Kies, der Wein prägt

Friuli Grave DOC

Die Appellation Friuli Grave DOC ist nach ihren kiesigen Böden benannt und zudem die nach Rebfläche grösste DOC-Appellation in Friaul-Julisch Venetien. Ihre mehr als 6500 Hektar Rebfläche erstrecken sich im Westen der Region vom Alpenvorland bis zum Meer, zwischen dem Fluss Tagliamento und der Grenze zu Venetien.

Der Boden ist geprägt von Schwemmland, das hier «magredi» genannt wird. Im Laufe der Jahrtausende bildete er sich aus Ablagerungen der Flüsse Meduna, Cellina und Tagliamento und wirkt wie eine steinige, kiesige Steppe.

Steinige Böden: Frische und Mineralität

Die Appellation ist bekannt für reinsortige Weissweine, vor allem Pinot Grigio, Sauvignon, Chardonnay und die regionale Sorte Friulano. Typischerweise werden diese Weissweine als frisch und finessenreich beschrieben.

Die steinigen Böden verleihen ihnen zudem eine unnachahmliche Mineralität. Ein Klassiker der Region ist ausserdem der Friuli Grave DOC Bianco, eine fruchtig-leichte Cuvée aus mehreren weissen Rebsorten.

Unter den Rotweinen sind internationale Sorten weit verbreitet. Etwa Merlot, Cabernet Sauvignon und Pinot Nero geraten hier besonders elegant. Der regionale Held ist aber der Refosco dal Peduncolo Rosso. Diese heimische Rebsorte bringt strukturierte, körperreiche Rotweine von tiefdunkler Farbe hervor, deren Aromen an Waldbeeren und Gewürze erinnern. Der Rosato der Appellation ist eine zumeist lachsfarbene Cuvée aus regionalen und internationalen Rebsorten.

Eine Besonderheit der Friuli Grave DOC ist überdies der Novello: Dieser junge Rotwein kommt noch im Jahr der Ernte auf den Markt, ähnlich dem Beaujolais Nouveau in Frankreich.


Friauls Weingüter

Vigneti Pittaro

Die Familie von Piero Pittaro macht schon seit gut 400 Jahren Wein. Das Weingut Vigneti Pittaro wurde in den 1970er Jahren gegründet. Eine Reise wert ist es auch wegen seines Weinmuseums, das den Weinbau in der Region vorstellt. Es beschäftigt sich zum einen mit der Geschichte, die bis in die Römerzeit zurückgeht. Zu sehen sind viele historische Weingefässe wie Amphoren. Zur Ausstellung gehört aber auch der eigene Wein­keller, in dem man die Weinbereitung nach aktuellem Stan-dard besichtigen kann. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Spumanti der Serie Talento aus Flaschengärung, die 30 bis 60 Monate auf der Hefe reifen.

vignetipittaro.com

Borgo delle Oche

Luisa Menini und ihr Partner Nicola Pittini führen dieses kleine, junge Weingut (gegründet 2004) mit Leidenschaft und modernen Ideen. Das Gut liegt im beschaulichen Dorf Valvasone und hat seinen Namen von einem Gänseteich, an den es grenzt. Im Weinberg setzen sie auf nachhaltige Methoden beim Pflanzenschutz, um gesunde Trauben zu erhalten. Im Keller werden diese zu klaren, frischen Weissweinen und körperreichen Rotweinen ausgebaut. Besondere Beachtung verdient der beerig-rauchige Rosso Svuàl, eine Cuvée aus Merlot und Cabernet Sauvignon. 

borgodelleoche.it

Cantina Pitars

Bereits in der vierten Generation machen Nicola, Stefano und Alessandro Pittaro, im lokalen Dialekt Pitars genannt, Wein in San Martino al Tagliamento. Heute produziert die Familie ihre Weine an drei Standorten in der Region Grave: Während in den Weinbergen von San Martino al Tagliamento und Rivolto überwiegend Weissweine wachsen, widmet sich die Azienda in Passariano vor allem den roten Sorten. Das Herzstück des Weingutes ist das Castello del Vino, in dem Führungen und Verkostungen für Besucher angeboten werden. Das Anwesen wurde nach ökologischen Kriterien gebaut und ist umgeben von einem zauberhaften Park mit Seerosenteich. 

pitars.it