Hotspot Paris
Willi’s Wine Bar
Hinter der unauffälligen, dunkelblauen Tür im historischen Teil von Paris verbirgt sich ein postmoderner Klassiker: «Willi’s Wine Bar». Seit 35 Jahren gehört sie zu den besten Adressen in Paris gleich neben dem Palais Royal. Früher war hier ein Gayclub, bis der Brite Mark Williamson 1980 den Club kaufte und ihn zu einer Bar umbaute. Die vereint seitdem individuelle Weine und schmackhafte Küche unter einem Dach. «Dank meinem Vater und Grossvater habe ich schon früh meine Liebe für Wein und Kochen entdeckt», sagt er mit seinem charmanten britischen Akzent. Weine sucht und findet Williamson abseits bekannter Wege, er ist für seine Spürnase bekannt. An den weissen Wänden hängen die kultigen Werbeplakate von «Willi’s», die jedes Jahr in Zusammenarbeit mit einem anderen Künstler entworfen werden.
Die geschwungene Holztheke lädt ein, bei einem Gläschen zu verweilen, zum Essen geht es dann an die Bistrotische. Und falls es ein ganz besonderer Abend werden soll, kann man nebenan im «Macéo» dinieren. Williamson verwandelte das ehemalige Luxusbordell mit seinen wunderschönen Stuckdecken in ein Luxusrestaurant, dessen Weinkarte mit einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis lockt. Während wir mit ihm plaudern, fällt unser Blick auf einen Châteauneuf-du-Pape der winzigen Domaine du Banneret – eine echte Rarität. Williamson hat eben Geschmack, was er schon 1976 beim Judgement of Paris gemeinsam mit seinem Freund Steven Spurrier bewies. Diese legendäre Blindprobe sorgte für Furore, weil die Höchstnoten überraschenderweise kalifornische und nicht französische Weine einheimsten.