Cheval des Andes – Grand Cru aus Argentinien

Text: Arthur Wirtzfeld | Veröffentlicht: 6. Oktober 2018

ARGENTINIEN (Mendoza) – Schon längst, spätestens seit der Jahrtausendwende, gilt Cheval des Andes als der Star unter den Weinproduzenten Argentiniens. Der Aufstieg begann im Jahr 1999 mit einem Joint Venture zwischen Château Cheval Blanc aus Saint-Emilion (Frankreich) und Terrazas de los Andes in Mendoza (Argentinien) – beide sind Produzenten von Premiumweinen und gehören zum französischen Luxuskonzern LMVH.  

Beeindruckende Erscheinung in den Anden

Beeindruckend ist die atemberaubende Lage des Gutes im Vorgebirge der Anden. Ein Gästehaus, gelegen inmitten der majestätischen Landschaft mit Blick auf die schneebedeckten Berge der längsten Gebirgskette der Erde, ein Gourmetrestaurant mit traditionellen Gerichten der Region, eine über 100 Jahre alte Kellerei und geführte Verkostungen sind darüber hinaus außergewöhnliche Highlights, die Besucher regelrecht faszinieren. Wer es dazu noch sportlich mag und zur Reiterelite gehört, darf auf einem zum Gut gehörenden Polofeld sein Können zeigen.

Terrazas de los Andes basiert auf einem alten, restaurierten spanischen Weingut, das Sotero Arizu im Jahr 1898 gründete. Arizu gilt heute als einer der Gründer der Weinbereitung in Argentinien. Über ein Jahrhundert war man bei Terrazas de los Andes auf der Suche nach dem besten Terroir. Aber erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts hat man die exakten Höhen in den Vorgebirgen der Anden für die jeweiligen Rebsorten bestimmen können. Heute haben Malbec, Cabernet Sauvignon, Petit Verdot, Torrontés und Chardonnay ihre perfekten Terroirs gefunden, die jeweils durch Frische, Intensität und Eleganz glänzen. Dieses Ergebnis begründet sich auch im Engagement der Weinexperten von Cheval Blanc und gipfelt heute in einem von der Weinwelt hochgelobten Symbolwein, dem Cheval des Andes, einem roten Blend aus Malbec, Cabernet Sauvignon und Petit Verdot.

Das Erfolgsrezept: Französische Weinbereitung plus kreative Innovation

Bei Cheval des Andes treffen die französische Kunst der Weinbereitung, kreative Innovationen der neuen Welt mit ihrem Wissen über die Herstellung des Malbec und Cabernet Sauvignon sowie ein einzigartiges Höhenterroir zusammen. Alles gut und schön oder etwa nicht? Für die Fans der frühen Weine von Terrazas de los Andes sei gesagt: Der Stil hat sich seit dem Joint Venture nur wenig geändert. Aber zugegeben, bei den jungen Jahrgängen ist ein internationaler Charakter dominierend. "Es ist nicht so, dass unsere Weine die argentinische Typizität verloren hätten, sie ist nach wie vor vorhanden, nur kompensierter als vorher", sagt Lorenzo Pasquini, seit 2014 technischer Direktor bei Cheval des Andes. Zuvor war Pasquini bei Château Palmer in Bordeaux und bei der Tenuta San Guido in der Toskana in Diensten.

Die dennoch offensichtlichen Veränderungen gegenüber den früheren Weinen beruhen auf einer heute weit höheren Präzision im Weinberg, besseren Kontrolle der Reife der Trauben sowie der Wahl des besten Erntezeitpunktes. Die Essenz daraus sind die typisch argentinischen Aromen von reichhaltigen Himbeeren, die Tiefe und elegante Struktur sowie eine ungewöhnliche Leichtigkeit. Dazu kommt, dass die Höhenlage der Weinberge von rund 1.100 Metern über dem Meer einzigartig ist und vor allem für die Frische in den Weinen verantwortlich zeichnet. Ein neues Bewässerungssystem braucht weniger Wasser, womit ein langsameres Reifen der Trauben einhergeht – ein weiterer Schlüssel für die Komplexität des Cheval des Andes. Zudem werden weit weniger neue Eichenfässer verwendet – ihr Anteil schrumpfte auf bis zu 30 Prozent. Vielmehr reifen die heutigen Weine zumeist in Eichenfässern mit 400 bis 500 Liter Kapazität und Versuche mit großen Holzfässern (Fassungsvermögen von 1.500 Litern), wie sie beispielsweise an der Rhône verwendet werden, laufen bereits.

Die Andentypizität wird von Saint-Emilion beherrscht

Wenn man sich die Philosophie des Joint Venture genau ansieht und weiß, wie man in Saint-Emilion bei Château Cheval Blanc Wein bereitet, dann ist es Fakt: Die Andentypizität wird von Saint-Emilion beherrscht. Dem widerspricht Pasquini nicht direkt, doch er beschreibt es auf diplomatische Weise: "Es gibt keine anderen Weinberge zwischen uns und den Anden, die diese Höhenlage haben und die Frische sowie das Terroir der Berge in den Wein transferieren. Was wir tun, ist einzig und allein, dafür zu sorgen, dass die Weine ein wahres Spiegelbild ihrer Lage sind."

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