Vorhang auf für die besten Schweizer Weine 2020

14. Grand Prix du Vin Suisse

Text: Thomas Vaterlaus, Alexandre Truffer, Fotos: Régis Colombo / diapo.ch, z.V.g., creationphoto.ch, Nicolas De Neve, Siffert / weinweltfotos.ch

Es ist die Ernte nach der Ernte: Wenn die Trauben eingekellert sind, werden bei der Gala des Grand Prix du Vin Suisse (GPDVS) jeweils jene Winzerinnen und Winzer geehrt, die mit den vorangehenden Jahrgängen herausragende Weine gekeltert haben. Dieses Jahr stand der Wettbewerb unter besonderen Vorzeichen. Covid-19 hat die Schweizer Weinszene schwer getroffen. Doch mit 3071 eingereichten Weinen verzeichnete der diesjährige Wettbewerb, organisiert von der Vereinigung VINEA und VINUM, trotzdem die dritthöchste Beteiligung. Die Winzerinnen und Winzer haben verstanden, dass es in schwierigen Zeiten besonders wichtig ist, den heimischen Weinen ein klares Qualitätsimage zu verleihen, und der GPDVS ist die beste Plattform dafür. Der prestigeträchtige Titel des «Weinguts des Jahres» geht dieses Jahr an die Cave St-Pierre in Chamoson im Wallis. Aber auch Diego Mathier und sein Team setzten erneut starke Akzente und siegten in drei Kategorien.

Weingut des Jahres

Cave St-Pierre Chamoson (VS)
«Qualität geht vor!»

Zwölf vorgestellte Weine, neun Medaillen! Der Fendant Réserve des Administrateurs 2019, die Cuvée du 3e Millénaire 2018 (eine Assemblage aus fünf Rebsorten – Merlot, Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Syrah und Humagne Rouge –, davon die ersten drei mit Barriqueausbau), der Humagne Réserve des Administrateurs 2019 und der Syrah Réserve des Administrateurs 2018, der im Eichenfass gereift ist, haben beim Grand Prix du Vin Suisse 2020 eine Goldmedaille gewonnen. Die Juroren des nationalen Concours zeichneten zudem fünf Spezialitäten der Cave St-Pierre mit einer Silbermedaille aus: den Païen Réserve des Administrateurs 2019, den Petite Arvine Réserve des Administrateurs 2019, den Sunshine Cuvée Blanche 2019, eine Assemblage aus Sauvignon Blanc, Viognier und Marsanne Blanche, sowie den Cornalin Réserve des Administrateurs (Jahrgänge 2018 und 2019). Mit dieser Top-Gesamtleistung liegt das Unternehmen aus Chamoson beim ersten Kriterium (Verhältnis zwischen den präsentierten und den mit einer Medaille ausgezeichneten Weinen) an erster Stelle, Voraussetzung um den Titel «Schweizer Weingut des Jahres» zu gewinnen. Mit einem nominierten und einem preisgekrönten Wein belegt die Cave St-Pierre bei den beiden anderen für den Erhalt des begehrtesten Titel des Landes entscheidenden Kriterien (Anzahl der nominierten und der preisgekrönten Weine) den dritten und zweiten Platz.

1971 gegründet

Nächstes Jahr feiert die Cave St-Pierre ihr 50-jähriges Bestehen. «Die Kellerei wurde 1971 im Herzen der Weinberge von Chamoson von der Schenk SA gebaut», erklärt André Fuchs, Geschäftsführer des Schweizer Unternehmens. «Die Idee war, eine Palette von Weinen aus den bekanntesten Walliser Rebsorten zu schaffen.» Diese «Réserve des Administrateurs» genannte Produktreihe, «die dauerhaft erfolgreich ist, weil wir im Weinberg wie im Keller stets eine sehr strenge Qualitätsauswahl treffen», hat ihren Pinot Noir als Flaggschiff. Der Kauf der Trauben von lokalen Winzern und oft langjährigen Lieferanten gehört zu den Aufgaben von Emmanuel Carron, dem Direktor der Cave St-Pierre. Der Ausbau der Trauben von Syrah, Petite Arvine oder Cornalin zu Weinen, die von den Verkostern schweizerischer und internationaler Wettbewerbe hochgeschätzt werden, erfolgt unter der Leitung von Thierry Ciampi, dem talentierten Önologen der Schenk-Gruppe.

Gekonnt produzierte «Réserves»

Die 17 Weine der Reihe «Réserve des Administrateurs » setzen sich wie folgt zusammen: sieben Weissweine, darunter ein in der Barrique gereifter Chardonnay, ein Rosé und neun Rotweine, darunter ein Pinot Noir und ein Syrah mit Eichenfassausbau. Auf der Website der Kellerei wird erklärt: «La Réserve des Administrateurs ist eine Auswahl der besten Fässer jeder gekelterten Rebsorte. Der Önologe Thierry Ciampi führt eine erste Selektion durch. Er präsentiert die verschiedenen Proben einer Verkostungskommission, die sich aus den Mitgliedern des Verwaltungsrats des Unternehmens und einigen besonders interessierten Kunden zusammensetzt. Dieses Gremium von etwa zehn Personen trifft dann die endgültige Wahl. Diese Art von Kundenbeteiligung ist auch ein Markenzeichen der Kellerei.» Die Réserve des Administrateurs ist hauptsächlich bei Grosshändlern erhältlich, die mit der Schenk-Gruppe zusammenarbeiten; sie kann aber auch direkt bei der Kellerei bestellt werden. Da fast 40 der besten Parzellen aus dem Wallis benötigt werden, um die exklusive Produktreihe der Cave St-Pierre herzustellen, dürften diese Spezialitäten mit der Bekanntgabe der Ergebnisse noch in grösserem Umfang erhältlich sein. Der in Eichenfässern gereifte Syrah, der unserem «Schweizer Weingut des Jahres 2020» zu seinem Titel verhalf, harmoniert perfekt zu einem Wildgericht oder einem feinen Côte de Boeuf. Er ist jetzt auf seinem Höhepunkt, hat aber auch noch Alterungspotenzial.

www.saintpierre.ch

Nr. 1 in der Schweiz

Die Schenk Holding ist ein internationales Unternehmen unter der Leitung der Nachkommen des Fassbinders Charles Schenk, der 1893 eine Weinhandlung gründete. Sein Sohn Arnold verwandelte die Firma des Vaters in einen internationalen Konzern. Das in Rolle ansässige Unternehmen ist einer der Hauptakteure auf dem Weltmarkt und bewirtschaftet mehr als 3500 Hektar Rebflächen. In der Schweiz ist das «grosse Haus» ein ebenso einflussreicher wie diskreter Akteur. In der Tat legt die Schenk SA – die keine Weine an Privatpersonen verkauft, sondern den Handel beliefert – besonderen Wert darauf, ihre angesehenen Tochtergesellschaften herauszustellen. Bolle in Morges, Maurice Gay, Domaine du Mont d’Or, Cave Saint-Georges und Cave St-Pierre im Wallis, Badoux Vins im Chablais und Obrist im Lavaux. Diese historischen und renommierten Unternehmen bilden nur einen Teil der Schenk-Gruppe. Das Unternehmen aus Rolle besitzt auch einige der schönsten Weingüter des Kantons Waadt wie etwa das Château Maison Blanche in Yvorne, das Château de Châtagneréaz in Mont-sur-Rolle und die Domaine du Martheray in Féchy.

www.schenk-wine.ch

Schaumweine

Germanier Cave du Tunnel, Conthey (VS)
«Der Star der Walliser Schaumweine»

Als er Ende der 1980er Jahre seinen ‹Brut du Valais› einführte, liess sich Jacques Germanier ganz klar von den Traditionen der Champagne inspirieren. Dieser Blanc de Blancs besteht nur aus einer Rebsorte: Chardonnay. Bevor er auf den Markt kommt, verbringt dieser Schaumwein fünf Jahre auf der Hefe, um an Komplexität und Eleganz zu gewinnen. Dieser komplexe Prozess, der Zeit und Ruhe erfordert, findet in Galerien statt, die der Walliser Önologe in den Fels hat graben lassen, um konstante Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen zu gewährleisten. Die Philosophie des 2017 verstorbenen Gründers wird von seiner Tochter Sophie und Bruno Geiger, der seit fast 40 Jahren für die Weinbereitung in dem Cave du Tunnel verantwortlich ist, weitergeführt. Seit dem Vorjahressieg des Cave du Tunnel mit dem gleichen Wein hat sich wenig geändert: Der Jahrgang 2014 hat 2013 zwar abgelöst, aber die Qualität ist nach wie vor genau die gleiche, denn dieser langsam ausgebaute Blanc de Blancs gewinnt die Kategorie vor einem anderen aussergewöhnlichen Schaumwein, ebenfalls aus dem Jahrgang 2014, dem der Cuvée Louis-Edouard Mauler.

www.germanier.com

1. Platz
Germanier Cave du Tunnel, Conthey (VS)

Brut du Valais Millésimé Blanc de Blancs 2014, AOC Valais

Helles Gelb. Vielschichtige und klare Aromatik mit Zitrusfrüchten, weissen Blüten, etwas Melone, dazu vornehme Noten von Gebäck. Im Gaumen sehr ausgewogen und mit Klasse. Zeigt sich dank der beschwingten, saftigen Säure sehr animierend. 2020 bis 2023.

www.germanier.com

2. Platz
Mauler et Cie SA, Môtiers (NE)

Cuvée Louis-Edouard Mauler 2014, AOC Neuchâtel

In der Nase ausdrucksstark mit floralen Noten und Agrumen, einem Anflug von Trockenfrüchten und edler Würze sowie getoastetem Brot. Besticht im Gaumen mit Kraft, Fülle und Subtilität. Frisch im Abgang. Sehr gehaltvoller Millésimé. 2020 bis 2025.

www.mauler.ch

3. Platz
Domaine de la République et Canton de Genève, Bernex (GE)

Blanc Noir, AOC Genève

Aromen von Zitrusfrüchten und brotigen Noten, auch ein Anflug von frischen roten Früchten und Kräutern. Im Gaumen geradlinig, aber auch fruchtbetont, gehaltvoll und edel. Ein vornehmer Anflug von edelbitteren Noten im Abgang. Guter Essensbegleiter. 2020 bis 2025.

www.ge.ch

 

Chasselas

Union Vinicole de Cully, Cully (VD)
«In der Einheit liegt die Stärke»

Die Union Vinicole de Cully verarbeitet Wein von etwa 30 Hektar und wurde 1935, in einem Jahr der reichen Ernte trotz zahlreicher Schwierigkeiten, gegründet. Die von etwa 50 Winzern bewirtschafteten Rebflächen bringen drei Süssweine, zwei Schaumweine, zwei Roséweine, zwei Rotweine und elf Weissweine hervor. Im Herzen der terrassenförmig angelegten Weinberge des Lavaux hat diese Genossenschaft regelmässig grosse Investitionen getätigt, um ihren Keller und den Empfangsbereich zu modernisieren. Die ständige Suche nach Qualität unter der Leitung des Önologen Fabien Bernau und des Leiters Martin Morgenthaler hat in den letzten Jahren zu einem regelrechten Medaillensegen geführt. Der Sieg des Bouton d’Or, eines frischen und rassigen Villette, in der quasi sinnbildlichen Kategorie des Chasselas ist daher nicht überraschend, auch wenn das Finale zwischen den sechs Vertretern der bedeutendsten weissen Rebsorte am Genfersee besonders heftig umkämpft war. Das Finale zeigte dann auch die ungeheure Vielfalt dieser Schweizer Rebsorte: Zwei Weine von La Côte standen zwei aus dem Lavaux, einem Fendant aus dem Wallis und einem Vertreter des Chablais gegenüber.

www.uvc.ch

1. Platz
Union Vinicole de Cully, Cully (VD)

Bouton d’Or 2019, AOC Lavaux

Zeigt sich in der Nase zurückhaltend, aber sehr subtil, mit floralen Noten und einem Anflug von Blüten sowie erdiger Mineralität. Im Gaumen im Auftakt mit feinem Extrakt. Gehaltvoller Wein mit guter Säure und Rasse im Abgang. 2020 bis 2024.

www.uvc.ch

2. Platz
Bolle et Cie SA, Morges (VD)

Domaine de Sarraux-Dessous 2019, AOC La Côte

In der Nase auf vornehme Weise zurückhaltend. Nach Belüftung Aromen von gelben Früchten, dazu dezent kräuterwürzige Noten und ein Anflug von Blüten. Im Gaumen sehr ausgewogen, mit guter Fülle und einer tragenden, saftigen Säure. 2020 bis 2024.

www.bolle.ch

3. Platz
Cave des Champs, Miège (VS)

Fendant Les Coteaux de Sierre 2019, AOC Valais

Edle Aromatik mit zurückhaltend floralen Noten, dazu ein Touch von Lindenblüten, Kamille und exotischen Früchten. Sehr ausgewogener und sortentypischer Chasselas mit viel animierendem Schwung im Gaumen. Im Abgang schön frisch. 2020 bis 2024.

www.cavedeschamps.ch

 

Müller-Thurgau

Aagne Familie Gysel, Hallau (SH)
Frucht-Künstler

Stefan Gysel kennt das Siegertreppchen an der Gala des Grand Prix du Vin Suisse bestens. Denn mit grosser Regelmässigkeit werden die Weine, die er mit seiner Frau Nadine Saxer in Neftenbach und Hallau keltert, beim wichtigsten Weinwettbewerb der Schweiz ausgezeichnet. Und er ist bis heute der einzige Deutschschweizer Winzer, der den Titel «Winzer des Jahres» entgegennehmen durfte. Das war 2009. Dieses Jahr reüssiert er also mit seinem Riesling-Silvaner 2019. Der Wein ist ein Prototyp der neuen Stilistik, welche der Sorte eine Renaissance beschert hat. Ohne Säureabbau vinifiziert, besticht der Wein mit feiner Muskatnote, Rasse und Schmelz. Es ist ein im besten Sinne des Wortes mehrheitsfähiger Wein. Die Twens trinken ihn am Freitagabend zum Apéro in der Bar, während Gourmets ihn vielleicht zu Spargel oder einer leichten Currysuppe geniessen. Denn das ist die grosse Qualität des Riesling-Silvaners des Aagne-Teams: Er passt eigentlich überall und immer!

www.aagne.ch

1. Platz
Aagne Familie Gysel, Hallau (SH)

Riesling-Silvaner 2019, AOC Schaffhausen

Sehr ausgewogener, ja perfekt proportionierter Riesling-Silvaner mit delikater Frucht, einer Prise Muskat, einem Hauch von Exotik und traubenwürzigen Noten. Im Gaumen delikat, mit viel fruchtbetontem Charme. Animierendes Spiel im Finish. 2020 bis 2022.

www.aagne.ch

2. Platz
Weinbau Jenny Luzi, Jenins (GR)

Riesling-Silvaner 2019, AOC Graubünden

Inbegriff eines Klassikers mit herzhaften Aromen von Kernobst, besonders Birnen und Äpfel, dazu florale Noten und ein Anflug von Traubenwürze. Im Gaumen sehr ausgewogen, mit einnehmender Frucht. Frisch im Abgang. 2020 bis 2022.

www.luzijenny.ch

3. Platz
Strickhof Trotte, Winterthur (ZH)

Strickhof Riesling-Sylvaner 2019, AOC Zürich

In der Nase äausserst vielversprechend, mit edlen floralen Noten, einem Anflug von weissen Blüten sowie Agrumen, dazu gelbe Früchte. Im Gaumen sehr fruchtbetont und würzig, zeigt gleichzeitig aber auch viel subtile Frische. 2020 bis 2022.

www.strickhof.ch

 

Sortenreine Weissweine

Cave Gilbert Devayes, Leytron (VS)
«Aus klein wird gross»

Der herrliche Petite Arvine von Gilbert Devayes gewann nicht nur in seiner Kategorie mit Bravour, sondern auch den Preis Vinissimo Blanc für den Favorit der Jury (ausgewählt unter den Gewinnern der Kategorien Chasselas, Riesling-Silvaner, Andere sortenreine Weissweine und Weisse Assemblagen). Die besondere Walliser Spezialität, welche bemerkenswerte Typizität, aussergewöhnliche Eleganz und einen starken Charakter miteinander verbindet, ist das Aushängeschild eines über die Grenzen des Wallis hinaus noch wenig bekannten Weinguts, das sich in den letzten Jahren als garantiert gute Wahl und als Synonym für Qualität und Präzision durchgesetzt hat. Tatsächlich fallen die Spezialitäten von Gilbert Devayes, einem imposanten und diskreten Winzer, regelmässig bei Wettbewerben auf. Im Jahr 2018 gewann er mit seinem Humagne Rouge 2016 einen Étoile du Valais. Im darauffolgenden Jahr belegte sein Syrah 2017 den dritten Platz bei den «Anderen sortenreinen Rotweinen» des Grand Prix du Vin Suisse 2020, während sein Pinot Gris im selben Jahr eine der seltenen Medaillen «Grand Or du Mondial» der Pinots gewann.

www.gilbertdevayes.ch

1. Platz
Cave Gilbert Devayes, Leytron (VS)

Petite Arvine 2019, AOC Valais

Vielschichtige Aromatik mit exotischen Früchten, einem Hauch von Grapefruit, Alpenkräutern und vornehmer Würze. Am Gaumen gehaltvoll, ja fruchtbetont expressiv, gleichzeitig aber auch sehr ausgewogen. Präsente, saftige Säure. 2020 bis 2026.

www.gilbertdevayes.ch

2. Platz
Fernand Cina SA, Salgesch (VS)

Petite Arvine Fernand Cina 2019, AOC Valais

In der Nase vielschichtig und ausdrucksstark mit Noten von Grapefruit, aber auch gelben Früchten, besonders Mirabellen, sowie traubenwürzigen Komponenten. Zeigt am Gaumen viel Klasse und Rasse. Ausgewogen, aber auch cremigfrisch. 2020 bis 2026.

www.fernand-cina.ch

3. Platz
Gregor Kuonen, Caveau de Salquenen, Salgesch (VS)

Humagne Blanc Grandmaître 2018, AOC Valais

In der Nase weisse Blüten, ein Anflug von Kernobst, aber auch gelben Früchten, besonders Mirabellen, sowie vornehme Würze. Zeigt seine Klasse auch im Mund: druckvoll, ausgewogen und elegant, mit viel Saft und Kraft. Gute Länge. 2020 bis 2027.

www.gregor-kuonen.ch

 

Weisse Assemblagen

Weinbau Mariazell, Sursee (LU)
«Mariazell – «what else»?»

Das gab’s noch nie in der Geschichte des Grand Prix! Beat Felder und sein Team verteidigen mit dem J. Muscat Sec den Titel in dieser Kategorie. Letztes Jahr gewannen die Luzerner mit dem 2018er Jahrgang, jetzt stehen sie mit dem 2019er wieder zuoberst auf dem Treppchen. Kein Wunder: Mit seinem verführerischen Parfum nimmt einen dieser Wein schon gefangen, bevor er mit seiner cremig-vollmundigen Art auch im Gaumen überzeugt. Der Erfolgswein mag die Frage aufwerfen, was er denn in der Kategorie Assemblagen zu suchen hat, wo doch Muscat auf dem Etikett steht. Doch keine Angst, alles ist korrekt. Der Wein ist tatsächlich eine Assemblage aus Muscat Oliver und Solaris, allerdings ist der Muscat-Anteil so hoch, dass er als Muscat vermarktet werden kann. Mit seiner verführerischen Komposition hat Beat Felder massgeblich dazu beigetragen, dass der Sempachersee nicht nur wegen seiner Vogelwarte bekannt ist, sondern auch wegen der Weine, die an seinem Ufer wachsen.

www.weinbau-mariazell.ch

1. Platz
Weinbau Mariazell, Sursee (LU)

J Muscat Sec 2019, AOC Luzern

In der Nase überaus ausdrucksstark, ja expressiv, mit Noten von Rosenblüten, Irisch Moos, Muskatgewürz, weissen Blüten und Litschi. Im Gaumen ungemein finessenreich, saftig und ausgewogen. Sehr animierend, weil frisch im Finish. 2020 bis 2025.

www.weinbau-mariazell.ch

2. Platz
Siebe Dupf Kellerei AG, Liestal (BL)

Cuvée d’Or Blanche 2019, Vin de Pays Suisse

Innovative Cuvée aus den Sorten Riesling-Sylvaner, Gutedel und Kerner. Aromen von reifen gelben Früchten wie Pfirsich, aber auch etwas Kernobst und Holunder. Im Gaumen fruchtbetont und füllig, mit einem edlen Hauch Extraktsüsse. 2020 bis 2024.

www.siebe-dupf.ch

3. Platz
Daniel Magliocco & Fils, St-Pierre-de-Clages (VS)

Nuance 2018, AOC Valais

Vornehme Walliser Cuvée, gekeltert aus den Sorten Petite Arvine und Païen. Vielschichtige Aromatik mit Wiesenkräutern, Anis und Nüssen, dazu salzige und würzige Komponenten. Im Gaumen kraftvoll und vielschichtig, getragen von einer saftigen Säure. 2020 bis 2026.

www.maglioccovins.ch

 

Rosés und Blancs de Noirs

Cave des Rossillonnes, Vinzel (VD)
Volle Punktzahl für 2020

Die Cave des Rossillonnes, ein Familienweingut mit etwas mehr als sechs Hektar Reben im Herzen der La Côte, wird seit drei Generationen von der Mutter an die Tochter weitergegeben. Im Jahr 2000 kam die vierte Generation, vertreten durch Martial Besson, in den Betrieb. Er übernahm die Kellerei 2012. So schwierig das Jahr 2020 für die Schweizer Winzer auch sein mag, Martial Besson wird es rot im Kalender anstreichen. Denn kurz bevor das Weingut den Grand Prix du Vin Suisse mit einem OEil-de-Perdrix gewann, siegte es in zwei Kategorien (Pinot Noir und Süssweine) und wurde Dritter der Chasselas 2019. Diese Erfolge belohnen die geduldige und akribische Arbeit sowohl im Weinberg als auch im Keller von Martial Besson, der sich bereits in der Vergangenheit einen Namen gemacht hatte. So gewann er mit seinem Dominoir die Lauriers de Platine für Rotweine 2019 oder übertraf mit seinem Gewürztraminer Euphorie alle seine Konkurrenten bei einer VINUM-Themenverkostung im Juni 2018.

www.cavedesrossillonnes.ch

1. Platz
Cave des Rossillonnes, Vinzel (VD)

Dominelle – OEil-de-Perdrix 2019, AOC La Côte

Dieser Rosé aus Pinot Noir zeigt verführerische Aromen von frischen roten Beeren, aber auch einen Anflug von tropischen Früchten und floralen Noten. Im Gaumen vielschichtig und gehaltvoll, aber trotzdem auch elegant und trinkig. Frischer Abgang. 2020 bis 2022.

www.cavedesrossillonnes.ch

2. Platz
Weinbau Wetli, Männedorf (ZH)

La Vie en Rose 2019, AOC Zürichsee

Aus Pinot Noir und Dornfelder gekeltert. Intensive Aromatik nach Erdbeeren und anderen roten Früchten, dazu blumige Aspekte. Auch im Gaumen sehr fruchtbetont und ausgewogen, unterlegt mit einer angepassten, saftigen Säure. 2020 bis 2022.

www.weinbau-wetli-ch

3. Platz
Les Fils Maye SA, Riddes (VS)

Rosé Roseline 2019, AOC Valais

Ansprechende Aromatik mit Noten von roten Beeren, auch Früchtegelee, dazu ein Anflug von Blüten und Kernobst. Im Gaumen zeigt dieser Rosé aus Gamay viel Substanz und eine fruchtbetonten Fülle. Im Abgang schöner Schmelz. 2020 bis 2022.

www.maye.ch

 

Gamay

Cave du Paradou, Nax (VS)
Trinkwein mit Grip und Klasse

Der ausgezeichnete Gamay, der diese von der Westschweiz dominierte Kategorie des nationalen Wettbewerbs gewinnt, stammt von einem aussergewöhnlichen Weingut. Die überwiegende Mehrheit der Reben der Cave du Paradou befindet sich nämlich an den steilen Hängen von Nax und Vernamiège am Eingang des Val d’Hérens. Etwa 30 Rebsorten werden auf sonnenexponierten Parzellen angebaut, die auf eine Höhe von fast 1000 Metern hinaufreichen. Gamay, Fendant, Heida oder Cornalin sind hier gut vertreten, aber es gibt auch Sorten wie Divona, Divico oder Cabernet Dorsa. Diese Vielfalt überrascht nicht, denn einer der Partner ist Jean-Laurent Spring, Wissenschaftler von Agroscope, die an der Spitze der Forschung zu resistenten Rebsorten steht. Seit einem Vierteljahrhundert ist dieser mit Augusto Magallanes verbunden. Der Peruaner, der in die Schweiz kam, um Wirtschaft zu studieren, und sich dann in die Schweizer Weinberge verliebte, hat gezeigt, dass er sich an sein gewähltes Terroir anpassen kann, denn in 25 Jahren haben seine Weine mehr als hundert Medaillen bei lokalen, nationalen und internationalen Wettbewerben gewonnen.

www.caveduparadou.ch

1. Platz
Cave du Paradou SA, Nax (VS)

Gamay 2019, AOC Valais

Sehr charaktervoller Gamay mit Aromen von roten Beeren, aber auch Lakritze, dazu florale, würzige und mineralisch erdige Noten. Im Gaumen ausgewogen, mit ansprechender Fruchtfülle, einer klaren, geradlinigen Struktur und angepasster, saftiger Säure. 2020 bis 2023.

www.caveduparadou.ch

2. Platz
Domaine des Combes, Begnins (VD)

Gamay Luins 2019, AOC La Côte

Sehr expressive, verführerische Aromatik mit Waldbeeren, aber auch Veilchen und edlen Würznoten, dazu Pfeffer und mineralische Noten. Im Gaumen noch sehr jugendlich und temperamentvoll, mit kernigem Tannin und guter Säure. 2020 bis 2025.

www.rsordet.ch

3. Platz
Cave des Promesses Sarl, Conthey (VS)

Gamay – Promesse de Convivialité 2019, AOC Valais

Überaus typischer Gamay mit Aromen von roten Beeren, dazu florale Noten und würzige Aspekte. Im Gaumen charaktervoll, mit präsentem Gerbstoff und einer tragenden Säure. Dieser lebendige Cru ist ein idealer Essensbegleiter. 2020 bis 2024.

www.cavedespromesses.ch

 

Gamaret, Garanoir und Mara

J. & M. Dizerens, Lutry (VD)
«Viel Frucht, viel Charme, viel Klasse»

Ganze vier französischsprachige Weinbaukantone – Genf, Freiburg, Waadt und Wallis – hatten mindestens einen Wein in der schweizerischsten der GPVS-Kategorien platziert. Im Mittelpunkt steht der strahlendste Vertreter dieser aus der Kreuzung von Gamay und Reichensteiner hervorgegangenen Rebsortenfamilie, der aus dem Lavaux kommt. Denn der zum Weltkulturerbe gehörende Terrassenweinberg ist die Wiege der Familie Dizerens, die seit fünf Generationen Reben anbaut und Wein verkauft. Als bedeutende Akteure der «Region der drei Sonnen» bieten Jean-François und Michel Dizerens eine breite Palette von Spezialitäten an. Sie ergänzen die Chasselas, die das Flaggschiff des Weinguts bleiben. Die schönsten Trauben von Diolinoir, Plant Robert, Chardonnay und natürlich Gamaret kommen in die Cuvées der Kollektion «Z». Mit dieser Kollektion, dem Stolz der Familie Dizerens, sollen dank einer langen Reifung in Eiche Weine mit hohem Reifepotenzial für exklusive kulinarische Augenblicke geschaffen werden.

www.dizerensvins.ch

1. Platz
J. & M. Dizerens SA, Lutry (VD)

Gamaret 2018, AOC Lavaux

Sehr vielschichtiger Gamaret mit eher roten Beeren, floralen, aber auch erdigen Noten, auch eine Spur von Pfeffer und anderen Gewürzen, dazu Malz und ein Anflug von grünen Nüssen. Im Gaumen sehr elegant, mit präzisem, kernigem Gerbstoff und präsenter Säure. 2020 bis 2025.

www.dizerensvins.ch

2. Platz
Germanus Kellerei, St.German (VS)

Gamaret 2019, AOC Valais Verführerische, intensiv frischfruchtige Aromatik mit Brombeeren und dunklen Kirschen, dazu florale Noten, auch etwas Leder und Unterholz. Auch im Gaumen füllig und sehr fruchtbetont, gleichzeitig aber dicht gewoben, mit jugendlichem Temperament. Hat Klasse! 2020 bis 2025.

www.germanus.ch

3. Platz
Cave Chez Violaine, Salgesch (VS)

Gamaret Bernunes 2019, AOC Valais

In der Nase zurückhaltend, aber sehr vielschichtig, mit Aromen von schwarzen Kirschen, einem Anflug von Weihrauch, aber auch einem Anflug von Kaffee und Schokolade. Im Gaumen kräftig, mit guten Gerbstoff. Hat Potenzial. 2020 bis 2026.

www.cavechezviolaine.ch

 

Pinot Noir

Domaine des Landions, Colombier (NE)
«Top-Pinot aus dem Superjahr»

Im Dezember 2018 wurde die Domaine des Landions in der französischsprachigen Ausgabe von VINUM in der Rubrik «Entdeckung» vorgestellt. «Unsere Familie produziert seit vier Generationen Trauben. Mein Vater Denis Meier leistete hervorragende Arbeit bei der Verbesserung des Pflanzenmaterials. Im Jahr 2002 kaufte er 15 Hektar Reben, die er mit erstklassigen, wenig ertragreichen deutschen und burgundischen Rebsorten neu bepflanzte», erklärte Morgan Meier. Aus diesen Rebstöcken, die für die Erzeugung von herausragenden Weinen erzogen wurden, hat der talentierte Önologe drei Pinot Noirs erzeugt, die jeden sofort beeindrucken, der sie trinkt. Nachdem Les Landions 2017 bei der Verkostung der altersfähigen Pinot Noir von VINUM (französischsprachige Ausgabe vom Mai 2020) 19 von 20 Punkten erzielt hatte, schrieb der Kritiker Yves Beck an den Autor des Textes und riet, auch den in seinen Augen noch überlegeneren Jahrgang 2018 zu verkosten... Mit dem Sieg von Les Landions 2018 in einer der am härtesten umkämpften Kategorien dieses nationalen Wettbewerbs kam dann die Bestätigung.

www.meiervin.ch

1. Platz
Domaine des Landions, Colombier (NE)

Les Landions 2018, AOC Neuchâtel

Intensives Purpurrot. Verführerisch reife Aromen von dunklen Waldbeeren, aber auch blauen Beeren, dazu edle Würze und ein Hauch von Garrigue-Kräutern. Auch im Gaumen viel Frucht und Souplesse. Edle Bitternote im Finish. 2020 bis 2025.

www.meiervin.ch

2. Platz
Vouilloz Vins SA, Varen (VS)

Pinot Noir Barrique 2018, AOC Valais

Sehr eleganter, finessenreicher Pinot mit Aromen von roten Beeren, dazu florale Noten, eine Spur von Waldblättern, Erde und Unterholz. Im Gaumen sehr ausgewogen, mit Pinot-Finesse. Kernige Struktur, animierende Säure. Frisch im Abgang. 2020 bis 2027.

www.weinevouilloz.ch

3. Platz
Weingut Jauslin, Muttenz (BL)

Hohle Gasse Pinot Noir Muttenz 2018, AOC Basel-Landschaft

Verführerischer ausdrucksstarker Cru mit dunklen Waldbeeren, Sauerkirschen und anderen Früchten, dazu sehr schön eingebundene Würznoten. Im Gaumen dicht gewoben. Fülle, gepaart mit Finesse. Langanhaltend. 2020 bis 2028.

www.weingutjauslin.ch

 

Merlot

Domaine Mathieu, Chalais (VS)
«Von allen geliebt!»

Die Ausgabe 2020 des Grand Prix du Vin Suisse hat einige feste Grössen ausgezeichnet. Der Merlot Les Ormoz 2018 von Jean-Louis und Veerle Mathieu hat sich bereits bei der Sélection des Vins du Valais und beim Concours Mondial de Bruxelles hervorgetan. Es ist eine bemerkenswerte Leistung, lokale (wo er als einziger Merlot eine Goldmedaille erhielt), nationale und internationale Juroren gleichermassen für sich zu gewinnen. Die Weine der Familie Mathieu mit ausgeprägtem Charakter und grosszügiger Frucht haben ihren Ursprung im Zentralwallis. Die 16 Hektar Weinberge, die sich zwischen Siders und Chalais erstrecken, werden seit einem Vierteljahrhundert bewirtschaftet. Jean-Louis Mathieu übernahm 1994 das Familienweingut. Erhebliche Investitionen im Keller und im Weinberg ermöglichten die Produktion von anspruchsvollen Weinen. Diese Entwicklung ging immer mit dem Anliegen einher, die umgebende Natur zu erhalten, in der seltene Vögel wie der Bienenfresser, der Wiedehopf und der Turmfalke nisten.

www.mathieu-vins.ch

1. Platz
Domaine Mathieu, Chalais (VS)

Merlot Les Ormoz 2019, AOC Valais

Sehr verführerischer fruchtbetonter und jugendlicher Merlot mit Aromen von schwarzen Beeren, besonders Brombeeren und Cassis. Gleichermassen geprägt von warmem Charme und kühler Eleganz. Charmant und animierend! 2020 bis 2025.

www.mathieu-vins.ch

2. Platz
Cave Saint Philippe, Salgesch (VS)

Merlot 2018, AOC Valais

Elegante Aromatik mit noch jugendlicher, beeriger Frucht, auch Lakritze und florale Noten, dazu eine Spur Pfeffer und grüne Baumnüsse. Im Gaumen kraftvoll, mit präsentem, feinkörnigem Gerbstoff und einer saftigen Säure. Zeigt viel Grip und Klasse! 2020 bis 2028.

www.cave-st-philippe.ch

3. Platz
Les Celliers du Chablais SA, Aigle (VD)

Merlot 2017, AOC Chablais

Vielschichtiger Merlot mit Aromen von roten und dunklen Beeren, dazu florale Noten und gut integrierte, aber präsente Eichenholzwürze. Im Gaumen kraftvoll, edelwürzig, mit präsentem Gerbstoff und saftiger Säure. Langanhaltend, mit Finesse und Klasse. 2020 bis 2026.

www.celliersduchablais.ch

 

Sortenreine Rotweine

Adrian & Diego Mathier Nouveau Salquenen, Salgesch (VS)
«Die drei Musketiere»

«Keine Atempause, Geschichte wird gemacht, es geht voran!», der Refrain dieses deutschen Popsongs aus den frühen 80er Jahren umschreibt genau das, was Nadia und Diego Mathier zusammen mit ihrem Kellermeister Cédric Leyat in den letzten Jahren in der Weinszene Schweiz geschafft haben. Ihre Erfolge beim Grand Prix du Vin Suisse sind inzwischen so zahlreich, dass man Gefahr läuft, den Überblick zu verlieren. Im Herbst 2016 konnten sie im Rahmen des Grand Prix den Sonderpreis für das «Weingut des Jahrzehnts» entgegennehmen, kein anderes Weingut hatte in den ersten zehn Jahren des Bestehens (2006 bis 2016) dieses Wettbewerbes so viele Trophäen und Sonderpreise gewonnen. Zwei Jahre später dann, im Herbst 2018, lieferte das Triumvirat aus Salgesch das nächste Meisterstück ab. Zum dritten Mal nach 2007 und 2011 errangen sie den Titel «Weingut des Jahres », aber nicht nur das: Mit drei Kategoriensiegen und zwei weiteren Podestplätzen lieferten sie eine Leistung ab, die von manchen Kennern der Szene als «nicht mehr zu überbieten» eingestuft wurde. Aber mit Diego und seinem Team ist eben immer zu rechnen. So haben sie es dieses Jahr «beinahe» wieder geschafft. Zwar verpassten sie den Spezialpreis «Weingut des Jahres» wegen jenem mitentscheidenden Bewertungskriterium, das die Zahl der prämierten Weine (Gold und Silber) in Bezug zu der Zahl der insgesamt eingereichten Weine setzt, doch wie 2018 errangen die Salgescher drei Kategoriensiege. Aussergewöhnlich ist dabei auch, dass in allen der drei Kategorien, nämlich «Sortenreine Rotweine», «Rote Assemblagen» und «Weine mit Restzucker», ausschliesslich Walliser Winzer auf dem Podium (Plätze 1 bis 3) stehen.

«Was uns am meisten antreibt, ist die Tatsache, dass wir trotz des Stresses, den ein komplexer Betrieb wie der unsere zwangsläufig mit sich bringt, eingefleischte, ja begeisterte Weinfreaks geblieben sind. So sitzen wir immer wieder einmal abends zusammen, vergessen alles um uns herum und widmen uns einer Auswahl von Weinen, nicht unbedingt Crus aus dem heimischen Wallis, sondern Gewächsen aus Bordeaux oder dem Burgund. Das ist inspirierend.»

Diego Mathier

Die Erfolge des Weingutes «Nouveau Salquenen» in den letzten 15 Jahren sprechen für sich. Wer in einer absoluten Blindprobe, wo die Weine der Winzer immer wieder von anderen Verkostern degustiert werden, eine solch herausragende Leistung erbringen kann, arbeitet kontinuierlich auf höchstem Niveau und weiss genau, was er will. Dabei sind die Topweine der Mathiers in keiner Weise auf den breiten Geschmack der Weinkonsumenten getrimmt, sondern eigenständige Crus mit Charakter und Finesse. Das zeigen wiederholt auch die Spitzenplatzierungen an den diversen VINUM-Verkostungen, so etwa den regelmässig stattfindenden VINUMProfipanels. Im Alter von 50 Jahren stehen Diego Mathier und sein Team im Zenit ihres Schaffens. Was sie in die Flaschen bringen, ist die «Benchmark» im Schweizer Weinbau!

Viel Freude am Wein – trotz Stress

Woher nur nehmen Diego Mathier und seine Mitstreiter immer wieder von Neuem die Motivation und die Antriebskraft, um mit jedem Jahrgang nochmals einen Schritt weiterzugehen. «Was uns am meisten antreibt, ist die Tatsache, dass wir trotz des Stresses, den ein komplexer Betrieb wie der unsrige zwangsläufig mit sich bringt, eingefleischte, ja begeisterte Weinfreaks geblieben sind. So sitzen wir immer wieder einmal abends zusammen, vergessen alles um uns herum und widmen uns einer Auswahl von Weinen. Irgendwann mal haben wir beispielsweise eine Serie von Premier Crus aus Bordeaux verkostet, aber nur aus vermeintlich schwachen Jahren. Das hat mir mehr gebracht als vieles andere. Denn seither sehe ich die üblichen Jahrgangsbewertungen aus einer anderen Perspektive.»

www.mathier.com

1. Platz
Adrian & Diego Mathier Nouveau Salquenen, Salgesch (VS)

Syrah Diego Mathier 2017, AOC Valais

Komplex und schön ausgereift, mit Aromen von Brombeeren und edlen Röstnoten, auch ein Anflug von Kräutern, Unterholz, Leder und Pfeffer. Weiche Fülle im Gaumen, gleichzeitig komplex und dicht gewoben. 2020 bis 2028.

www.mathier.com

2. Platz
Cave des Amis, Fully (VS)

Velours d’Enfer, Syrah 2018, AOC Valais

Aromen von frischen roten Beeren, besonders Kirschen, von Minze, Pfeffer und anderen Gewürzen. Elegante Würznoten vom Holzausbau. Zeigt im Gaumen noch viel jugendliches Temperament. Eigenständiger Charakterwein mit Ecken und Kanten. Langanhaltend. 2020 bis 2028.

www.cavedesamis.ch

3. Platz
Cave St-Pierre SA, Chamoson (VS)

Réserve des Administrateurs Syrah 2018, AOC Valais

Ein «Bilderbuch-Gewächs» mit viel reifer dunkler Beerenfrucht, dazu Minze, eine Spur von Fenchel und edle Würznoten. Im Gaumen vielschichtig, fruchtbetont und kraftvoll, getragen von einer reifen, sehr saftigen Säure. 2020 bis 2028.

www.saintpierre.ch

 

Rote Assemblagen

1. Platz
Adrian & Diego Mathier Nouveau Salquenen, Salgesch (VS)

Cuvée Rouge Mme Rosmarie Mathier 2018, AOC Valais

Komplex gebaute, sehr elegante Cuvée mit verführerischen Aromen von Cassis, dazu eine Spur von Schokolade und edlen Würznoten. Im Gaumen vielschichtig und sehr animierend. 2020 bis 2028.

www.mathier.com

2. Platz
Cave la Colombe, Erde (VS)

Virya 2018, AOC Valais

Vielschichtige Cuvée aus Cabernet Franc, Merlot und Diolinoir. In der Nase reife Beerenfrucht, auch Pflaumen und Lakritze, dazu präsente, aber gut integrierte Würznoten. Im Gaumen reichhaltig und komplex, mit festem Gerbstoff und präsenter Säure. Charaktervoll und langanhaltend. 2020 bis 2027.

www.cave-la-colombe.ch

3. Platz
Cave de L’Etat du Valais, Leytron (VS)

Grand Rouge Domaine de Châteauneuf 2019, AOC Valais

Eigenständige Cuvée aus heimischen Sorten wie Humagne Rouge, Galotta und Diolinoir. Dunkle Beeren, präzise florale und mineralische Noten, wie Graphit oder Kreide, und Schokolade. Im Gaumen konzentriert und frisch. 2020 bis 2029.

www.vs.ch

 

Weine mit Restzucker

1. Platz
Adrian & Diego Mathier Nouveau Salquenen, Salgesch (VS)

Gemma Topas 2017, AOC Valais

Komplexe Cuvée aus Malvoisie, Ermitage und Johannisberg. Verführerische Aromatik mit reifen Quitten, Aprikosen und Mirabellen. Im Gaumen mächtig und sehr süss, aber perfekt ausbalanciert von der saftigen Säure. 2020 bis 2030.

www.mathier.com

2. Platz
Domaine Cornulus, Savièse (VS)

Grain Noble Clos de Corbassières 2015, AOC Valais

Monumentale, von Edelfäule geprägte Beerenauslese mit Noten von kandierten Früchten, getrockneten Aprikosen, Trüffeln und erdigen Noten. Im Gaumen ungemein konzentriert und sehr süss, mit angepasster Säure. Sehr langanhaltend. 2020 bis 2040.

www.cornulus.ch

3. Platz
Domaine Jean-René Germanier, Vétroz (VS)

Mitis Amigne de Vétroz 2016, AOC Valais

Komplexe Aromatik mit getrockneten Aprikosen, Akazienhonig, Lebkuchen, aber auch eine Spur von Pfeffer, weissen Blüten und herbalen Noten. Im Gaumen geprägt von einem belebenden Spiel zwischen Restzucker und Säure. Hat Klasse! 2020 bis 2030.

www.jrgermanier.ch

 

Prix Bio

Sélection Comby, Chamoson (VS)
«Neue Generation Wallis»

War der Sonderpreis fuür den besten Schweizer Biowein lange ausschliesslich in Waadtländer Hand, verändert eine neue Generation von Walliser Produzenten nun die Landschaft des Schweizer Weinbaus ohne Einsatz chemischer Syntheseprodukte. Im Jahr 2019 gewann Sandrine Caloz den Bio-Preis mit einem Petite Arvine. Heute ist es Yann Comby, ein weiterer dieser ehrgeizigen zertifizierten Produzenten, der gesiegt hat. Auch heuer ist ein Klassiker mit ebenso viel Typizität wie Charakter. Der preisgekrönte Wein ist in der Tat ein Johannisberg (die Walliser Bezeichnung für Silvaner) des Jahrgangs 2018. Dieser Weisswein aus Trauben, die auf dem Schuttkegel von Chamoson wachsen, besitzt eine Ausgewogenheit, Tiefe und Komplexität, die ihm ein grosses Alterungspotenzial verleihen. Mächtig und zugleich rassig, verkörpert dieser Wein perfekt das hohe Können von Yann Comby, einem Produzenten, von dem wir in Zukunft noch mehr hören werden.

www.vins-comby.com

Sélection Comby, Chamoson (VS)
Johannisberg de Chamoson, AOC Valais

Von schiefer- und kieshaltigen Böden, ist dieser Sylvaner enorm ausdrucksstark. Aromen von reifen gelben Früchten, vor allem Pfirsich, Williamsbirne und ein Anflug von Mandeln. Im Gaumen füllig, mit edler Fruchtsüsse und Bitternoten. 2020 bis 2026.

Prix Découverte, Trophée Elisabeth Pasquier

Vouilloz Vins SA, Varen (VS)
Burgundische Finesse

Der «Prix Découverte» ist Elisabeth Pasquier gewidmet. Die ehemalige Direktorin der Vereinigung Vinea war bis zu ihrem Tod im Jahr 2018 die treibende Kraft dieses Concours. Im Fokus dieser Kategorie stehen die «Newcomer» oder jene Weingüter, die in den letzten fünf Jahren nicht nominiert waren. Dieses Jahr geht der Preis an Vouilloz Vins in Varen (VS) für ihren Pinot Noir Barrique 2018. Der Wein straft alle Kritiker, die glauben, im Wallis sei es zu heiss, um elegante Pinots anzubauen. Der Cru der Familie Vouilloz, die auf sieben Hektar nicht weniger als 16 Sorten anbaut und daraus rund 30 Weine keltert, zeigt burgundische Finesse und animierende Säure. Der in den 60er Jahren gegründete Betrieb wird heute als Zwei-Generationen-Projekt von Brigitte und Roger Vouilloz geführt, unterstützt von ihrem Sohn Michel, der nach seinem Önologiestudium in Changins unter anderem auch in Neuseeland gearbeitet hat, und dessen Frau Petra.

www.weinevouilloz.ch

Vouilloz Vins SA, Varen (VS)
Pinot Noir Barrique 2018, AOC Valais

Sehr eleganter, finessenreicher Pinot mit Aromen von roten Beeren, dazu florale Noten, eine Spur von Waldblätter, Erde und Unterholz. Im Gaumen sehr ausgewogen, mit Pinot-Finesse. Kernige Struktur, animierende Säure. 2020 bis 2027.

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