Neue Piwi-Sorten in Italien vorgestellt
Prosecco könnte nachhaltiger werden

Text: Alice Gundlach | Veröffentlicht: 10.02.2026
(Noch) weniger Spritzmittel in den Weinbergen des Prosecco-Gebiets – das könnte bald möglich sein. In der vergangenen Woche haben ein Forschungsinstitut und eine Rebschule in Italien ganze sieben neue Piwi-Rebsorten vorgestellt, die sie aus der Prosecco-Traube Glera gezüchtet haben.
Bei Piwi-Rebsorten handelt es sich um pilzresistente Neuzüchtungen, die weniger anfällig für Falschen und Echten Mehltau sind. Diese Pilzerkrankungen sind eine der grössten Herausforderungen in Weinregionen mit eher feuchter Witterung. Dazu gehört auch das Prosecco-Gebiet im Veneto im Norden Italiens.
Vier Sorten schon dieses Jahr verfügbar
Nun haben die Rebschule Vivai Cooperativi Rauscedo (VCR) und das Forschungsinstitut CREA sieben neue Piwis vorgestellt, die mit der Rebsorte Glera gekreuzt wurden. Vier davon sollen schon ab diesem Jahr reif für den Einsatz sein, drei weitere sollen im Jahr 2027 zur Verfügung stehen.
Problem bisher: Rechtliche Zulassung
Was bisher noch ein Hindernis ist: In ganz Italien sind noch keine Piwis für Weine mit geschützter Ursprungsbezeichnung (DOC/DOCG) erlaubt – und das im Übrigen als einzigem EU-Land. Nun ist zwar schon in der Politik eine Änderung dieser Regeln angestossen. Davon, wie das Verfahren ausgeht, hängt nun ab, ob die neuen Rebsorten im Prosecco auch zum Einsatz kommen können.
Glyphosat schon verboten
Das Prosecco-Gebiet hat schon in den vergangenen Jahren als Vorreiter für mehr Nachhaltigkeit von sich reden gemacht. Seit der Lese 2018 etwa sind in den Prosecco-Weinbergen die chemisch-synthetischen Fungizide Folpet und Mancozeb sowie das Herbizid Glyphosat komplett verboten.
Glera ist für Prosecco Pflicht
Prosecco DOC und DOCG muss zu mindestens 85 Prozent aus der Rebsorte Glera hergestellt werden. Die im Jahr 2020 eingeführten Prosecco Rosés dürfen einen Anteil Pinot Nero haben.