Spanische Weine für Bordeaux ausgegeben

Harte Strafen für Betrug mit Wein

Text: Alice Gundlach | Veröffentlicht: 25.03.2026


Weil sie rund zwei Millionen Flaschen Wein aus Spanien als Bordeaux-Wein verkauft haben, sind drei Männer in Frankreich zu empfindlichen Geld- und Haftstrafen verurteilt worden. Das Berufungsgericht in Bordeaux verhängte gegen sie Geldstrafen bis 250.000 Euro und Haftstrafen bis zu zwei Jahren, wie die französische Weinplattform Vitisphère berichtet.

Taten liegen zehn Jahre zurück

Die Angeklagten – ein Weinmakler, ein Händler und ein Lagerbesitzer – begingen demnach ihre Taten in den Jahren 2014 bis 2016. Sie waren dafür bereits 2023 verurteilt worden und in Berufung gegangen. Ihre Strafen wurden nun bestätigt. 

Dokumente gefälscht, 1,24 Millionen ergaunert 

Dem Urteil zufolge hatten die Männer in einem «rekordverdächtigen» Umfang die Begleitdokumente gefälscht, um Tanklastzüge voller Wein aus Spanien als Weine aus verschiedenen Bordeaux-Appellationen wie Margaux, Saint-Julien, Montagne oder Saint-Émilion auszugeben. Insgesamt ging es um 34.587 Hektoliter Wein. Die Ermittler schätzen, dass die Männer damit einen Gewinn von 1,24 Millionen Euro erzielten.

Betrug aus einer anderen Zeit 

Vor zehn Jahren war diese Art von Betrug noch einträglich, nachdem der Jahrgang 2013 im Bordelais historisch niedrig ausgefallen war und es an Bordeaux-Wein mangelte. Heute kämpft die französische Region vielmehr mit hohen Überbeständen, weshalb seit 2023 zehntausende Hektar Rebfläche mit finanzieller Unterstützung der EU gerodet wurden und noch immer werden. Insgesamt sollen mit dem noch laufenden Programm 30.000 Hektar Rebfläche allein in Bordeaux entfernt werden.  


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