Traditionelles Handwerk in Österreich

Trockensteinmauern sind nun UNESCO-Kulturerbe

Text: Eva Pensel | Veröffentlicht: 31. Mai 2021


Die Kunst des Trockensteinmauerns in Niederösterreich wurde ins nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Wie die Österreichische UNESCO-Kommission berichtet, ist das Handwerk «Trockensteinmauern» seit dem 12. Jahrhundert schriftlich in Österreich belegt. Historisch wurden die Mauern vorwiegend in landwirtschaftlichen Bereichen, mit heimischen Steinen erbaut. Auch heute sind sie noch wichtiger Bestandteil der Kulturlandschaft- und Gestaltung. In Steillagen dienen die Mauern dazu, die Landwirtschaft trotz der steilen Hänge zu ermöglichen. In der Wachau beispielsweise machen sie den Weinbau in manchen Steillagen erst möglich. Mehr als 40 Prozent der Wachauer Rebflächen befinden sich in Terrassenweingärten, die von rund 2,5 bis 3 Millionen Quadratmeter Trockensteinmauern getragen werden, berichtet «Der Winzer».

Trockenmauern entstehen durch das Aufeinanderstapeln von Steinen, ohne andere Materialien zu verwenden. Eine sorgfältige Auswahl und die Platzierung der Steine gewährleisten die Stabilität der Mauer. Trockensteinmauern sind das Zeugnis eines ressourcenschonenden Umgangs mit lokal verfügbarem Baumaterial und die Bauweise ist besonders nachhaltig. Ausserdem dienen sie zur Gewinnung und Instandhaltung landwirtschaftlicher Flächen in oftmals steilem Gelände.

Durch die Mechanisierung nach dem 2. Weltkrieg gelang das Handwerk zunehmend in Vergessenheit und blüht in den letzten Jahren wieder auf. Zudem trägt es zur Artenvielfalt bei, da es ein vielfältig abwechslungsreiches Biotop auf engstem Raum ermöglicht und einen aktiven Lebensraum für bestimmte Tiergattungen schafft.

 

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