Hotspot Wien

Buschenschank in Residence

Zum Schluss der zweite Heurige, der gar keiner ist. Er nennt sich «Buschenschank in Residence» und mietet sich bei alten, schön gelegenen und oft vergessenen Betrieben ein. Das originelle Konzept ist extrem erfolgreich. Das liegt alleine an den Machern, der Grafikerin und Wiener Winzerin Jutta Kalchbrenner-Ambrositsch und ihrem Mann Marco – ein wie seine Frau ebenfalls mit Preisen überhäufter Werber. Sie haben dem leichtlebigen Freiberuflerdasein den Rücken gekehrt und sich komplett dem Wein verschrieben, vor allem Juttas eigenen Kreationen, die inzwischen auch in der skandinavischen Indie-Szene bekannt sind. Etwa der Gemischte Satz Sieveringer Ringelspiel oder der Riesling Rosengartl. Das freie Buschenschank-Konzept der Kalchbrenners verkörpert auch das Sichere der Wiener Weinszene, die das Unsichere, das Provisorium, schnell zu etwas Traditionellem macht. So sagt man nicht mehr, man geht zum «Buschenschank in Residence», sondern zur Ambrositsch. Oder schlicht zu Jutta. Und wehe, es gibt sie nicht noch 30 Jahre, die Jutta. Denn wenn «sich einer schleicht», dann wird der Wiener böse.