Optimistische Winzerinnen und Winzer

Für Schweizer Wein winkt ein Spitzenjahrgang 2022

Text: Linus Bauer | Veröffentlicht: 01. September 2022


Das Jahr 2022 hat sich bislang von seiner sonnigen und heissen Seite präsentiert – auch in der Schweiz. Das spielt Winzerinnen und Winzern im ganzen Land in die Karten. Vielerorts sehen sie gute Vorzeichen für einen ausserordentlich guten Jahrgang.

«Wir haben berechtigte Hoffnungen, dass 2022 ein Spitzenjahrgang wird», sagt etwa Fançois Montet, Präsident des Waadtländer Winzerverbandes gegenüber der NZZ. Die Hitze wie auch der warme Frühling liessen die Trauben in der Westschweiz aussergewöhnlich gut und schnell reifen.

Jedoch kamen nicht alle Reben gut mit dem heissen Wetter zurecht. Gerade Jungpflanzen, deren Wurzeln noch schwach entwickelt sind, litten unter der Hitze. Auch auf Böden mit geringer Tiefe machte sich der Trockenstress bemerkbar. Aber das sei «Jammern auf hohem Niveau», beschwichtigt Montet.

Sehr gute Erträge erwartet

Auch in der Deutschschweiz herrscht eine gute Stimmung im Weinbau. Gemäss FM1 Today geht Markus Leumann, Rebbaukommissär in Schaffhausen und dem Thurgau, von einem «qualitativ sehr guten Jahrgang» aus. Der Zuckergehalt der Trauben sei hervorragend, der Säurewert ausserordentlich. Ausserdem rechnet Lehmann mit guten bis sehr guten Erträgen.

Das warme Wetter verschonte die Winzerinnen und Winzer auch vor akuten Problemen durch etwa falschen Mehltau. «Der hat es nicht gerne heiss und trocken, weshalb wir einen sehr geringen Befall hatten», erklärt der Rebbaukommissär des Kantons Graubünden Walter Fromm. Auch die Kirschessigfliege, die es lieber feuchter und schattiger hat, bereitete wenig Sorgen.

Das alles dürfte nach 2021 eine Genugtuung für den Weinbau sein. Das Jahr war geprägt von Stürmen, Hagel und Pflanzenkrankheiten, was für viele Winzerinnen und Winzer in einem Katastrophenjahr endete.

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