Einmaliges Trio
Le Gay, Montviel, La Violette

Alles begann mit seiner Mutter. Sie setzte kühn ihren Wunsch durch, Winzerin zu werden, und erwarb zwischen 1985 und 2006 in Pomerol drei erstklassige Weingüter, die heute von Henri Parent verwaltet werden.
Das erste, was ein Unternehmer, der Wein mit dem Taschenrechner macht, wohl anstelle von Henri Parent tun würde, ist, die rund 25 Hektar erstklassigen Reblagen, die er in Pomerol seit zehn Jahren verwaltet, zusammen zu legen, um sich so das Leben zu erleichtern. Doch der in Belgien lebende Besitzer, seit 2013 für die Güter zuständig, denkt nicht einmal daran. «Ich bin der absoluten Überzeugung, dass Terroir und Geschichte eines Weinguts mit Respekt zu behandeln sind. Jedes unserer drei Güter drückt seinen besonderen Ursprungsort, seine eigenständige Geschichte und Persönlichkeit aus. Wir legen grossen Wert auf die Pflege jedes noch so kleinen Details, damit das auch weiter so bleibt.»

Das Abenteuer Pomerol begann 1985 auf Château Montviel. Der frühere Besitzer des Gutes verkaufte seine Trauben ausschliesslich an den Handel. Montviel, mit seinen 17 Parzellen auf zwölf Hektar, wurde daher regelrecht aus dem Winterschlaf gerüttelt. In seiner besonders fruchtigen und samtenen Art repräsentiert Montviel seit langem sehr gut die Appellation. Dank des Baus eines neuen Kellers im Jahr 2019 ist Montviel sogar noch einmal präziser geworden. Château Le Gay ist das zweite Gut im Bunde. Seine rund 12 Hektar Reben an einem Stück liegen auf dem vielgepriesenen Hochplateau, in unmittelbarer Nachbarschaft zu so legendären Gütern wie Lafleur oder Pétrus. Le Gay wird komplett in Barriques vinifiziert. Nach der Auslese auf einem doppelten Söndertisch kommen die Trauben direkt in die über 300 Fässer mit 225 Litern Fassungsvermögen. Jede Barrique spielt so die Rolle eines Minigärtanks, was besonders präzise Arbeit erlaubt. Der 2002 erstellte Keller wurde dafür 2014 mit einem speziellen Kühlsystem ausgerüstet. «Der ganze Keller wird so zum Kühlschrank», sagt Henri Parent fröhlich. Kein Wunder, gilt doch Le Gay als besonders komplexer, charaktervoller Pomerol, der lange reifen kann. Eine echte Besonderheit ist La Violette. Das nur 1,68 Hektar grosse Gut liegt ebenfalls auf dem Plateau, ganz in der Nähe von Le Pin, nur etwa 700 Meter von Le Gay entfernt. Dank des manuellen Entrappens, Traube um Traube, entsteht eine originelle, ungemein blumig duftende, verführerische Rarität.