Wie viel Rauch ist nötig, um Weintrauben zu gefährden?

Studien zur Bekämpfung der Rauchbelastung auf Weintrauben

Text: Eva Pensel | Veröffentlicht: 19. August 2021


Die Waldbrände im pazifischen Nordwesten Kaliforniens und der umliegenden Bundesstaaten brennen weiterhin Weinplantagen und Tausende Obstbäume ab. Forscher der Washington State University (WSU) arbeiten derweilen daran, neue Wege zu finden, um die Rauchbelastung auf Weintrauben zu verringern, wie sie in einer Medienmitteilung berichten.

Die Projekte befassen sich mit Luftqualitätssensoren in den Weinbergen, Auswirkungen des Rauchs auf die Trauben und den späteren Wein und möglichen Massnahmen wie einem Schutzspray.

Luftqualitätssensoren in Weinbergen in Zentral Washington sollen Informationen über die Rauchdichte sammeln. Damit wollen die Forscher mehr über die atmosphärische Bewegung und die Luftströmungen erfahren, um vorhersagen zu können, wo der Rauch zu erwarten ist und wohin er sich bewegen könnte. Ebenso wollen sie herausfinden, wie viel Rauch nötig ist, um Weintrauben zu gefährden.

«Ein grosser Teil unseres jüngsten Forschungsvorhabens besteht darin, atmosphärische Daten zu sammeln, um ein Modell zu erstellen, mit dem sich vorhersagen lässt, wo das Rauchrisiko am grössten ist», sagt Tom Collins, Assistenzprofessor an der WSU Wine Science Center.

Ein Teil der Forschung sind Laborexperimente, bei denen die Trauben 36 Stunden lang Rauch ausgesetzt werden, wobei alle sechs Stunden Proben entnommen werden. Dabei wird analysiert, wie sich unterschiedliche Rauchmengen auf die Trauben und schliesslich auf den Geschmack des Weins auswirken könnten.

Eine mögliche Massnahme, die Collins testet, ist ein Schutzspray, mit dem man mit Kaolin-Ton vermischtes Wasser auf die Trauben sprüht, um die Aufnahme flüchtiger Chemikalien des Rauchs durch die Früchte zu begrenzen. Bisher sind die Ergebnisse jedoch noch gemischt.

Laut Collins können die Winzer im Falle einer Rauchbelastung als Vorsichtsmassnahme Traubenproben einfrieren sowie Gärungen in kleinem Massstab durchführen, um einen Rauchgeschmack zu erkennen.

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