Star-Önologe Franco Bernabei gestorben

Trauer um «Mr. Sangiovese»

Text: Alice Gundlach | Veröffentlicht: 08.07.2026


Er galt als einer der besten Interpreten der grossen italienischen Rebsorte Sangiovese. Nun ist der Önologe Franco Bernabei ist im Alter von 74 Jahren nach langer Krankheit gestorben.

Die italienische Fachpresse nennt ihn einen Protagonisten der önologischen Renaissance der 1980er und 1990er Jahre in Italien, mit der die Weine aus der Toskana international an die Spitze gelangten.

Aus dem Veneto in die Toskana

Geboren 1952 im Veneto als Sohn eines Hotelbesitzers, siedelte Bernabei nach seinem Studium in Agrarwissenschaften in Padua in die Toskana um, nachdem er seine Leidenschaft für den Sangiovese entdeckt hatte.  Die Stadt Greve in Chianti nahe Florenz wurde zum Zentrum seines Schaffens. 

Grosse reinsortige Weine geschaffen

Ab Ende der 1970er Jahre verhalf er als Önologe mehreren toskanischen Weingütern zu grossen reinsortigen Sangiovese-Weinen, etwa der Bucerchiale (Fattoria di Selvapiana), oder Flaccianello della Pieve (Fontodi) und der Fontalloro (Fattoria di Felsina) im Chianti-Gebiet. Später wirkte er bei Icario in Montepulciano an der Weiterentwicklung des Vino Nobile mit.

Weingüter in ganz Italien betreut

Im Laufe seiner Karriere betreute Bernabei auch Weingüter in vielen anderen Regionen Italiens vom Veneto und Friaul-Julisch Venetien über Umbrien bis nach Sardinien und Sizilien. Mit seiner Frau gründete Bernabei 1993 das Weinberatungsunternehmen Enoproject in Chianti. Heute wird dieses von seinen Söhnen Marco und Matteo weitergeführt. 

Kollegen würdigen sein Vermächtnis

Die Vereinigung der italienischen Önologen, Assoenologi hob in ihrem Nachruf auf Bernabei seinen aussergewöhnlichen fachlichen Beitrag zur nationalen Önologie hervor. 

 

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