www.hammel.ch

2. Platz
Domaine des Afforêts, Aigle (VD)

Combaz-Vy 2017, AOC Chablais

Gehaltvoller Gamay mit Aromen von dunklen Waldbeeren, auch Himbeeren und Veilchen, dazu gut integrierte Würznoten (Zedernholz). Im Gaumen gut strukturiert, mit viel Grip und Klasse, feinkörnigem Gerbstoff bei einer angepassten Säure. 2019 bis 2024.

Tel. 024 466 17 22

3. Platz
Cave des Amis, Fully (VS)

Gamay Vieille Vigne de Fully 2018, AOC Valais

Selektion von über 25-jährigen Reben. Aromen von roten Beeren, dazu florale Noten, vor allem Wiesenkräuter und Veilchen. Auch eine Spur von Bohnerwachs und Rauch. Im Gaumen charaktervoll und gut strukturiert. Getragen von einer saftigen Säure. 2019 bis 2024.

www.cavedesamis.ch

 

Gamaret, Garanoir und Mara

Monsieur Gamaret

Clos des Pins
Dardagny (GE)

Marc Ramu stammt aus einer Winzerfamilie, die seit Jahrhunderten in Dardagny Rebbau betreibt. Trotz seines grossen Talents ist er eher der zurückhaltende Typ. Die präzisen, ausdrucksstarken und dichten Weine von Le Clos des Pins hielten dank ihres ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnisses im Kanton Genf Einzug in alle renommierten Restaurants. Exzellenz ist für Marc Ramu eine Selbstverständlichkeit. So ist es nicht verwunderlich, dass sich sein Mandragore – mit dem er übrigens auch im Mémoire des Vins Suisses vertreten ist – gegenüber fünf anderen Gamaret-Konkurrenten (drei aus dem Kanton Waadt und zwei aus dem Wallis) durchsetzen konnte. Marc Ramu arbeitete schon lange vor der offiziellen Übernahme im Jahr 2000 auf dem Weingut. Den Gamaret, eine Kreuzung aus Gamay und Reichensteiner, pflanzte er bereits 1990. Nach zehn bis zwölf Monaten in der Barrique ergibt diese Traube körperreiche Weine mit seidigen Tanninen, in denen sich das Potenzial der in den 70er Jahren in Changins gezüchteten Rebsorte voll entfalten kann.

www.closdespins.ch

1. Platz
Domaine du Clos des Pins, Dardagny (GE)

Mandragore 2017, AOC Genève

Intensive, jugendlich wirkende Beerenfrucht, vor allem dunkle Kirschen und Waldbeeren, dazu ein Anflug von Pflaumen und verführerische Würznoten. Zeigt auch im Gaumen viel Fruchtfülle, Kraft und Klasse. Charaktervoller Charmeur! 2019 bis 2024.

www.closdespins.ch

2. Platz
Artisans Vignerons Ollon, Ollon (VD)

Gamaret Soliste, Ollon 2017, AOC Chablais

Vielschichtige, edle Aromatik mit Noten von Kirschen und Himbeeren, aber auch weissen Blüten. Im Gaumen geprägt von edler Beerenfrucht. Feinkörniges weiches, aber doch präsentes Tannin, angepasste, saftige Säure. Sehr ausgewogen. 2019 bis 2023.

www.celliersduchablais.ch

3. Platz
Bolle et Cie SA, Rolle (VD)

Gamaret de Novembre 2017, AOC La Côte

Spätlese, die rund fünf Wochen nach der «normalen» Ernte gelesen wird. Intensive Aromatik mit Noten von Cassis und Himbeeren, aber auch Schokolade und herbalen Noten. Im Gaumen vielschichtig und intensiv, mit beeindruckender Fruchtfülle. Versprüht südlichen Charme! 2019 bis 2024.

www.bolle.ch

 

Pinot Noir

Bescheidener Aufsteiger

Weingut Gehring
Freienstein (ZH)

Keine Frage: Der Weinbau im Kanton Zürich erlebt qualitativ einen Höhenflug. Kein anderer Kanton in der Deutschschweiz kann mit einer vergleichbaren Zahl an Topwinzern aufwarten. Einer, der bei Vergleichsproben fast immer vorne mitmischt, ist Peter Gehring aus Freienstein. Schon vor drei Jahren erreichte er bei einer gross angelegten Vergleichsverkostung von Zürcher Spitzencrus mit seinem Pinot Blanc und seinem Pinot Noir Barrique die beste Gesamtnote aller 23 Winzer. Und natürlich auch  beim Finale des Grand Prix du Vin Suisse ist Gehring seit einigen Jahren fast schon ein Stammgast. Peter Gehring hatte einen prominenten «Pinot»-Lehrmeister, nämlich den Zürcher Ausnahmewinzer Urs Pircher. Danach begann er ab 1991 den elterlichen Betrieb auf Selbstkelterung umzustellen. Seine «Parade-Disziplin» ist ganz klar der Pinot Noir. Die Stöcke wurzeln oberhalb des Dorfes Freienstein in lehmhaltigen Moränenböden. Die Visitenkarte ist seit einigen Jahren der Barrique Exclusive.

www.weingut-gehring.ch

1. Platz
Weingut Gehring, Freienstein (ZH)

Barrique Exclusive 2015, Vin de Pays Suisse

Der Top-Pinot des Gutes ist eine Selektion der besten Barriques, in denen der Wein während 24 Monaten reifte. Aromen von reifen Waldbeeren, verführerische Würznoten. Im Gaumen expressiv, gleichzeitig aber auch rund und reif. 2019 bis 2025.

www.weingut-gehring.ch

2. Platz
Schmidweine, Schlattingen (TG)

Auslese 2017, AOC Thurgau

Schmeichlerische Noten von reifer Beerenfrucht, auch Pflaumen und Dörrfrüchte, dazu würzige Noten und eine Spur von Mokka. Im Gaumen dicht gewoben. Verführerische Fülle, ein Hauch von Extraktsüsse, aber perfekt ausgewogen, saftige Säure. Bilderbuch-Pinot! 2019 bis 2025.

www.schmidweine.ch

3. Platz
Cave Papillon, Salgesch (VS)

Pinot Noir Sommernachtstraum 2018, AOC Valais

Auslese von alten Stöcken, die in kalkhaltigem Terroir wurzeln. In der Nase frische Aromatik von reifer Beerenfrucht, Zwetschgen und Rumtopf. Einnehmende Würznoten. Im Gaumen kraftvoll und ausgewogen. Prototyp eines klassischen Pinots. 2019 bis 2024.

www.cave-papillon.ch

 

Sortenreine Rotweine

Cornalin schlägt Syrah

Sélection Excelsus
Chamoson (VS)

Diese Auszeichnung ging an ein 7,5 Hektar grosses Weingut, das seit Jahrzehnten zu den Highlights des Wallis zählt. Die Erfolgsstory begann in den 80er Jahren, als Jean-Claude Favre beschloss, aus den Trauben, die sein Vater Maurice auf dem Schwemmkegel von Chamoson anbaute, Wein zu machen. Er taufte sein Unternehmen Excelsus, nach dem lateinischen Wort für «hoch» und nicht etwa für «Exzellenz», wie man annehmen könnte, auch wenn die Exzellenz natürlich oberstes Ziel ist. 2017 trat auch sein Sohn Renaud in den Familienbetrieb ein, was dem Weingut offenbar Glück bescherte, denn der hervorragende Wein, der in diesem besonders grosszügigen Jahrgang aus der emblematischen Spezialität gewonnen wurde, konnte die Zweitverkostungsjury des Grand Prix du Vin Suisse überzeugen. Und das war bei weitem keine Selbstverständlichkeit, denn in dieser heissumkämpften Kategorie sah sich der einzige Cornalin-Wein fünf Syrah-Konkurrenten gegenüber, die ebenfalls alle aus dem Wallis stammten.

www.selectionexcelsus.ch

1. Platz
Sélection Excelsus, Chamoson (VS)

Cornalin, Excelsus 2018, AOC Valais

Inbegriff eines authentischen Cornalin-Top-Crus. Eigenständige Aromatik mit wilden Kirschen, dazu Holunder, Lakritze und etwas Weihrauch. Im Gaumen temperamentvoll, mit kernigem Tannin und einer präsenten Säure. Charakter-Wein! 2019 bis 2026.

www.selectionexcelsus.ch

2. Platz
Cave de Goubing, Sierre (VS)

Syrah Grand Cru Sierre 2017, AOC Valais

Im grossen Holzfass vinifizierter Syrah. Perfekt ausgereifte Aromatik mit Noten von dunklen Waldbeeren und Lakritze, aber auch edlen Würznoten, besonders Pfeffer. Im Gaumen kräftig, kernig und elegant, der saftigen Säure sei Dank. 2019 bis 2024.

www.cavedeguobing.ch

3. Platz
Cave Gilbert Devayes – 1912 Leytron (VS)

Syrah 2017, AOC Valais

In der Nase zurückhaltend, aber sehr edel, mit vielschichtiger Aromatik von dunklen Waldbeeren, dazu herbale und erdige Noten, eine Spur Pfeffer, Unterholz und Bohnerwachs. Im Gaumen vielschichtig, opulent und expressiv, gleichzeitig aber perfekt ausgewogen. 2019 bis 2026.

www.gilbertdevayes.ch

 

Rote Assemblagen

Bordeaux lässt grüssen

Gialdi Vini SA
Mendrisio (TI)

Das Gespann aus Patron Feliciano Gialdi, der das Unternehmen seit 1984 zu einem der führenden Tessiner Weingüter geformt hat, und seinem Kellermeister Fredi De Martin, der sein Handwerk unter anderem auf der australischen Insel Tasmanien erlernt hat, leistet Ausserordentliches im Tessin. Denn Gialdi verarbeitet sowohl Trauben aus dem kühleren, nördlichen Teil des Tessins, nämlich der Leventina im Sopraceneri, als auch Trauben aus dem südlichsten Zipfel des Kantons, nämlich dem Mendrisiotto im Sottoceneri. Letztere kommen unter dem Label Brivio Vini auf den Markt, das Gialdi im Jahr 2001 übernommen hat. Damit repräsentiert dieses Weinhaus die ganze Bandbreite an Merlot-Stilistiken, die das Tessin heute hervorbringen kann. Und nicht nur das: Denn gerade im Sottoceneri reifen heute, unterstützt von der Klimaerwärmung, auch die anderen Bordeaux-Sorten immer besser aus. Der Vigna d’Antan ist der beste Beweis für diese Entwicklung, wird doch dieser Wein nebst dem Merlot auch von Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc geprägt.

www.gialdi.ch 

1. Platz
Gialdi Vini SA, Mendrisio (TI)

Vigna d’Antan 2015, DOC Ticino

Klassischer Bordeaux-Mischsatz aus Merlot (67 Prozent), Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc. Reiche Aromatik mit Brombeeren, aber auch Leder, Unterholz, herbale und erdige Noten. Im Gaumen fest gebaut mit präsentem, aber edlem Gerbstoff. 2019 bis 2026.

www.gialdi.ch

2. Platz
Cave St-Pierre, Chamoson (VS)

Cuvée du 3ème Millénaire 2017, AOC Valais

Innovative Assemblage aus Humagne Rouge, Syrah, Merlot, Cabernet und Diolinoir. Komplexe Aromatik mit schwarzen Beeren, Zwetschgen, dazu Holunder, Nelken, Schokolade und Pfeffer. Im Gaumen vielschichtig und robust gebaut. Langanhaltend. 2019 bis 2026.

www.saintpierre.ch

3. Platz
Cave de la Rose d’Or, Luins (VD)

Excellence, Grand Cru de Luins 2017, AOC La Côte

Ausladende Aromatik mit reifen Waldbeeren, aber auch Brombeeren, dazu präsente, aber gut eingebundene Würznoten vom Eichenholz mit einer Spur Karamell. Im Gaumen ausgewogen bei mittlerer Fülle. Wirkt animierend und trinkig. 2019 bis 2023.

www.caverosedor.ch

 

Merlot

Ein Merlot aus dem Paradies

Terreni alla Maggia SA
Ascona (TI)

Die Tessiner dominieren normalerweise die Kategorie Merlot am Grand Prix du Vin Suisse. Doch dieses Jahr sahen sich die zwei für den Final qualifizierten Tessiner Vertreter einer Übermacht von vier Gewächsen aus der Westschweiz gegenüber. Mit ihrem Ascona Riserva verteidigt nun die Terreni alla Maggia die Tessiner Vormachtstellung. Und der Betrieb verkörpert in vielerlei Hinsicht wie kein anderer die Essenz des «Savoir Vivre» im Tessin. Mit dem Luxushotel «Castello del Sole» und dem Naturschutzgebiet Foce della Maggia in unmittelbarer Nachbarschaft, reifen die Weine der Terreni alla Maggia in einer schlicht paradiesischen Ecke des Kantons. Der ganzheitliche Anspruch des 150-Hektar-Betriebes zeigt sich auch in der Produktpalette. Denn nebst Wein werden hier unter anderem auch Risotto-Reis, Vollkornpolenta, Teigwaren, Olivenöl, Senf, Kastanien-Honig, Reisbier und sogar ein Ascona-Whisky produziert. Das Vorzeigegewächs ist und bleibt aber der Tessiner Merlot.

www.terreniallamaggia.ch

1. Platz
Terreni alla Maggia SA, Ascona (TI)

Ascona Riserva 2016, DOC Ticino

Diese Merlot-Auslese reifte 24 Monate in französischer Eiche. Verführerischer Duft von Schwarzen Johannisbeeren, aber auch florale und edelwürzige Noten sowie ein Anflug von Schokolade. Im Gaumen gut strukturiert, mit Charme und Finesse. 2019 bis 2026.

www.terreniallamaggia.ch

2. Platz
Frédéric Dumoulin SA, l’Orpailleur, Uvrier (VS)

Clos Grandinaz Merlot L’Orpailleur 2017, AOC Valais

Selektion aus dem Herzstück von Clos Grandinaz. Aromen von frischen Brombeeren, auch ätherische und edelwürzige Komponenten sowie etwas Schokolade. Im Gaumen konzentriert und dicht gebaut, mit feinkörnigem Tannin. 2019 bis 2026.

www.orpailleur.ch

3. Platz
Cave des Amis, Fully (VS)

Merlot 2017, AOC Valais

Typischer, sehr authentischer und auch charaktervoller Merlot mit noch verhaltenen Aromen von Sauerkirschen und Lakritze, dazu herbale und erdige Noten. Im Gaumen zupackend, mit kernigem, noch etwas ungestümem Tannin. Hat Entwicklungspotenzial. 2019 bis 2027.

www.cavedesamis.ch

 

Weine mit Restzucker

Edelsüsses aus Genf

Domaine de Chafalet
Dardagny (GE)

Diese Kategorie umfasst Stillweine jeder Art und Couleur. Einzige Bedingung: Sie müssen über acht Gramm Restzucker pro Liter aufweisen. Verfolgt man die Geschichte des Wettbewerbs zurück, stellt man fest, dass die Juroren stets zwischen sehr opulenten Dessertweinen aus spätgelesenen edelfaulen Trauben und leichteren, ausgewogenen Gewächsen aus getrockneten Trauben schwankten. 2019 entschieden sie sich klar für die zweite Option – ganz zur Freude von Guy und Mathurin Ramu. Letzterer war 2010 in den Familienbetrieb zurückgekehrt und übernahm sechs Jahre später die Leitung. Flaggschiff und Aushängeschild des Weinguts ist die in Holz ausgebaute Assemblage Le Mathurin aus Gamaret und Cabernet Sauvignon. In dieser Kategorie wurde allerdings die weisse Assemblage Elise ausgezeichnet. Der aus getrockneten Trauben hergestellte, wunderbar ausgewogene Süsswein konnte sich auch ausserhalb der Schweiz einen Namen machen: Diesen Herbst erhielt er bei einem renommierten Wettbewerb in der deutschen Weinregion Pfalz eine Goldmedaille.

www.domainedechafalet.ch

1. Platz
Domaine de Chafalet, Dardagny (GE)

Elise, AOC Genève

Streng selektionierte Trauben wurden in Kisten getrocknet. Der im Eichenholz gereifte Wein zeigt verführerische Aromen von kandierten Früchten, besonders Ananas, Pfirsich und Aprikosen. Im Gaumen animierendes Spiel zwischen Fruchtsüsse und Säure. 2019 bis 2029.

www.domainedechafalet.ch

2. Platz
Domaine de la Rép. et Canton, Bernex-Lully (GE)

Gewürztraminer Passerillé 2017, AOC Genève

Ungemein expressiv und konzentriert. Aromen von Rosenblüten, Muskat, Litschi, Pfirsich und Gewürznelken. Dazu exotische Früchte. Auch im Gaumen ausladend und konzentriert, mit eindrücklicher Fruchtsüsse. Lang anhaltend. 2019 bis 2029.

www.ge.ch

3. Platz
Bonvin 1858, Les Domaines, Sion (VS)

Cuvée 1858 Or 2017, AOC Valais

Assemblage aus Sylvaner, Marsanne und Amige. Ver-führerisches Bouquet mit Quitten, Aprikosen, Ananas und anderen exotischen Früchten. Auch Honig, im Gaumen im Auftakt süss und hochkonzentriert, dann sorgt die Säure für die nötige Balance. 2019 bis 2029.

www.celliers.ch

 

Prix Bio

Die neue Bio-Visionärin

Cave Caloz
Miège (VS)

Mit gerade einmal 30 Jahren gilt Sandrine Caloz als aufsteigender Stern der eidgenössischen Weinszene, die jedes Jahr ein bisschen grüner wird. Im Juni dieses Jahres holte sie sich dank der hervorragenden Bewertungen ihres 2018er Petite Arvine und Cornalins den Titel «Schweizer Bio-Winzer des Jahres 2019». Drei Monate später sicherte sie sich beim Grand Prix du Vin Suisse dann auch noch den Prix Bio. Die junge Walliserin überzeugte bei dem schweizweiten Wettbewerb mit ihrem Malvoisie 2017 (Pinot-Gris-Spätlese mit 99 Gramm Restsüsse pro Liter und 12 Volumenprozent Alkohol), einem echten Klassiker der Walliser Weinkultur. Das besondere Talent von Sandrine Caloz und ihren noch sehr aktiven Eltern liegt vielleicht gerade darin, dass sie in der Lage sind, grosse, traditionelle, vor allem aber authentische Weine des Wallis nach den Richtlinien des biologischen Rebbaus zu erzeugen.

www.cavecaloz.ch

 

Cave Caloz, Malvoisie Flétrie 2017, AOC Valais

Ein hochkarätiger, vielschichtiger Malvoisie mit beeindruckender Balance zwischen belebender Frische und edler Süsse. In der Nase dominieren florale Noten wie Lindenblüten, Weissdorn und Medizinalkräuter. 2019 bis 2026.

 

Prix Découverte

Trophée Elisabeth Pasquier

Edelsüsser Einsteiger

Domaine de Chafalet
Dardagny (GE)

Zum Gedenken an Elisabeth Pasquier, die bis zu ihrem Tod im April 2018 die treibende Kraft des Wettbewerbs war, schufen VINUM und die Vereinigung VINEA den Preis «Trophée Elisabeth Pasquier» für das Weingut mit der höchsten Punktzahl in der Kategorie «Entdeckungen». Hier treten Weingüter an, die in den letzten fünf Jahren nicht nominiert waren. Die Grande Dame der Weinwelt, seit 2001 bei VINEA, stand seit 2010 an der Spitze der Vereinigung. Der erstmals verliehene Gedenkpreis ging an Guy und Mathurin Ramu im Weiler Essertines, der zur Gemeinde Dardagny gehört. Mathurin Ramu war 2010 in den Familienbetrieb zurückgekehrt und übernahm sechs Jahre später die Leitung. Das in der Kategorie «Weine mit über acht Gramm Restsüsse pro Liter» nominierte Winzerduo errang mit dem Elise, einem nach eigenen Angaben «Süsswein aus edlen getrockneten Weissweintrauben», einen glänzenden Sieg.

www.domainedechafalet.ch

 

Domaine de Chafalet, Dardagny (GE), Elise, AOC Genève

Selektionierte Trauben wurden in Kisten getrocknet. Der im Eichenholz gereifte Wein zeigt verführerische Aromen von kandierten Früchten, Ananas und Aprikosen. Animierendes Spiel zwischen Fruchtsüsse und Säure. 2019 bis 2029.

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