Erste Reben seit 150 Jahren

Weinbau kehrt nach Ostfriesland zurück

Text: Linus Bauer | Veröffentlicht: 11. Mai 2021


Fast 150 Jahre lang hat es in Ostfriesland keinen Weinbau mehr gegeben. Die Erste Ostfriesische Winzergenossenschaft (OWG) bringt die Reben nun zurück in die Landschaft zwischen Ems und der Nordsee. Am 11. Mai setzt die OWG die ersten Reben auf ihrem ein Hektar grossen Weinfeld bei Folmhusen im Kreis Leer, teilt die Genossenschaft mit. Am 14. Mai eröffnet sie den Weinbau symbolisch mit der Pflanzung der letzten Rebe.

Da Ostfriesland mittlerweile fast gleich viele Sonnenstunden habe wie Stuttgart, sei der Weinbau möglich. Insgesamt will die OWG 4'450 Reben mit zweierlei Piwi-Sorten pflanzen, die für die harten Witterungen in Norddeutschland gewappnet sind. 3'115 Stück fallen auf die Sorte Solaris, eine Geisenheimer Züchtung auch Merzling und einer Hybridrebe aus Muskat-Ottonel. Sauvignon Gris, eine natürliche Mutation der Sorte Sauvignon, mache die restlichen 1'335 Reben aus.

Winzerin aus Rheinhessen am Werk

Die Erste Ostfriesische Winzergenossenschaft wurde im Jahr 2019 gegründet. Sie zählt 40 Mitglieder, die Zahl der Genossinnen und Genossen ist auf 99 begrenzt. Die Genehmigung für den Weinbau hat die OWG im Jahr 2020 erhalten. Aufsichtsratsvorsitzender ist Reinhold Robbe, ein ehemaliger Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Leer und ehemaliger Wehrbeauftragter.

Die verantwortliche Winzerin für den Ostfriesischen Weinberg ist Angelina Schmücker aus Reinhessen. Sie studierte Weinbau und Önologie in Geisenheim und pachtete 2015 erste Rebberge, in welchen sie ausschliesslich biologisch arbeitet.

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