Unique wineries of the World - Frankreich

Château La Nerthe

Text: Alexandre Truffer, Fotos: rbb, Vinmedia

  • Besucher werden nicht nur gerne empfangen, sondern auch kompetent beraten.
  • Ralph Garcin, der Weinmacher, im historischen unterirdischen Barrique-Keller von La Nerthe.

Gross und alt und doch fein und topmodern

La Nerthe ist nicht nur ein echtes Weinschloss. La Nerthe gehört auch zu den ältesten Weingütern in Châteauneuf-du- Pape. Wein wurde hier bereits im Mittelalter angebaut. Ein Dokument belegt den Kauf des Gutes durch eine ansässige Adelsfamilie im November 1560. Keine zweihundert Jahre später werden die Weine von La Nerthe nicht nur am französischen Königshof ausgeschenkt: Sie kamen auch in Genf, London, Rom oder Boston auf den Tisch. 1877 erwarb ein umtriebiger Offizier das Gut: der legendäre Commandant Joseph Ducos. Er «erfand» nicht nur das Konzept der 13 Sorten, das für die besondere Komplexität seiner Weine sorgte und bei der Schaff ung der AOC als Vorbild diente, an der Ducos im Übrigen tatkräftig mitwirkte. Er war auch einer der Ersten, der erfolgreich mit dem Pfropfen europäischer Edelreiser auf amerikanischen Unterlagen experimentierte. Als Bürgermeister des Dorfes sorgte er ferner dafür, dass das ehemalige Châteauneuf Calcenier (sogenannt, weil hier zahlreiche Kalköfen standen) seinen heutigen Namen erhielt. Der damalige französische Präsident nannte ihn 1938 die «Seele der Rekonstruktion von Châteauneuf-du-Pape». La Nerthe lässt keinen Besucher unberührt, historisch, architektonisch, landschaftlich. Dem besonderen Charme des Gutes verfi elen auch zwei Wein- und Kaffeehändler aus Paris, die Brüder Richard, die das Gut 1985 erwarben. Sie tätigten in den nächsten Jahren gewaltige Investitionen, renovierten an allen Ecken, vergrösserten den Rebberg und liessen überhaupt nichts unversucht, das Gut qualitativ an der absoluten Spitze zu halten.

«La Nerthe ist in jeder Beziehung ein Ausnahmegut, historisch, architekt isch, landschaftlich.»

Das ist auch heute, unter der Verwaltung von Corinne Richard und dem jungen Weinmacher Ralph Garcin, nicht anders. «La Nerthe ist in jeder Beziehung speziell. Nehmen wir unsere Böden. Die meisten Lagen in Châteauneuf sind im Sommer heiss-trocken, darum die Dominanz der Sorte Grenache, die bestens mit diesen Bedingungen fertig wird. Doch die rund 60 Hek tar rund um das Gut profitieren von zwei Quellen, die für die nötige Feuchtigkeit sorgen. Das ermöglicht uns nicht nur, hier auf stolzen zwölf Hektar ausserordentliche Weissweine zu keltern. Syrah und Mourvèdre (je 20 Prozent des Rebsatzes) geraten hier ebenfalls ausgezeichnet.» Kein Wunder, beträgt der Anteil der klassischen Sorte Grenache auf La Nerthe «nur» 55 Prozent, die zum Grossteil aus der 1992 erworbenen, 32 Hektar grossen Lage Crau stammen. Für Ralph Garcin ist die Arbeit auf La Nerthe ein echter Traumjob. Er feilt eifrig weiter an der Qualität der Weine, etwa, indem er die Verwendung neuer Barriques einschränkt. «Keine Frage, ich liebe die Barrique für den idealen Luftaustausch, ihren verfeinernden Einfluss
auf die Weine. Doch ich mag nicht, wenn Weine nach Holz schmecken. Wir arbeiten nach zertifiziert biologischen Richtlinien, ernten erstklassige, schmackhafte Trauben. Da ist es doch Unsinn, den Fruchtausdruck mit Holz zu überschminken.» sagt er. Die besondere Klasse des ausgezeichneten Jahrgangs 2016, der eben ausgeliefert wird, gibt ihm recht.

Unsere Spitzenweine

Château La Nerthe 2016 (Cuvée Classique)

Die wichtigste und damit repräsentativste Abfüllung des Gutes, ein Blend aus den verschiedenen Terroirs und Sorten. Der 2016er duftet bereits heute unglaublich verführerisch nach roten Kirschen und schwarzen Oliven, mit einem Hauch Kakao; er liegt fruchtig und saftig am Gaumen, knackig trotz des schwelenden Feuers, macht schon heute Vergnügen und kann doch reifen. Herrlicher Wein: die Synthese eines zeitgemässen Châteauneuf-du-Pape.

 

Château La Nerthe Cuvée des Cadettes 2016

Selektion alter Syrah-, Mourvèdre- und Grenache-Stöcke aus den besten Lagen, verschlossener als die Classique, komplex, mit delikater mineralischer Würze; im Mund von besonderer Rasse und Eleganz trotz der beeindruckenden, aber perfekt ausbalancierten Fülle; grossartiger Wein, der in jedem Stadium seines langen Lebens grosse Freude machen wird.

 

Château La Nerthe Clos de Beauvenir 2017

Spitzenweisswein aus der historischen, von Mauern umgebenen Lage gleich unter dem Gut: Noch sehr ausbaugeprägte Aromatik, geradezu burgundische Opulenz, samtene Textur; beeindruckender Weisser, der reifen sollte.

 

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