VDP veröffentlicht Bericht
Weinvertrieb wird anspruchsvoller

Text: Alice Gundlach | Veröffentlicht: 29.04.2026
Weniger Absatz als im Vorjahr, aber das hat mehrere Gründe, der Vertrieb wird anspruchsvoller, «Krise» soll es aber nicht heissen: Der VDP hat wieder einmal seine Mitglieder befragt und nun die Ergebnisse veröffentlicht.
Pünktlich zur gerade zu Ende gegangenen VDP-Weinbörse in Mainz hat der Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) einen Rückblick auf das vergangene Jahr herausgebracht. Demnach teilen viele Mitgliedsweingüter mit, dass sich ihre Vertriebskanäle verändern – manches aber auch stabil bleibt.
Ab-Hof-Verkauf: Stabile Grösse
Etwa sei nach wie vor der Ab-Hof-Verkauf für die VDP-Weingüter insgesamt ein sehr wichtiger Verkaufskanal – aber auch der eigene Webshop werden immer wichtiger. Den Ergebnissen einer Umfrage unter den VDP-Mitgliedern zufolge wird rund ein Drittel ihres Absatzes im Direktverkauf ab Hof erzielt – diese Zahl ist seit geraumer Zeit stabil. Der Anteil der eigenen Webshops stieg auf rund zwölf Prozent. Externe Online-Händler generierten demnach weiter um die fünf Prozent des Absatzes.
Supermarkt-Segment: optional
Die Supermärkte spielen beim Vertrieb von VDP-Weinen weiterhin nur eine untergeordnete Rolle (sechs Prozent), der Discount fast gar keine (unter 1 Prozent) – im Gegensatz zu den wichtigen Säulen Fachhandel und Gastronomie.
Export wird wichtiger
Rund 75 Prozent der VDP-Weine werden in Deutschland selbst verkauft, 25 Prozent ins Ausland. Die wichtigsten Export-Regionen sind nach wie vor Skandinavien, die USA, Grossbritannien und die Schweiz. Generell gewinne der Export an Bedeutung.
Vertrieb muss begleitet werden
Um den Verkauf am Laufen zu halten, sei langfristige Beziehungspflege wichtig, zu diesem Schluss kommen viele VDP-Mitglieder. Der Verband spricht dabei von einem «Strukturwandel»: Der Markt verlange mehr Präsenz, mehr Erklärung, mehr Beziehungspflege. Vertrieb passiere nicht automatisch, sondern müsse aktiv gestaltet werden – etwa durch Reisen, Events, Verkostungen oder alternative Verkaufsformate.
Zahl der verkauften Flaschen zurückgegangen
Im Jahr 2025 verzeichneten die VDP-Weingüter hochgerechnet einen Gesamtabsatz von 33,5 Millionen Flaschen – das sind 2,2 Millionen Flaschen weniger als im Vorjahr. Das liege aber nicht allein am aktuellen schwierigen Konsumumfeld, sondern auch an einem deutlich kleineren Ertrag im Jahr 2024, bedingt durch Frostausfälle.