Rioja startet mit der Produktion von Süßweinen für globale Märkte

14.03.2012 - arthur.wirtzfeld

SPANIEN (Briones / Lapuebla de Labarca) - Zwei Produzenten aus dem Rioja wollen die Tradition von „Spätlese-Weinen“ wiederbeleben. So sind die Dinastía Vivanco in Rioja Alta und die Bodegas Loli Casado in Rioja Alavesa die ersten Güter, die sich an die kommerzielle Herstellung von Süßweinen, so genannten „Vinos Supurados“ (eingetrockneter Wein) wagen.

 

Bei der historischen Produktion der Supurados im Rioja werden die Trauben spät gelesen und entwickeln sich dann in trockenen Speichern über den Winter mit Hilfe von Heißluftöfen und Dehydreigung zu Rosinen. Prinzipiell ist dies ein Verfahren wie es ähnlich in Italien beim „Passito“ und in Frankreich beim „Vin de Paile“ angewandt wird. Dieses ursprünglich aus Galicien stammende spanische Verfahren will Rafael Vivanco, Kellermeister bei Dinastia Vivanco wieder aufleben lassen. Dazu nutzt Vivanco die Lage „El Cantillo“, über die im Herbst die Nebel des Ebro streichen und die eine leichte Botrytis in die Trauben der roten Sorten Tempranillo, Garciano, Garnacha und Mazuelo bringen.

Der in Bordeaux ausgebildete Rafael Vivanco lässt den daraus gekelterten Wein in französischen Fässern fermentieren und altern, bevor er sich anschließend für 12 Monate in Flaschen weiter entwickelt und dann erst in den Verkauf kommt. Diese Weine zeigen eine blasse orange Farbe und werden als Rosé eingestuft.

Auch einen „Supurado“, allerdings mit der Weißweinsorte Viura, versucht die Bodegas Loli Casado, die im Rioja als Verteidiger des traditionellen Weinbaus gilt, für den Weltmarkt zu produzieren. „Im vergangenen Oktober haben wir einen Teil der Trauben in unserem Weinberg La Llana an 80-jährigen Stöcken bis in die kalten Winterszeit natürlich trocknen lassen“, erklärt Winzer Loli Casado.

Entgegen dem Dinastia Vivano´s Rosé, der schon gereift für 21 Euro international in den Verkauf geht, wird der weiße „Supurado“ von Bodegas Loli Casado als junger Süßwein für 12 Euro verkauft.

Beide Bodegas haben damit eine Diskussion zur Änderung der Süßweinproduktion im Rioja angeregt. Wobei man seit jeher halbtrockene Weiß- oder Roséweine aus dieser Weinregion kennt, aber Süßweine aus roten Trauben ist ein Novum. Die Erzeuger erwarten nun angekündigte Änderungen bezüglich der Vinifikation von halbtrockenen, Weiß-, Rosé- und Rotweine.